Lebensdaten
1832 bis 1876
Geburtsort
Snowidza
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116529997 | OGND | VIAF: 25356029
Namensvarianten
  • Richthofen, Karl Ferdinand Wilhelm Freiherr von
  • Richthofen, Karl Freiherr von
  • Richthofen, Karl Ferdinand Wilhelm Freiherr von
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Zitierweise

Richthofen, Karl Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116529997.html [17.01.2021].

CC0

  • Leben

    Richthofen: Karl Ferdinand Wilhelm Freiherr von R., katholischer Geistlicher, geb. am 31. Januar 1832 auf dem Gute Hertigswalde bei Jauer in Schlesien, am 7. März 1876 in Berlin. Er wurde von einem evangelischen Geistlichen getauft, aber, nachdem sein Vater Karl Ludwig v. R. 1838 zur katholischen Kirche übergetreten war, mit seinen drei Brüdern katholisch erzogen, während die Mutter mit zwei Töchtern evangelisch blieb. Nachdem R. 1844—52 in Breslau das Gymnasium absolvirt hatte, studirte er 1853—57 Forstwissenschaft, zuerst an der Forstakademie zu Neustadt-Eberswalde, dann an der Universität zu Breslau, wo er auch sein Militärdienstjahr absolvirte. Nachdem er das Oberförsterexamen bestanden, entschloß er sich Geistlicher zu werden, studirte 1858—60 zu Breslau Theologie und wurde am 3. September 1862 dort zum Priester geweiht. Er wurde zunächst als Caplan in Lauban, dann in Breslau angestellt, im December 1866 zum Pfarrer in Hohenfriedberg, im October 1872 zum Domcapitular in Breslau ernannt. Im Januar 1873 weigerte er sich eine Adresse des Domcapitels an den Fürstbischof Förster gegen die Maigesetze zu unterschreiben, und wurde darauf im Februar aufgefordert, sich über seine Stellung zu den Vaticanischen Decreten vom Jahre 1870 auszusprechen. Nachdem mehrere Erklärungen als ungenügend bezeichnet worden waren, gab er am 16. März eine Erklärung ab, die den Fürstbischof zufrieden stellte, nahm diese aber in einem Schreiben an den Fürstbischof vom 14. Mai zurück und veröffentlichte zugleich eine ausführlichere Erklärung; eine zweite Erklärung veröffentlichte er Anfangs Juni mit Rücksicht auf Angriffe in der ultramontanen Schlesischen Volkszeitung (Zwei Erklärungen des Breslauer Domherrn K. v. R., 1873). An demselben Tage, an welchem der Fürstbischof die Erklärung von R. erhielt, excommunicirte er denselben. Von der Staatsregierung wurde er in seiner Stellung als Domherr geschützt. Bald darauf schloß sich R. der altkatholischen Gemeinschaft an, predigte einige Male in Breslau (drei Predigten sind einzeln gedruckt), nahm in der Pfingstwoche 1874 an der altkatholischen Synode zu Bonn theil und wurde im August Seelsorger der altkatholischen Gemeinde zu Gleiwitz, hielt auch einige Male in Neisse und an anderen Orten Gottesdienst. Im April 1875 gab er diese Thätigkeit auf; im Mai verzichtete er auch auf seine Domherrnstelle. Er dachte nun einige Zeit daran, sich den Irvingianern anzuschließen, ließ sich aber am 12. December zu Leipzig in die lutherische Kirche aufnehmen. Im Februar 1876 besuchte er seinen Bruder Ferdinand zu Berlin; am 19. verbrannte er sich, am Arbeitstische eingeschlafen, durch die umgestürzte Petroleumlampe; die Brandwunden führten seinen Tod herbei. Er wurde am 11. März zu Hohenfriedberg von dem lutherischen Pfarrer Dr. Besser beerdigt.

    • Literatur

      Karl Freiherr v. Richthofen, früher Domherr in Breslau. Ein Lebensbild aus den kirchlichen Kämpfen der Gegenwart. Nach handschriftlichem Nachlaß und mütterlicher Erinnerung. 1877.

  • Autor/in

    Reusch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Reusch, Heinrich, "Richthofen, Karl Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 28 (1889), S. 501 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116529997.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA