Lebensdaten
1628 bis 1665
Geburtsort
Scharditz (Böhmen)
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 121397963 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Capricornus, Samuel Friedrich
  • Bockshorn, Samuel
  • Capricornus, Samuel
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Capricornus, Samuel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121397963.html [20.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus deutschem Pfarrhause in Böhmen;
    V Georg ( vor 1643), ev. Pfarrer;
    M Anna;
    Preßburg 1651 Anna Elis., T des Elias Knogler, Superintendent zu Kaschau (Oberungarn), u. der Anna Maria Böckler;
    4 K, u. a. Samuel, Hofmusiker zu Ansbach.

  • Leben

    C. verlor durch den Großen Krieg schon als Kind die Heimat, da die Eltern um ihres Glaubens willen das Land verlassen und als „Exulanten“ unter mißlichen Verhältnissen in Ungarn leben mußten. Zur Ergänzung seiner Ausbildung zog C. in die Fremde, so 1643 nach Schlesien, 1646 unter anderem in die Reichsstädte Straßburg und Reutlingen; an letzterem Ort scheint er schon Schuldienst ausgeübt zu|haben. Immer stärker trat das musikalische Interesse in den Vordergrund, so daß er schließlich 1649 nach Wien ging, wo er durch Berührung mit der kaiserlichen Hofkapelle und deren Komponisten Antonio Bertali und Pier Francesco Valentini seine praktischen Erfahrungen abrundete. Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Preßburg, dem Wohnort seiner Mutter, zurück, wurde dort zunächst Hauslehrer bei dem Arzt Dr. Wilhelm Rayger und endlich 1651 Musikdirektor an der Dreifaltigkeitskirche sowie Praeceptor classicus am Gymnasium. Nach einem Jahr gab er die Lehrtätigkeit auf, um sich ganz der Musik zu widmen, besonders auch der Komposition, so daß schon 1655 eine größere Werksammlung im Druck erschien. Anläßlich des Preßburger Landtags 1656 wurde er mit dem württembergischen Oberrat Dr. Müller bekannt, was schließlich zu seiner Bestallung zum Hofkapellmeister in Stuttgart führte (1657). Trotz mancherlei Musikerintrigen war die Tätigkeit hier, auch kompositorisch, sehr fruchtbar. - Zahlreiche Werkdrucke, weite Verbreitung derselben, sowie anerkennende Äußerungen führender Meister wie Heinrich Schütz und Giacomo Carissimi bestätigen die hohe Schätzung bei Zeitgenossen. Obwohl viele Werke verloren und die erhaltenen keineswegs alle erschlossen sind, hat man heute doch mit Recht den Eindruck, daß C. einer der wichtigsten evangelischen Musiker Süddeutschlands der Epoche nach dem 30jährigen Krieg gewesen ist. Das geistliche kantatenähnliche Konzert mit wenig Singstimmen und gleichberechtigten Instrumenten war seine bevorzugte Schaffensprovinz; daneben sind aber auch weltliche Vokal- sowie reine Instrumentalwerke erhalten, die dramatischen Werke (bis auf Textbücher) jedoch verloren.

  • Werke

    Opus musicum, Nürnberg 1655;
    Geistl. Concerte, 2 T., Stuttgart 1658/65;
    Geistl. Harmonien, 3 T., Nürnberg 1659, 1660, 1664;
    Jubilus Bernardi, ebenda 1660;
    Zwey Lieder v. d. Leyden u. Tode Jesu, ebenda 1660;
    Theatrum musicum. 2 T., Würzburg 1659/69;
    Sonaten u. Canzonen, 1660;
    Scelta musicale à la prima opera d'excellenti Motetti, Frankfurt 1669 (Ausw. aus Opus musicum?);
    Opus aureum missarum, ebenda 1670;
    Neu angestimmte u. erfreul. Tafelmusik in allerhand lustigen Harmonyen … auch sonst kurzweil. Liedern, 2 T., ebenda 1670/71;
    zahlr. hs. Kurzmessen, geistl. Konzerte bzw. Kantaten, Orgelwerke etc.; zu szen. od. getanzter Wiedergabe bestimmt:
    Ballett d. Natur, 1660, Raptus Proserpinae 1662 (nur d. gedr. Textbücher erhalten); weitere W nur aus alten Verz. bekannt.

  • Literatur

    ADB II u. III (unter Bockshorn);
    St. Buchner, S. F. C., Sein Leben u. seine Werke, Diss. München 1922 (Auszug gedr. 1923);
    J. Bachmair, in: Zs.f. Musikwiss. 13, 1930/31, S. 45 f. (Qu.);
    Eitner II;
    Heyd II, IV;
    E. Noack, in: MGG (ausführl. W-Verz., L).

  • Portraits

    Kupf. v. Phil. Kilian, 1659, Abb. u. a. in: Lpr. v. J. J. Müller, Stuttgart 1665 (1 Exemplar in Tübingen).

  • Autor/in

    Georg Reichert
  • Empfohlene Zitierweise

    Reichert, Georg, "Capricornus, Samuel" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 133 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121397963.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bockshorn: Samuel B., genannt Capricornus, fleißiger und angesehener Componist des 17. Jahrhunderts, geb. 1629, zuerst Musikdirector an der Dreifaltigkeitskirche zu Preßburg, darauf seit 1657 herzogl. würtembergischer Capellmeister zu Stuttgart, gestorben in oder noch vor dem Jahre 1669. Gedruckt sind von ihm: „Opus musicum 1—8 voc. concert. et var. instr. adjuncto choro plen. seu in rip.“, 1655: „Geistl. Harmon. 3 voc. mit Instr.“, I. 1659, II. 1660, III. 1664; „Jubilus Bernliardi in 24 part. distrib., 5 voc. conc., 5 rip., 4 viol.“, 1660; „Raptus Proserpinae“, 1662 (Oper oder Cantate); „Scelta music. o la 1ma. op. d' eccell. Notetti“, 1664; „Sacrae Cant. 3 voc. 4 instr. ad lib. quae aperuit ac vitae suae Epilogo clausit 8. Capricornus“ etc. 1669; „Neu angestimmte und erfreuliche Tafel-Musik 2—5 voc. BC“, 1670 (op. posth.); „Continurte etc. Tafel-Musik“, 1671; „Opus aureum Missarum 6. 10. 12 voc.“, 1670 „Sonus redactus c. B. ad Org.“, 1670; „Theatri musici P. I auctior et correctior“, 1670 (1. Ausg. unbekannt); „Sonate, Capricci, Allemande“ etc., 1708; „2 Lieder vom Leiden und Tode Jesu, in 6 Stücken, 2 voc. 4 instr.“ Einige Manuscripte im Breitkopf'schen Verzeichniß (Motette „O quanti labores") und in Berlin.

  • Autor/in

    v. Dommer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dommer, Arrey von; Jacobsthal, "Capricornus, Samuel" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 792 unter Bockshorn [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121397963.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Capricornus: Samuel C. (latinisirter Name von Bockshorn), geb. 1629, kurz vor 1670. Er war erst Musikdirector an der Dreifaltigkeitskirche in Prag und dann seit 1657 würtembergischer Hofcapellmeister in Stuttgart. Demgemäß ist er sowol auf geistlichem wie auf weltlichem Gebiete thätig gewesen. Und wie die meisten seiner Zeit hat auch C. sich besonders der Instrumentalmusik wie der von Instrumenten begleiteten Vocalmusik zugewandt, hingegen die reine Vocalmusik vernachlässigt, welche von der im 16. Jahrhundert erreichten Höhe bereits seit der ersten Hälfte des folgenden Jahrhunderts herabsinkt. Im Druck erschienen sind folgende Werke von ihm: „Opus musicum 4—8 vocibus concertantibus et instrumentis variis, adjuncto choro pleniori sive in ripieno“, Nürnberg 1655. — „Geistliche Harmonien von drei Stimmen und beigefügten Instrumenten“, Stuttgart 1659. 1660. 1664. — „Opus aureum Missarum 2. 3. 4. 5. 6. 8. 12 vocum“, Frankfurt 1670 (als posthumes Werk erschienen). — „Scelta musicale, o la prima opera d'eccellenti motetti“. — „Sonates, Caprices, Allemandes, Courantes, Sarabandes etc.“, Vienne 1708. — „Theatri musici pars I auctior et correctior“, Würzburg 1670. — „Neu angestimmte und erfreuliche Tafelmusik mit 2, 3 und 5 Vocalstimmen und Basso continuo“, Frankfurt 1670. — „Continuirte neuangestimmte und erfreuliche Tafelmusik“, Dillingen 1671. — „Zwei Lieder von dem Leiden und Tode Jesu, in 6 Stücke getheilt, mit 2 Stimmen und 4 Violinen“, Nürnberg. — „Jubilus Bernhardi in XXIV partes distributus; von 5 concertirenden und ebensoviel singenden Ripienstimmen, nebst 4 Violen“, Nürnberg 1660. — „Raptus Proserpinae“, Stuttgart 1662.

  • Autor/in

    Jacobsthal.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dommer, Arrey von; Jacobsthal, "Capricornus, Samuel" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 777 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121397963.html#adb2content

    CC-BY-NC-SA