Voigtländer, Christoph

Lebensdaten
1732 – 1797
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Tischler ; Instrumentenbauer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120305860 | OGND | VIAF: 15597405
Namensvarianten

  • Voigtländer, Johann Christoph
  • Voigtländer, Christoph
  • Voigtländer, Johann Christoph
  • Voigtländer, Johann C.
  • Voigtländer, Johannes Christoph
  • Voigtländer, Christof
  • Voigtländer, Johann Christof
  • Voigtländer, Johannes Christof

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Zitierweise

Voigtländer, Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120305860.html [10.01.2026].

CC0

  • Voigtländer, Johann Christoph

    Tischler, Instrumentenmacher, * 19.11.1732 Leipzig, 27.6.1797 Wien. (evangelisch)

  • Genealogie

    Aus seit 1540 / 45 mit Antonius Vogetlender in Groß-Quenstedt b. Halberstadt nachweisbarer Fam.;
    V Johann Christoph (1703–65), Müller, Tischler in L., S d. Christoph (1654–1722), Ölmüller, Zimmermann in Hamburg, später wieder in Groß-Quenstedt;
    M Dorothea Köhler ( 1] N. N. Döbner, Tischler);
    Urur-Gvv Augustinus (1583–1658), Ölmüller, Zimmermann in Groß-Quenstedt;
    Ur-Gvv Augustinus (* 1623), Ölmüller, Zimmermann in Groß-Quenstedt;
    B Johann Gottfried (* 1735), Carl Gottlob (* 1737), Johann Abraham (* 1740);
    1767 Maria Magdalena Wölffl ( 1806), aus Preßburg;
    3 S Wilhelm (1768–1828), Mechanicus, Hersteller v. math. Instrumenten in W.-Gumpendorf, Johann Siegmund (1769–1822), Mechanicus in W., Johann Friedrich (s. 2), führten d. väterl. Fabrik in W. weiter.

  • Biographie

    V. erlernte das Tischlerhandwerk im Betrieb seines Vaters. Die Wanderschaft führte ihn über Prag nach Wien, wo er 1755 als Werkstattleiter bei dem Mechaniker Meinicke tätig war. Seit 1756 betrieb der seit seiner Jugend am Instrumentenbau interessierte und theoretisch informierte V. eine eigene Werkstatt und spezialisierte sich auf die Herstellung geodätischer, mathematischer und mechanischer Präzisionsinstrumente. Während des 7jährigen Kriegs profilierte er sich durch Aufträge aus Staaten der Habsburger Monarchie als Hersteller von qualitativ hochwertigen Nivelliergeräten, Grubenkompassen und „Richtmitteln für den Kampf auf nahe Entfernung“.

    1762 beantragte er, durch Empfehlung unterstützt vom Jesuitenpater Joseph Franz (1704–76), erfolgreich die „Hof-Freyheit“ zur Herstellung mathematischer Instrumente, die seine regionale Bedeutung als Hersteller dieser Produkte hervorhob. 1763 wurde V., protegiert durch Staatskanzler Wenzel Anton Reichsgf. v. Kaunitz-Rietberg (1711–94), das „Kommerzielle Schutzdecret“ verliehen, gleichzeitig erhielt er als Protestant das Bürgerrecht der Stadt Wien.

    In den 1770er Jahren trat V. mit hochwertigen Produkten wie Kreisteilungsmaschinen zu Gradringen, Astrolabien und Atlanten, Kompassen, Pantographen und Dioptern sowie als Ausrüster für Papierfabriken hervor und festigte seinen Ruf als führender Produzent mathematischer Instrumente. Den Höhepunkt seiner unternehmerischen Laufbahn erreichte er 1797 mit der Verleihung der österr. Landesbefugnis zur Herstellung seiner Produkte.

  • Werke

    |Gebrauch d. v. mir verbesserten Pantographen, sonst d. Affe genannt, 1785;
    Anweisung, die Nivellier-Waage mit e. Perspektiv richtig u. genau zu rectificieren, 1790.

  • Zitierweise

    Grabenhorst, Carsten, " Voigtländer, Johann Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 70-71 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120305860.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Voigtländer, Johann Christoph

  • Biographie

    Voigtländer: Johann Christoph V., Mechaniker, geboren zu Leipzig 1732, zu Wien am 27. Juni 1797 (nicht 1779). Näheres ist über V. erst seit 1755 bekannt, in welchem Jahre er in Wien einwanderte und sich dort als Mechaniker niederließ. Der mächtige Staatskanzler Fürst Kaunitz interessirte|sich für den aufstrebenden jungen Mann und verschaffte ihm ein „Kommerzien-Schutzdekret“ für die Anfertigung mathematischer Instrumente. Solche hat er denn auch in zwei kleinen selbständigen Schriften angegeben: „Beschreibung und Gebrauch eines verbesserten Pantographen“ (Wien 1785); „Anweisung, die Nivellir-Wage mit einem Perspektiv richtig und genau zu rektificiren“ (Wien 1790). Die Anzahl der sonst noch von ihm construirten Maschinen und Apparate ist eine große. Von ihm rühren her Maschinen für die Eintheilung von gradlinigen Maßstäben und von Kreisen, ein Metallhobel, eine Drehbank für Metalle, Appretir-Mangen für die Schafwoll- und Seidenfabrikation, neue Mechanismen für Papierfabriken und manches andere. Voigtländer's Söhne Wilhelm (1768—1828) und Siegmund (1770—1822) führten das mechanische Geschäft des Vaters fort, wogegen ein dritter Sohn (s. u.) sich ausschließlich der praktischen Optik zuwandte.

  • Literatur

    Gräffer-Czikann, Oesterreichische Nationalencyklopädie, 5. Band, Wien 1837, S. 580. —
    C. v. Wurzbach, Biogr. Lexikon d. Kaiserth. Oesterreich, 50. Theil, Wien 1884, S. 234 ff.

  • Autor/in

    Günther.
  • Zitierweise

    Günther, "Voigtländer, Johann Christoph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 40 (1896), S. 214-215 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120305860.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA