Lebensdaten
1800 bis 1875
Beruf/Funktion
reformierter Theologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 117024341 | OGND | VIAF: 3535157342842310100003
Namensvarianten
  • Schrader, Johann Heinrich Ludolf
  • Schrader, Johann H.
  • Schrader, Johann Heinrich Ludolph

Quellen(nachweise)

Zitierweise

Schrader, Johann Heinrich Ludolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117024341.html [24.09.2020].

CC0

  • Leben

    Schrader: Johann Heinrich Ludolf S., reformirter Geistlicher, geboren am 12. Juli 1800 zu Gifhorn a. d. Aller (Hannover), am 11. Januar 1875 zu Frankfurt a. M. Sein Vater, der Rector einer städtischen Knabenschule war, ertheilte ihm den ersten Unterricht, später besuchte er das Gymnasium zu Blankenburg i. H. Von Ostern 1818 bis Herbst 1820 studirte er zu Göttingen, wo er besonders den beiden Planck viel Anregung verdankte. Nachdem er sein erstes Examen zu Hannover bestanden hatte, war er 1820—23 in seiner Vaterstadt|als Lehrer thätig und nahm dann eine Stellung als Hauslehrer in Frankfurt an, wo er auch im Predigen sich übte. Im Sommer 1825 machte er sein zweites Examen und wurde 1828 zu Göttingen ordinirt. In demselben Jahre wurde er zweiter Prediger und Gefängnißgeistlicher zu Moringen bei Göttingen, wo er 1830 nach dem Tode von Pfarrer Spieß einen Ruf an die deutsche reformirte Gemeinde in Frankfurt erhielt, zu der er schon früher in Beziehungen getreten war. Obwohl von Haus aus der lutherischen Kirche angehörig, trug er doch kein Bedenken, das angetragene Amt anzunehmen, da er auf dem Standpunkt der Union stand. Nach der Emeritirung seines Amtsbruders Zimmer wurde er 1852 Consistorialrath. Außerdem war er von 1849—1866 Garnisonpfarrer für die in Frankfurt liegenden preußischen Truppentheile. Um den Gustav-Adolf-Verein hat er als Mitgründer und langjähriges Mitglied des Centralvorstandes sich verdient gemacht, auch die Bestrebungen der inneren Mission in Frankfurt fanden an ihm einen willigen Förderer. Im J. 1845 erschien von Schrader eine Sammlung Predigten auf alle Sonn- und Festtage des Kirchenjahres: „Zeugnisse aus dem Worte Gottes für das Leben“, Frankfurt, Sauerländer, 2 Bände, die in schlichter, herzandringender Sprache abgefaßt sind und in denen eine vermittelnde Richtung, entsprechend seinem irenischen Wesen, sich überall kundgibt. In mehreren Sammelwerken und Zeitschriften begegnet uns seine Name, außerdem sind viele Einzelpredigten von ihm veröffentlicht worden, besonders auf Anlaß von Zeitereignissen, bei denen er den rechten Ton zu treffen wußte (bei der Trauerfeier von Franz I. 1835, beim Brand von Hamburg 1842, bei der deutschkatholischen Bewegung 1845 u. s. f.). Am Grabe des von seiner Gemeinde hochgeschätzten Mannes sprach Herr Consistorialrath Ehlers, dessen Rede ein hier benutzter Nekrolog beigefügt ist.

  • Autor/in

    H. Dechent.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dechent, Hermann, "Schrader, Johann Heinrich Ludolf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 32 (1891), S. 432-433 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117024341.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA