Lebensdaten
1600 - 1667
Sterbeort
Liegnitz
Beruf/Funktion
Hofrichter ; Liegnitzer Landeshauptmann ; Erbauungsschriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 12348796X | OGND | VIAF: 77223437
Namensvarianten
  • Schweinitz, David von
  • Schweinitz, David
  • Schwenz, David
  • mehr

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Zitierweise

Schweinitz, David von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12348796X.html [18.06.2021].

CC0

  • Leben

    Schweinitz: David v. S., dem alten Adelsgeschlechte derer v. S. entstammend, ward am 23. Mai 1600 als Sohn des Christoph v. S. auf dem alten Stammschlosse der Familie zu Seifersdorf in Schlesien geboren. Nachdem er die Schulen zu Schweidnitz (1612) und Liegnitz (1614), schließlich auch das Gymnasium zu St. Elisabeth in Breslau besucht hatte, bezog er 1618 die Universität Heidelberg, um Jurisprudenz und Staatswissenschaften zu studiren, und wurde noch während seiner Studienzeit als außerordentlicher Hofjunker an den kurpfälzischen Hof gezogen. 1620 begab er sich zur Beendigung seiner Studien nach Groningen, besuchte im folgenden Jahre Seeland, Frankreich und England und war eben im Begriff, seine Reisen im nördlichen Frankreich fortzusetzen, als die Nachricht vom Tode seines Vaters ihn in die Heimath rief. Hier wurde er vom Herzog Georg Rudolf von Liegnitz 1622 zum fürstl. Hof- und Kammerjunker, 1628 zum fürstl. Rath im Regierungscollegium ernannt. Nachdem S. in dieser Stellung u. a. auch seine diplomatischen Talente bewiesen hatte, wurde er 1631 durch die Uebertragung der Landeshauptmannschaft des Fürstenthums Wohlau ausgezeichnet, mußte indessen schon 1633 wegen der Kriegswirren mit seinem Landesherrn seinen Wirkungskreis verlassen und in Polen und Preußen Zuflucht suchen. Mehrfach bot sich in dieser Zeit des Exils für S. Gelegenheit, mit dem polnischen und brandenburgischen Hofe in Beziehung zu treten. Erst nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges (1650) kehrte S. nach Schlesien zurück, erhielt 1651 das Hofrichteramt im Fürstenthum Liegnitz und wurde nach dem 1653 erfolgten Tode des Herzogs Georg Rudolf von den drei Neffen desselben Georg, Ludwig und Christian, Herzögen zu Liegnitz, Brieg und Wohlau, zum Rath in den einstweilen vereinigten drei Fürstenthümern ernannt. Nach der Theilung der Erblande berief ihn Herzog Ludwig, dem das Fürstenthum Liegnitz durch das Loos zugefallen war, zu seinem Regierungsrath und Hofrichter, 1657 zum Landeshauptmann, ein Amt, das er auch nach dem Tode Ludwig's unter Herzog Christian (von 1665 an) bis an sein Ende bekleidete. S. starb am 27. März 1667. — S. war zweimal vermählt gewesen. Aus der zweiten 1629 geschlossenen Ehe — die erste war kinderlos gewesen — stammten 12 Kinder, von denen aber nur ein Sohn und sechs Töchter den Vater überlebten.

    S. war Zeit seines Lebens ein von tiefer Frömmigkeit erfüllter evangelischer Christ und hat dieser ihn allzeit beherrschenden religiösen Stimmung in einer Reihe frommer — theils poetischer, theils prosaischer — Werke Ausdruck gegeben, die ihm seiner Zeit in der erbaulichen Litteratur einen Namen gemacht haben. Seine „Evangelischen Todesgedanken“ insbesondere waren ein viel gelesenes, oft aufgelegtes, auch ins Französische übersetztes Erbauungsbuch; von seinen zahlreichen geistlichen Liedern, die keine tiefere Poetische Kraft, aber inniges Gottvertrauen und wohlthuende Wärme der Empfindung verrathen, haben einzelne — allerdings wohl nur vorübergehend — Eingang in fremde Gesangbücher gefunden. Seine wichtigeren erbaulichen Werke sind: „Soliloqvia de examine conscientiae s. vera poenitentia oder gute Gedanken von Prüfung des Gewissens oder wahrer Buße“ 1626; „Penta-Decas Fidium Cordialium, das ist: Geistliche Hertzensharffe von fünffmahl zehen Seiten / Allen Liebhabern der Geistlichen Musika zu spielen präsentiret“. Dantzigk 1640; „Die kleine Bibel / Das ist / Summarien / Über die H. Bibel / so wol derer Historischen Texte / alß der vornembsten Lehren vnd Vermahnungen / jedwedern Capittels. In deutsche Vers gebracht.“ Dantzigk 1647; „Evangelische Todes-Gedancken, das ist: Vorbereitung eines Christlichen Lebens zum seligen Sterben, Aus den Sonn- und Festtäglichen Evangelien und Episteln abgefasset.“ Breßlau 1663 u. ö. — Ueberdies schrieb S. eine „Genealogia. Derer von Schweinitz / Vor der Zeit vom Swentze Genennet. Dabey Ein Kurtzer Discours Von dem Alten und Schlesischen Adel: Zu Ehren-Gedächtnüß Seines Geschlechts und Befreundeten: Auß den alten Uhrkunden Zusammengetragen.“ Lignitz 1661.

  • Autor/in

    M. Hippe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hippe, Max, "Schweinitz, David von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 33 (1891), S. 362-363 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12348796X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA