Saalfeld, Friedrich

Lebensdaten
1785 – 1834
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Korb bei Cannstatt (Württemberg)
Beruf/Funktion
Historiker ; Nationalökonom ; Jurist ; Nationalökonom ; Schriftsteller ; Philosoph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11671297X | OGND | VIAF: 56856898
Namensvarianten

  • Saalfeld, Friedrich Jakob Christoph
  • Saalfeld, Friedrich
  • Saalfeld, Friedrich Jakob Christoph
  • Saalfeld, Jakob Christoph Friedrich
  • Saalfeld, Jakob C.
  • Saalfeld, F. R.
  • Saalfeld, Fridericus
  • Saalfeld, Friederich
  • Saalfeld, Friedrich J.
  • Saalfeld, Frédéric
  • Saalfeld, Jacob Christoph Friedrich
  • Saalfeld, Johann Christian Friedrich
  • Saalfeld, Johann C.
  • Saalfeld, Friedrich Jakob Christof
  • Saalfeld, Jacob C.

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Zitierweise

Saalfeld, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11671297X.html [22.01.2026].

CC0

  • Saalfeld, Friedrich Jakob Christoph

    Historiker, * 20.8.1785 Hannover, 22.12.1834 Korb bei Cannstatt (Württemberg). (evangelisch)

  • Genealogie

    V N. N., Küster an d. Marienkirche in H.;
    M N. N.

  • Biographie

    S. studierte seit 1803 in Göttingen Theologie und Philosophie, wurde hier 1807 als Magister der Philosophie promoviert und habilitierte sich 1808 in Heidelberg. 1809 wechselte er als Privatdozent nach Göttingen, wo er 1811 ao., 1823 o. Professor der Philosophie wurde. 1832 als Vertreter der Stadt Göttingen in den Landtag in Hannover gewählt, zog er sich mit aufsehenerregenden Auftritten, u. a. Sympathieerklärungen für die Göttinger Aufständischen von 1831, das Mißfallen der Regierung und der Universität zu. Vor dem Ende der gegen ihn eingeleiteten Untersuchung wurde er auf seinen Antrag hin mit Pension entlassen und aus Hannover ausgewiesen.

    S. war ein vielseitiger, aber bald in Vergessenheit geratener historischer und staatswissenschaftlicher Schriftsteller. Obwohl er einen Lehrstuhl für Philosophie erhielt, las er nicht über Philosophie, sondern über neueste Geschichte, Nationalökonomie, Statistik, Politik, allgemeines Staatsrecht und Europ. Völkerrecht. Auch wenn seine zahlreichen Arbeiten zu einem beträchtlichen Teil nur als Kompilationen gelten können, behandelte S. auch bisher noch nicht bearbeitete Themen und Stoffe, außerdem führte er bedeutende Werke wie Pütters Gelehrtengeschichte der Univ. Göttingen weiter, deren 3. Teil (1820) von ihm stammt. Auf wissenschaftlich noch kaum bearbeitetes Gebiet begab S. sich mit Darstellungen der europ. Kolonialgeschichte; sie zeigen ihn auf der Linie seines Lehrers Arnold Heeren (1760–1842). Neuartig auch im franz. Schrifttum sind ein nicht vollendetes, methodisch an die zahlreichen systematischen Darstellungen des untergegangenen dt. Reichsstaatsrechts sich anlehnendes „Staatsrecht von Frankreich“ (2 Bde., 1810/14) und ein „Handbuch des westfäl. Staatsrechts“ (1812). Ersteres Werk beruht wesentlich auf einer eigenen, gleichfalls neuartigen Quellensammlung, gegliedert nach Verfassungs- und Verwaltungsrecht: „Recueil historique des lois constitutionelles et des réglements generaux d'administration, publiés en France depuis le commencement de la revolution jusqu'à present“ (1809/10); die zu übertrieben als Handbuch bezeichnete Arbeit über das öffentliche Recht des Napoleonidenstaates Westphalen, die einzige Darstellung des Staatsrechts eines Rheinbundstaates, konnte bei dessen Kurzlebigkeit nur ein Skelett sein. Einem älteren völkerrechtlichen Grundriß (1816) folgte 1833 noch ein „Handbuch des positiven Völkerrechts“, ein hinter Johann Ludwig Klübers „Europ. Völkerrecht“ (1821/22) nicht zurückstehendes Werk.

  • Werke

    Weitere W Gesch. d. portugies. Kolonialwesens in Ostindien, 1810;
    Gesch. d. holländ. Kolonialwesens, 2 T., 1812/13;
    Essai sur l'importance commerciale de trois villes libres anseatiques, 1810;
    Allg. Gesch. d. neuesten Zeil, seit d. Anfange d. franz. Rev., 4 Bde., 1815-21;
    Gesch. Napoleon Buonapartes, 1815, 2 T., ²1816/17.

  • Literatur

    ADB 30;
    R. Mohl, Gesch. u. Lit. d. Staatswiss. I, 1855, S. 394, III, 1858, S. 152.

  • Autor/in

    Manfred Friedrich
  • Zitierweise

    Friedrich, Manfred, "Saalfeld, Friedrich Jakob Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 314 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11671297X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA