Lebensdaten
1756 bis 1847
Beruf/Funktion
bayerischer Diplomat
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119139952 | OGND | VIAF: 77119058
Namensvarianten
  • Cettis, Anton de
  • Cetto, Anton Freiherr von
  • Cettis, Anton de
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Zitierweise

Cetto, Anton Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119139952.html [01.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. (ursprünglich de Cettis) stammt aus Ticerio b. Laglio/Comersee u. kam mit C.s Gvv nach Zweibrücken;
    V Franz Ant. (1722–89), Kaufm., Bankier u. hzgl. Agent in Zweibrücken u. München, S des Antonio Maria, Bürger (1721), Kaufm. u. Stadtrat in Zweibrücken, u. der Anna Maria Traize;
    M Elis. (1728–62), T des Henri Bogard, Kaufm., Bgm. v. Saarlouis, u. der Cath. Stoß;
    1) Paris 1784 Anne Marie (1767–1810), T des Bankiers (?) u. Parlamentsrats Hubert Martin Cazin u. der Henr. Françoise Duhamel, 2) Paris 1811 Ariane (Maria Anna Adelaide [1785–1857]), T des Wilh. Frhr. v. Zweibrücken, Gf. v. Forbach (S Hzg. Christians IV. v. Pfalz-Zweibrücken [1722–75], s. NDB III) u. der Adelaide Louise Martine Comtesse de Polstron;
    S aus 1) Aug. (1794–1879), bayerischer Gesandter in London u. Wien, 2 S, 2 T aus 2);
    E Ant. (1835–1906), bayerischer Gesandter beim Hl. Stuhl.

  • Leben

    1796-99 war C. pfalz-zweibrückischer Geschäftsträger in Paris und erhielt nach Übernahme der Regierung durch Kurfürst Max IV. die Stellung des (kurpfalz-) bayerischen Gesandten in Paris, die er mit einigen kriegsbedingten Unterbrechungen bis 1813 innehatte. Er war ein hervorragender Kenner der Pariser Verhältnisse und hat sich mit Geschick bei allen Schwierigkeiten bewährt. Von besonderer Bedeutung wurde sein Einfluß auf den Abschluß des Rheinbundes 1806. Von der Gefahr überzeugt, daß eine längere Weigerung der süddeutschen Staaten nur die mediatisierten kleinen Fürstentümer begünstigen würde, überwand er alle Bedenken seiner Kollegen und unterschrieb - ohne dazu autorisiert zu sein - die Rheinbundakte, der sich daraufhin die anderen nicht mehr entziehen konnten. Er rechtfertigte sein Verhalten gegen heftige Angriffe (besonders Gravenreuths), indem er darauf hinwies, daß das französische Kaisertum nur auf Napoleon abgestellt sei und daher nicht von allzu langer Dauer sein könne. Er hat mit seiner Geringschätzung der praktischen|Bedeutung dieses Bundes Recht behalten, wenn er auch in den folgenden Jahren oft gegen Montgelas' Absichten die Gesandten der anderen Rheinbundstaaten unter seiner Führung in Paris zusammenfaßte und so die Führerstellung Bayerns gegenüber Dalberg betonte. 1813 zurückgerufen, kam er 1815 in den außenpolitischen Ausschuß, wo er dem Deutschen Bund keine längere Lebensdauer als dem Rheinbund versprach und mit dieser an die Öffentlichkeit gedrungenen Ansicht unangenehmes Aufsehen in Preußen erregte. Der Versuch Montgelas', ihn wieder nach Paris zu schicken, scheiterte am Widerspruch des Königs. Kurz vor dem Sturz Montgelas' 1817 wurde er Staatsrat, trat aber nicht mehr hervor. C. war der unbedingteste Vertreter einer bayerisch-französischen Freundschaft. Neben F. G. Graf Bray und A. Graf Rechberg war er der bedeutendste bayerische Diplomat seiner Zeit und hat durch sein selbständiges Auftreten in Paris einen großen Einfluß auf die Geschicke Bayerns, besonders auf die verschiedenen territorialen Veränderungen, gehabt.

  • Literatur

    Th. Bitterauf, Die Gründung d. Rheinbundes u. d. Untergang d. alten Reiches, 1905;
    H. K. v. Zwehl, Bayern 1805, 1937;
    GHdA Bayern I, 1950.

  • Autor/in

    Karl Otmar Freiherr von Aretin
  • Empfohlene Zitierweise

    Aretin, Karl Otmar Freiherr von, "Cetto, Anton Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 185 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119139952.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA