Lebensdaten
1750 – 1800
Geburtsort
Wattwil (Kanton Sankt Gallen)
Sterbeort
Altstätten (Kanton Sankt Gallen)
Beruf/Funktion
Dichter ; Statthalter ; Lyriker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 122403339 | OGND | VIAF: 34500747
Namensvarianten
  • Altdorfer, J. J. (Pseudonym)
  • Altdorfer, Johann Jakob (Pseudonym)
  • Ambühl, Johann Ludwig
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Objekt/Werk(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Am Bühl, Johann Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122403339.html [16.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Hans Jakob Am Bühl (1699–1773), Lehrer und Sammler historischer Schriften in Wattwil.

  • Biographie

    A. bildete sich als Autodidakt und wurde als Nachfolger seines Vaters Lehrer in Wattwil. Literarische Anregung empfing er in der „Toggenburgischen moralischen Gesellschaft“, der auch U. Bräker angehörte, mit dem A. befreundet war. 1782 wurde A. Hauslehrer der Stieftochter des J. L. Custer in Rheineck. Mit seinem Zögling reiste er 1786 nach Straßburg, 1788 nach Genf. 1790 begleitete er seinen Brotherrn auf einer Reise nach Italien. Seit 1796 weilte A. in Altstätten. In der Zeit der Helvetik war er Distriktstatthalter im Oberrheintal. Als Dichter steht A. stark unter dem Einfluß der Sturm- und Drang- Bewegung, zumal des jungen Goethe. Seine Werke sind großenteils von vaterländisch-freiheitlichem Gefühl getragen. Die Gedichte sind unkonventionell und echt empfunden; die in shakespearisierender Technik verfaßten Dramen, von denen nur „Wilhelm Teil“ aufgeführt wurde, beweisen eine gewisse volkhafte Kraft.

  • Werke

    Neue Schweizerlieder, Bern 1770; Der Schweizerbund, Schauspiel, Zürich 1779;
    Angelina, Schauspiel, Zürich 1780;
    Die Brieftasche aus d. Alpen (Gedichte, Erzählungen, Betrachtungen), 4 Lieferungen, Zürich 1780–85;
    Die Mordnacht in Zürich, Schauspiel, Zürich 1781;
    Hans v. Schwaben od. Kaiser Albrechts Tod, Schauspiel, St. Gallen 1783;
    Wilhelm Teil, eine Preisschr., Schauspiel, Zürich 1792;
    Gedichte, nebst Biogr. v. G. Grob, 1803 (P, W).

  • Literatur

    ADB I;
    G. Grob (s. W);
    H. Schnorf, Sturm u. Drang in d. Schweiz, 1914, S. 220, 257 u. ö.;
    E. Ermatinger, Dichtung u. Geistesleben d. dt. Schweiz, 1933, S. 469;
    S. Voellmy, J. L. A., in: Toggenburger Heimat-Jb., 1950 (P);
    HBLS I, 1921 (P);
    Goedeke XII, 1929, S. 166 (L);
    Kosch, Lit.-Lex. I.

  • Autor/in

    Alfred Zäch
  • Zitierweise

    Zäch, Alfred, "Am Bühl, Johann Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 244 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122403339.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Ambühl: Joh. Ludwig A., Dichter, geb. 13. Febr. 1750 zu Wattenwyl, Sohn des dortigen Schulmeisters, dem er 1773 im Amte folgte; seit 1782 war er Hauslehrer in Rheineck, und mit seinem Zöglinge (einem Mädchen) oder dem Vater auf Reisen in Italien; 1796 zog er nach Altstätten im Rheinthal, war während der Schweizer Revolution Unterstatthalter des Ober-Rheinthals und starb am 22. April 1800. Außer den patriotischen Schauspielen: „Der Schweizer-Bund“ Zürich 1779, „Die Mordnacht von Zürich“ (Zürich 1781), „Hans von Schwaben oder Kaiser Albrechts Tod“ (St.-Gallen 1784) und dem „Wilhelm Tell“ (Zürich 1791), dichtete er unter dem Namen J. J. Altdorfer: „Neue Schweizerlieder nebst einigen andern Gedichten“ (Bern 1776). Seine Gedichte, von denen die beliebtesten schon in der von ihm herausgegebenen „Brieftasche aus den Alpen“ (Zürich u. St.-Gallen 1780—85, 4 Hefte 8°) gestanden, gab Gregor Grob nach seinem Tode mit einer Biographie heraus (St.-Gallen und Leipzig 1803). Ebenfalls erst nach seinem Tode erschien seine „Geschichte des Rheinthals nebst topogr. stat. Beschreibung dieses Landes.“ St.-Gallen 1805.

  • Autor/in

    Goedeke.
  • Zitierweise

    Goedeke, Karl, "Am Bühl, Johann Ludwig" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 392 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122403339.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA