• Leben

    Verlohner: Lorenz Albert V. Er war zu Wolkenstein in Tirol geboren, wurde im J. 1692 außerordentlicher Professor mit 200 fl. Gehalt, im J. 1695 Titular- und im folgenden Jahre wirklicher Ordinarius zu Ingolstadt, obwol die Facultät gegen ihn als Ausländer Einspruch erhob. Er wird als Docent wegen Fleißes nicht gerühmt, dagegen offen getadelt, weil er niemals ein Referat in den von der Facultät geforderten Rechtsgutachten übernahm. Als ihn im J. 1720 ein Schlaganfall traf, ging die Facultät damit um, ihn zu emeritiren, und schrieb für seine und des verstorbenen Chlingensberg Stelle Bewerbungen aus, die ihn bis zum J. 1727 fortgesetzt bewogen, um die Professur für „eines seiner Kinder" bittlich zu werden, nämlich seinen wiederholt als „incapabel“ abgewiesenen Sohn, oder für seine Tochter, sobald sich als deren Gatte ein „taugliches Subject“ finden würde. Im J. 1726 wurde er mit Belassung der Emolumente emeritirt und starb zu Ingolstadt am 22. December 1732. Seine schriftstellerische Thätigkeit erstreckte sich auf bürgerliches, Straf- und Proceßrecht, ist jedoch in keiner Beziehung hervorragend.

    • Literatur

      Mederer III, 186 (wo die Schriften angegeben sind) u. ö. — Kodolt, S. 750. —
      Prantl, Gesch. I, 491, 526, II, 504. — Baader II, 296.

  • Autor/in

    v. Schulte.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schulte, von, "Verlohner, Lorenz Albert" in: Allgemeine Deutsche Biographie 39 (1895), S. 623 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104334835.html#adbcontent

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