• Leben

    Stenzel: Gustav Adolf Harald St., Geschichtschreiber, ward am 21. März 1792 in Zerbst geboren und erhielt auf dem Gymnasium dieser Stadt, wo sein Vater Conrector war, seine erste Bildung. Daneben las der begabte, sehr lebhafte und wißbegierige Knabe viel, besonders Reisebeschreibungen und geschichtliche Werke. Auch Leibesübungen wurden eifrig angestellt. Zu Ostern 1810 ging St. nach Leipzig, um dort Theologie, wenigstens der Form nach, zu studiren, bald aber bestimmte Dippoldt ihn, sich der Geschichte zu widmen und daneben fleißig philologische Studien zu treiben. Was die letzteren betrifft, so hat er unausgesetzt und mit der wärmsten Theilnahme Gottfried Hermann gehört; aber diejenigen Historiker, welche zu dieser Zeit den größten Einfluß auf ihn ausübten, waren keine Mitglieder der Universität Leipzig. Johannes v. Müller begeisterte ihn, und zwar fast noch mehr durch die Briefe an Bonstetten als durch die Schweizergeschichte; außerdem zogen ihn an die Klarheit und einfache Darstellung Heeren's, die gediegene Gelehrsamkeit Wenck's, der Scharfsinn K. Fr. Eichhorn's und vor allem, sagt er, die redliche, ungeschminkte Wahrheitsliebe Schlosser's. Sie nennt er noch 1827 dankbar seine Vorbilder. (Gesch. d. fränkischen Kaiser, Widmung.) Aber so fleißig er war, so vergrub er sich doch nicht ganz in die Bücher, sondern er widmete seine Aufmerksamkeit auch den öffentlichen Zuständen, und er empfand bitter die Knechtschaft, in welcher das Vaterland schmachtete. In dieser Stimmung ergriff er den Gedanken, die Geschichte der Deutschen von Karl dem Großen bis auf Rudolf von Habsburg aus den Quellen kennen zu lernen und dann zu schreiben; er wollte dem unterjochten Volke sagen, wie tapfer und frei die Väter waren und wie sie ihre Unabhängigkeit behaupteten. Aber als ohne seine Mahnungen der Sturm des Freiheitskrieges losbrach, da verschob er es, den Doctorhut zu erlangen, trat am 20. April 1813 in das Bataillon seines Vaterlandes Anhalt und nahm an den Gefechten desselben in der Gegend von Hamburg theil, ja er führte am 10. December — denn seit einer Woche that er Officiersdienste — seine Soldaten zum Sturm auf das von den Dänen vertheidigte Sehstädt bei Rendsburg. Hierbei traf ihn aber eine Kugel durch die unteren Rippen in den Leib, doch ward er so glücklich behandelt, daß er im März 1814 nach seiner Vaterstadt zurückkehren konnte. Vom Militär als Officier entlassen, ging er wieder nach Leipzig, erlangte dort 1815 die philosophische Doctorwürde und erwarb 1816 das Recht, akademische Vorlesungen zu halten. Er vertheidigte bei dieser Gelegenheit am 14. Februar die Abhandlung|De ducum post tempora Caroli Magni origine et progressu. St. hielt nun zuerst in Leipzig (1816/17), dann in Berlin als Privatdocent Vorlesungen und arbeitete daneben an zwei Werken, von denen das eine „Versuch einer Geschichte der Kriegsverfassung Deutschlands vorzüglich im Mittelalter“ 1819 erschien (mit der Jahreszahl 1820), das andere, ein „Handbuch der Anhaltischen Geschichte“, 1820 herauskam. Wahrscheinlich empfahl ihn jenes Buch der preußischen Unterrichtsverwaltung vortheilhaft; denn er ward im J. 1820 zum außerordentlichen Professor der Geschichte an der Universität Breslau ernannt und kam nun in die Stadt, wo er während der größeren Hälfte seines Lebens eine gesegnete akademische Wirksamkeit entfaltet hat. Neben seinen Vorlesungen setzte er seine Forschungen über das Mittelalter fort; als Mitglied der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde hat er die in Breslau befindlichen Handschriften deutscher Geschichtsquellen aufgesucht und beschrieben, er ist auch wieder auf die Frage von dem Ursprunge der Herzöge zurückgekommen in der Dissertation, die er 1824 zum Antritt seiner Professur verfaßte „De Marchionum in Germania potissimum qui saeculo nono extitere origine et officio publico“. Hauptsächlich aber beschäftigte er sich mit der Ausführung des außerordentlich umfassenden Planes, welchen er bereits als Student gefaßt hatte, doch fing er nicht mit dem Anfang an, sondern in der Mitte, indem er sich zunächst vornahm, die Geschichte der fränkischen Kaiser zu schreiben. Das Werk erschien im J. 1827; es machte verdientes Aufsehen und nimmt in der Geschichte der deutschen Historiographie einen bedeutenden Rang ein. St. hatte fast acht Jahre daran gearbeitet und war sich bewußt, allen Fleiß und alle Sorgfalt angewendet zu haben, und so schrieb er denn in der Vorrede mit einem nicht unberechtigten Selbstgefühl: er dürfe dreist auffordern, ihm auch nur Eine Thatsache, ja nur Eine Bezeichnung nachzuweisen, die er nicht aus den besten Quellen belegen könnte. Wörtlich sind die stolzen Worte nicht zu nehmen; denken wir nur daran, wie das Ansehen, welches Lambert bei St. genießt, später doch etwas erschüttert worden ist. Aber es bleibt richtig, was Giesebrecht geurtheilt hat: „Niemand hat vor St. die Periode gründlicher untersucht, Niemand sie vor oder nach ihm vorurtheilsfreier dargestellt“. Im folgenden Jahre gab er noch einen zweiten schwächeren Band heraus, dazu bestimmt, in vielen Fällen seine Darstellung ausführlich zu begründen. Besonders wichtig ist die 112 Seiten lange Abhandlung: „Zur Kritik der Quellen der Geschichte Deutschlands unter den fränkischen Kaisern“. Sie betrifft aber nicht bloß die Zeit von 1024—1125, sondern sie hat eine weitergehende Bedeutung. St. sagt auf S. 1: „Jüngere Freunde der Wissenschaft werden zugleich daraus die Beschaffenheit der vorhandenen Nachrichten und die Art und Weise kennen lernen, wie diese mit Erfolg benutzt werden können“. Nachdem Niebuhr dargethan hatte, wie die römische Geschichte zu erforschen sei, und Ranke das Verfahren desselben auf die neueren Geschichtschreiber am Ausgange des Mittelalters angewendet, zeigte St., welche mühsamen und schwierigen Untersuchungen in Bezug auf die Chronisten des Mittelalters anzustellen sind, und Giesebrecht bemerkt ganz richtig, „daß von diesem Werke der gründlichsten eindringendsten Forschung ein streng kritisches Studium unserer mittelalterlichen Geschichte eigentlich erst begonnen habe“. (Gesch. d. deutschen Kaiserzeit II, 571.) St. wußte, was er in dieser Beziehung geleistet, und so schrieb er denn in der Vorrede zum zweiten Bande mit dem beißenden Spott, über den er verfügte: „Vortheilhafter für ihn wäre es vielleicht gewesen, wenn er bei geringerer Anstrengung historische Träumereien mit philosophischen Brocken und glänzenden Redensarten aufgestutzt gegeben hätte, doch sieht er damit so Viele glücklich beschäftigt, daß er schon deshalb auf seinem Wege bleiben mußte.“

    Im J. 1827 war St. zum ordentlichen Professor ernannt worden. Seine|in einer Broschüre und R. in einer Reihe von Artikeln der Neuen Zürcher Zeitung den ganz neuen Gedanken ins Feld, das amerikanische Zweikammersystem auf die schweizerische Eidgenossenschaft zu übertragen, und R. verfocht denselben auch in den Räthen. Grundsätzlich ging sein Antrag durch, es wurde ihm nur ein Amendement beigefügt, welches den Kantonen ein gewisses Vetorecht einräumte. Damit war eine fruchtbare Thätigkeit Rüttimann's auf dem Gebiete der eidgenössischen Gesetzgebung eröffnet. In den Jahren 1848—1854 und 1862—1868 war er Mitglied des schweizerischen Ständerathes und zweimal, vom 1. Juli bis 21. December 1850 und vom 3. Juli 1865 bis 24. Februar 1866 Präsident dieser Behörde. Sein Werk ist die eidgenössische Bundesstrafproceßordnung vom 23. Juli 1849, die Civilproceßordnung vom 22. November 1850, das Militärstrafgesetz vom 27. August 1851 und wohl auch das Gesetz über das materielle Bundesstrafrecht vom 4. Februar 1853. Durch das erste dieser vier Gesetze wurde das englische Geschwornenverfahren seinen wesentlichen Bestimmungen nach in die eidgenössische Strafrechtspflege eingeführt, und es folgten dem Beispiele bald eine Reihe von Kantonen. Die Civilproceßordnung führte für das Bundesgericht die Proceßinstruction durch ein einzelnes Mitglied des Gerichtes und die öffentliche Berathung der Richter ein, beseitigte die Beweisinterlocute und zeichnete sich durch eine zu damaliger Zeit ungewohnte Freiheit der Beweistheorie aus. Die neuen Ideen schienen manchem Mitgliede der Bundesversammlung gefährlich, und so wurde denn das Gesetz mit der Bezeichnung „Provisorisches Bundesgesetz“ in die Gesetzsammlung aufgenommen und in den Einführungsbestimmungen gesagt, daß es vor Ablauf von zwei Jahren „zum Behufe der definitiven Aufnahme einer einläßlichen Berathung in beiden Räthen unterstellt werden solle“. Merkwürdiger Weise besteht das Gesetz auch bei dem seither in seiner Organisation und seinen Competenzen völlig veränderten Bundesgerichte noch heute (1888) in Kraft. R. war auch Mitglied des Bundesgerichtes seit der Begründung dieses Tribunals und blieb es bis zum 13. Juli 1854, in der letzten Zeit als Präsident desselben. Mit dem Momente aber, in welchem er seine Professuren übernahm, legte er seine sämmtlichen eidgenössischen Aemter nieder. Auch bei der infolge der neuen Bundesverfassung nothwendig gewordenen Revision des zürcherischen Verfassungsgesetzes war R. in hervorragender Weise thätig. Er trat bei der Reorganisation des Regierungsrathes gegenüber dem bisherigen Collegialsystem mit Eifolg für das Directorialsystem in die Schranken. Bei der Neubestellung der Behörde erhielt er wiederum das Justizwesen, während seinem Busenfreunde Dr. Alfred Escher das Präsidium und die Direction des Erziehungswesens zu Theil wurde. In dieser Stellung brachte er das Gesetz betr. die Organisation der zürcherischen Rechtspflege vom 29. September 1852 und das Gesetz betr. das Strafverfahren vom folgenden Tage zu Stande, durch welche er auch auf kantonal zürcherischem Boden die Criminaljury einführte; ferner das Sportelngesetz vom 28. December 1853. Er war auch Mitglied der Commission, welche den von Bluntschli verfaßten Entwurf eines privatrechtlichen Gesetzbuches für den Kanton Zürich zu prüfen hatte. Mit dem Jahre 1853 trat R. auch an wirthschaftliche Aufgaben heran. Er war einer der Schöpfer der Zürich-Bodenfeebahn, der ersten großen Eisenbahn der Ostschweiz. Die Unternehmung ging später in der schweizerischen Nordostbahn auf, deren Verwaltungsrath er angehörte. Gleichen Antheil hatte er 1857 an der Gründung der schweizerischen Creditanstalt zu Zürich, einem großen und bald blühenden Bankinstitut auf Actien. In diesen beiden Stellungen hauptsächlich wirkte er Hand in Hand mit Dr. A. Escher, den er hoch über sich stellte. Im Jahre 1857 erklärte er seinen Austritt aus dem Regierungsrathe, nicht nur um sich|Rechte und Gerichtsverfassung und die inneren Verhältnisse der Städte, sondern sie behandelte auch die Beziehungen der Fürsten zur Geistlichkeit, zum Adel und zu den Bauern u. a. Nachdem St. den Schlesiern dieses große Geschenk gemacht hatte, suchte er ihre Theilnahme für die Herausgabe der schlesischen Chronisten zu gewinnen, und es gelang ihm wirklich, so viel Abonnenten zu gewinnen, daß er zwei Bände „Scriptores rerum Silesiacarum“ herausgeben konnte. Die Stücke waren größtentheils bekannt, aber es gab auch neue darunter, und alle wurden mit der Sorgfalt und dem Verständniß abgedruckt, welches die Monumenta Germaniae historica gelehrt hatten. Dann veröffentlichte St. wieder Urkunden. So erschien — denn er mußte sich immerfort einen Platz suchen — im Jahresberichte der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur vom Jahre 1842 das Landbuch des Fürstenthums Breslau mit einem außerordentlich reichen Commentar. Einen werthvollen Schatz hob er dann, als ihm das Domarchiv sich öffnete, andere Fundgruben wurden entdeckt, und so gab er 1845 „Urkunden zur Geschichte des Bisthums Breslau im M. A.“ heraus, denen ebenfalls eine den reichen Stoff verwerthende Einleitung vorausging. Inzwischen waren auch zwei Bände preußischer Geschichte in den Jahren 1837 und 1841 veröffentlicht worden; sie gingen bis 1688 und 1739.

    St. hatte bisher Großes für die schlesische Geschichte geleistet, und noch mancherlei Pläne trug er für die Zukunft in sich. Weil es ihm aber schwer geworden war, die Geldmittel für seine Veröffentlichungen aufzubringen, kam er auf den fruchtbaren Gedanken, einen Verein für Geschichte und Alterthum Schlesiens zu gründen. Im October 1844 erschien in den Zeitungen eine Aufforderung dazu und wurde dann auch noch besonders versendet. Als Zweck des Vereins gab St. an: 1. die Herausgabe noch nicht gedruckter, hauptsächlich in deutscher Sprache geschriebener Quellen zur Landesgeschichte; 2. Herausgabe tüchtiger Aufsätze, welche, aus den Quellen erforscht, Licht über einzelne Theile der Landesgeschichte verbreiten; 3. schriftliche und mündliche Mittheilung geschichtlicher Nachrichten und Erörterung derselben. Die Aufforderung erwies sich erfolgreich; 1846 zahlten 386 Mitglieder ihren ersten Jahresbeitrag von zwei Thalern, und schon im nächsten Jahre erschien ein neuer Band der Scriptores. Er enthielt eine sehr lehrreiche Darstellung der inneren Verhältnisse der Stadt Breslau von 1458—1526, verfaßt von S. B. Klose, dem Freunde Lessing's, als Fortsetzung seiner längst gedruckten Geschichte von Breslau. Eben damals war St. für ein neues großes Unternehmen gewonnen worden. Auf der Germanistenversammlung von 1846 hatte man auf den Vorschlag Ranke's die Herausgabe der Reichstagsacten beschlossen und Et. sich bereit erklärt, daran mitzuarbeiten. Aber ehe die Sache recht in Gang kam, traten die politischen Bewegungen des Jahres 1848 hindernd dazwischen. Wie aber St. 1813 die Bücher bei Seite gelegt und zu den Waffen gegriffen hatte, um dem bedrängten Vaterlande beizustehen, so ging er hoffnungsvoll im Mai 1848 nach Frankfurt a. M. und arbeitete mit an dem Verfassungswerke für Kleindeutschland. Er ward ein begeisterter Verehrer Heinrich's v. Gagern und bedauerte schmerzlich die Erfolglosigkeit jener Verhandlungen. Die Vorträge, die er dann in der Universität über die Nationalversammlung vor einem zahlreichen Kreise von Gebildeten hielt, erfreuten sich mit Recht einer großen Anerkennung.

    Zurückgekehrt aus Frankfurt, veröffentlichte St. in den Jahren 1850 und 1851 noch zwei Bände Scriptores. Daß ihm nun hierzu die Mittel zu Gebote standen, erkannte er dankbar an, dagegen ging er nicht darauf aus, eine eigentliche Vereinsthätigkeit zu erwecken und Mitarbeiter heranzuziehen. Deshalb hat er nicht, wie er angekündigt, eine Zeitschrift ins Leben gerufen, und in den achtzehn Versammlungen, die im Laufe von vier Jahren gehalten worden sind,|haben außer ihm nur noch zwei Mitglieder einmal vorgetragen. Zeitschrift und Regelmäßigkeit der Zusammenkünfte erhielt der Verein erst durch seinen zweiten Vorsitzenden, Röpell. Dagegen arbeitete St. selbst eifrig weiter. Er wollte nun eine Geschichte Schlesiens in drei Bänden schreiben und vollendete den ersten, der bis 1355 reicht, schon 1853. Nachdem er die äußere Geschichte bis dahin behandelt, ging er auf die innere sehr ausführlich über, und er bringt einen außerordentlich reichen Stoff in klarer und wohlgeordneter Weise zur Darstellung. Dann bereitete er das Gründungsbuch des Klosters Heinrichau für den Druck vor, indem er es zugleich nicht allein erläuterte, sondern auch ergänzte. Eine musterhafte Leistung und eine hochwichtige Gabe; „denn wir haben kein schlesisches Geschichtswerk“, heißt es am Schlusse der Vorrede, „das uns so völlig mitten in die Zeit versetzte, wo die Verfasser lebten, und die damalige Denk- und Handlungsweise der verschiedenen Classen der Bewohner und ihre Verhältnisse darlegte“. Die Vorrede ist vom 6. December 1853. St. arbeitete dann noch an dem Verzeichnisse, doch bevor es ganz fertig war, traf ihn nach einem ruhig und heiter im Familienkreise verlebten Abend am 2. Januar 1854 ein Schlaganfall, der seinem Dasein in wenigen Minuten leicht und schmerzlos ein Ende machte. So erschien das Gründungsbuch erst nach seinem Tode, und was die preußische Geschichte betrifft, so ward er mitten in der Arbeit abgerufen. Er hatte mit dem vierten Bande nicht eher hervortreten wollen, als bis Ranke's Neun Bücher preußischer Geschichte veröffentlicht wären; denn hier waren manche neue Aufschlüsse zu erwarten, da dem Verfasser das Geheime Staatsarchiv geöffnet worden war, und St. hat davon auch oft Gebrauch gemacht. Der vierte Band erschien 1851; der fünfte sollte bis zum Tode Friedrich's des Großen gehen, aber St. kam nur bis zum Ende des siebenjährigen Krieges ohne die Friedensunterhandlungen, aber was er fertig gebracht hatte, ward ebenfalls noch 1854 in die Welt geschickt. So blieben sowol die schlesische als die preußische Geschichte unvollendet, und ebenso wurden längst gefaßte wichtige Pläne nicht ausgeführt, wie die Urkundensammlung über schlesisches Staats- und Territorialrecht und die Regesten aller schlesischen Urkunden bis zum Jahre 1355. Aber was St. gethan, ist bedeutend und sichert ihm ein dauerndes Andenken. Besonders die Schlesier sind ihm verpflichtet und erkennen dies lebhaft an. Der von ihm gegründete Verein hat ihm auf dem Friedhofe, wo er ruht, 1854 einen Denkstein setzen lassen. In der Versammlung, die im März 1892 gehalten wurde, bildete seine Wirksamkeit den Gegenstand des Vortrags, und am 21. März 1892, dem hundertjährigen Geburtstage Stenzel's, besuchte der Vorstand sein Grab und schmückte es mit einem Lorbeerkranze.

    • Literatur

      Nowack, Schlesisches Schriftsteller-Lexikon, Heft 1. — Markgraf, G. A. H. Stenzel's Wirksamkeit u. Bedeutung für die schlesische Geschichtsschreibung in d. Zeitschrift f. Gesch. u. Alterthum Schlesiens XXVI, 395 ff. — Eigene Kenntniß.

  • Autor/in

    E. Reimann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Reimann, Eduard, "Stenzel, Gustav Adolf Harald" in: Allgemeine Deutsche Biographie 36 (1893), S. 53-57 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117272183.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA