Lebensdaten
1842 bis 1925
Geburtsort
Alexkehmen (Ostpreußen)
Sterbeort
Jena
Beruf/Funktion
Indologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118977083 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cappeller, Carl
  • Cappeler, C.
  • Cappeller, C.
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Zitierweise

Cappeller, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118977083.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Vorfahren Salzburger Emigranten (1732);
    V Wilh. (1817–96), Gutsbesitzer;
    M Amalie Knochenhauer (1820–96);
    1889 Anna Lengning;
    3 S.

  • Leben

    C. studierte 1860-64 in Berlin zunächst klassische Philologie und dann Sanskrit bei F. Bopp und A. Weber. 1868 promovierte er in Leipzig mit der Dissertation „Observationes ad Kālidāsae Mālavikāgnimitram“, habilitierte sich 1872 in Jena als Privatdozent für Sanskrit auf Grund der Abhandlung „Die Ganachandas, Ein Beitrag zur indischen Metrik“ (1872) und wurde 1875 daselbst zum außerordentlichen Professor ernannt. In der Hauptsache widmete er sich der Bearbeitung der klassischen Literatur der Inder, studierte ihre Theorien der Poetik und kollationierte eine Reihe von Handschriften in Paris, London und Oxford. Als Ergebnis dieser Tätigkeit erschienen seine von R. Pischel angeregte Erstausgabe von Vāmana's „Lehrbuch der Poetik“ (1875) sowie dessen deutsche Teilbearbeitung unter dem Titel „Vāmana's Stilregeln“ (1885), ferner von Werken der indischen Klassik: Eine Ausgabe von Har- ṣadeva's Drama „Ratnāvalī“, in der 2. und 3. Ausgabe von O. von Böhtlingks Chrestomathie (1877, 1909), eine autographierte Wiedergabe der Possen „Dhūrtasamāgama“ und „Hāsyārṇava“ (1885), die Erstausgabe von Rājaśekhara's Drama „Pracaṇḍapāṇḍavākhyanāṭaka“ (1885) und die vorzügliche Ausgabe von „Kālidāsa's Šakuntalā (kürzere Fassung)“ (1909). Auf dem Gebiet der indischen Kunstdichtung (kāvya) sind zu nennen: „Bhāravi's poem Kirātārjunīya … translated into German and explained“ (Harvard Oriental Series 15, 1912) und „Bālamāgha, Māgha's Śiśupālavadha im Auszuge bearbeitet“ (1915). Der klassisch-indische, insbesondere der dramatischen Dichtung sind auch seine Beiträge in den Festschriften für O. von Böhtlingk (1888), A. Weber (1896), H. Kern (1913), E. Windisch (1914) und E. Kuhn (1916) gewidmet.

    Das klassische Sanskrit beherrschte er so vollständig, daß er eine Reihe „deutscher Dichterworte und griechischer Strophen“ in metrischer Form wiederzugeben vermochte, erstere unter dem Titel „Subhāṣitamālikā, eine Auswahl von Sprüchen deutscher Dichter in Sanskrit nachgebildet“ 1902, letztere unter dem Titel „Yavanaśatakam, 100 Sanskritstrophen nach griechischen Dichtern“ (1903). Besondere Verdienste um die Förderung der Sanskritstudien erwarb er sich durch seine beiden handlichen Wörterbücher.

  • Werke

    Weitere W Sanskrit-Wb. nach d. Petersburger Wbb., 1887;
    A Sanskrit-English Dict., erw. engl. Fassung, 1891; Überss.:
    F. M. Müller, Indien in seiner weltgesch. Bedeutung, 1884;
    Açvaghosha, Buddhas Wandel, 1922;
    Litau. Märchen u. Geschichten, 1924.

  • Literatur

    E. Windisch, Gesch. d. Sanskritphilol. u. ind. Altertumskde., Straßburg 1917/20, S. 381 f.;
    Ch. Krollmann, in: Altpreuß. Biogr. I, 1941;
    Winkler Prins Enc. V, Amsterdam 1949.

  • Autor/in

    Willibald Kirfel
  • Empfohlene Zitierweise

    Kirfel, Willibald, "Cappeller, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 133 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118977083.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA