Lebensdaten
erwähnt 1483 oder 1488
Beruf/Funktion
Bamberger Meistersinger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 103127127 | OGND | VIAF: 17630746
Namensvarianten
  • Rosenstock, Hans
  • Hans, Rosenstock
  • Jean, Rosenstock
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Rosenstock, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd103127127.html [04.03.2024].

CC0

  • Biographie

    Rosenstock: Hans R., Bamberger Localdichter und Meistersinger, ist in den Jahren 1483—1488 mehrmals bezeugt. Er gehörte nicht den oberen Classen seiner Heimathsstadt an und war von Beruf wohl Handwerker: wiederholt ist er durch Schlägereien und andere Vergehen in Conflicte mit den Gerichten Bambergs gerathen und hat auch mit dem Gefängniß unliebsame Bekanntschaft gemacht. Vielleicht infolge einer poetischen Leistung: wenigstens haben wir vom 17. Februar 1488 einen sehr scharfen Erlaß des Domcapitels, der Verbreitung und Vortrag eines neuen Rosenstock’schen Schmähgedichtes auf die Geistlichkeit bei strenger Strafe verbietet. Wie sich R. in diesem verbotenen Liede am Schlusse selbst genannt hat, so thut er's in dem einzigen Gedicht, das unter seinem Namen auf uns gekommen ist. Der Spruch erzählt in Reimparen die Schauermähr von einem Lustmörder, Namens Zerrer, der die Wälder um Bamberg unsicher machte, gibt einen poetischen Steckbrief des Kerls und mahnt männiglich zur Vorsicht. Von Rosenstock's Neigung zum Krakehl verräth sich nichts: trockene Chronistenverse ohne Salz und Reiz. Es liegt nahe, hinter mancher Bamberger Incunabel ähnlichen Inhalts, von der Sprenger's älteste Buchdruckergeschichte von Bamberg meldet, Rosenstock's Autorschaft zu wittern, etwa hinter der „wunderlichen und erschröckenlichen hystori von einem grossen wüttrich genant Dracola wayda“ (1491), hinter dem verbotenen Spottlied auf Albrecht von Sachsen, der sich vergeblich bemüht hatte, seinen Sohn Friedrich zum Coadjutor von Würzburg wählen zu lassen (1494) u. m. Man hat unseren Dichter früher vorschnell mit Rosenplüt identificirt. Der Einfall bedarf keiner Widerlegung.

    • Literatur

      Fastnachtspiele aus dem 15. Jahrh. Hsg. von Keller, Bd. 3 (Bibl. d. Stuttg. litter. Vereins Nr. 30) S. 1348 fg. — Häutle im Anzeiger f. Kunde der deutschen Vorzeit, neue Folge, Jahrg. 24, S. 357—361.

  • Autor/in

    Roethe.
  • Zitierweise

    Roethe, Gustav, "Rosenstock, Hans" in: Allgemeine Deutsche Biographie 29 (1889), S. 232-233 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103127127.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA