Lebensdaten
um 1658 bis 1735
Geburtsort
Schwaz (Tirol)
Sterbeort
Garsten (Oberösterreich)
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124464564 | OGND | VIAF: 18157805
Namensvarianten
  • Rössl, Johann Karl (?)
  • Reslfeld, Johann Karl von
  • Rössl, Johann Karl (?)
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Zitierweise

Reslfeld, Johann Karl von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124464564.html [26.02.2021].

CC0

  • Leben

    Auf Veranlassung des Abtes von Garsten, Roman Rauscher (1604–83), ging R. nach Steyr, wo ihn der kunstsinnige Frhr. Johann Baptist v. Riesenfeld förderte. Dieser schickte ihn 1680 nach Venedig in die damals führende Malerschule von Johann Carl Loth (1632–98). Nach vierjähriger Lehrzeit kehrte R. in seine Heimat zurück, wo er am 17.11.1684 als Stifts-Hofmaler in die Dienste des Stiftes Garsten trat und zum meistbeschäftigten Altarbildmaler Oberösterreichs aufstieg.

    R.s Werk steht in der Tradition der Lothwerkstatt. Basierend auf venezian. und röm. Tendenzen, v. a. auf dem sog. Tenebrismus, einer Hell-Dunkelmalerei in der Nachfolge Caravaggios, gehört R. als Angehöriger der ersten einheimischen Barockmalergeneration neben Johann Michael Rottmayr, Johann Adam|Weissenkirchner und Peter Strudel zu den bedeutenden Malern, die den Stil Loths nördl. der Alpen verbreiteten. An einem klassischen, röm. geprägten Figurenideal und dramatischen Kompositionen in der Art Veroneses und Tintorettos orientiert, ist die Farbgebung R.s typisch für seine venezian. Schulung: Aus tonigem Grund werden in leuchtenden Lokalfarben Einzelmotive und -personen hervorgehoben, so daß eine kontrastreiche, luminaristisch aufgelockerte Malerei entsteht. In diesem Stil sind v. a. seine bis 1700 entstandenen Gemälde gehalten, während danach eine gedämpfte und tonige Farbigkeit bestimmend wurde. Allerdings konnte R. dabei nie an die herausragenden koloristischen Leistungen Rottmayrs oder Weissenkirchners anschließen; nicht zuletzt sein Hang zur Massenproduktion trug nach der Jahrhundertwende zu starken Qualitätsschwankungen bei.

    Neben seinen zahlreichen Altargemälden schuf R. auch eine beträchtliche Anzahl von Vorzeichnungen für druckgraphische Werke wie Thesenblätter, topographische Ansichten, Frontispize für Bücher oder zu Einzelstichen. Von seiner Tätigkeit als Freskant (Schloß Lamberg, Steyr u. Pfarrkirche Sautern b. Schlierbach, Wallfahrtskirche Christkindl b. Steyr) hat sich dagegen kaum etwas erhalten.

  • Werke

    u. a. Christus am Kreuz, 1685 (Stift Garsten, Sommersakristei);
    Wunder d. sel. Berthold, 1686 (ebd., Stiftskirche);
    Anbetung der Könige, 1688 (Steyr, Stadtpfarrkirche);
    Darstellung Jesu im Tempel, 1691 (Losenstein, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt);
    St. Martin teilt als Bischof Almosen aus, 1693 (Passau, Dom);
    Himmelfahrt Mariä, 1696 (Linz, Stadtpfarrkirche);
    Geburt Christi, 1709 (Wallfahrtskirche Christkindl b. Steyr).

  • Literatur

    ADB 28, S. 784;
    H. Oberleitner, J. K. v. R., in: Jb. d. Oberösterr. Musealver. 100, 1955, S. 203-20;
    G. Aurenhammer, Die Handzeichnung d. 17. Jh. in Österr., 1958, S. 83;
    E. Koppensteiner, Malerei im Stift Garsten, in: Kirche in Oberösterr., 200 J. Bistum Linz, 1985, S. 208-13;
    ders., Der Garstener Stifts-Hofmaler J. C. v. R. (ca. 1658-1735), Gem. u. Druckgraphiken, Diss. Salzburg 1993;
    ThB. |

  • Quellen

    Qu Österr. StA (Adelsbestätigung).

  • Portraits

    Selbstporträt, Öl/Lwd., um 1710/20 (Kremsmünster, Stiftsslgg.).

  • Autor/in

    Peter Prange
  • Empfohlene Zitierweise

    Prange, Peter, "Reslfeld, Johann Karl von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 442-443 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124464564.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Reslfeld*)Zu S. 247.: Johann Karl v. R., Maler. Einige behaupten, er hätte eigentlich Rössl geheißen, und vielleicht erhielt er erst später durch Erhebung in den Adelstand jenen Namen. Um 1658 in Tirol geboren, kam er in jungen Jahren nach Steyr in Oberösterreich, wo er in dem Freiherrn v. Riesenfels einen Gönner fand. Mit dessen Unterstützung lernte er gleich den andern bedeutenden österreichischen Meistern jener Zeit, Strudel und Rottmayr, durch vier Jahre bei Carlo Lotto in Venedig. Nach seiner 1684 erfolgten Rückkehr widmete er sich bis an sein Lebensende in einer 51jährigen Thätigkeit dem Dienste für das bei Steyer gelegene, damals eben in seiner höchsten Kunstblüthe stehende Stift Garsten. Er hatte dort anfangs 200 fl. Stipendium, dann trat er als sog. Familiaris ganz in den Hausverband. Dabei hatte er, ähnlich wie die Künstler M. Altomonte und G. Giuliani in Heiligenkreuz, eine gewisse Verpflichtung für das Kloster, durfte aber auch Privatarbeit besorgen. So bewilligte der Abt in einem Schreiben vom 5. October 1691 dem Dompropst Fürsten Losenstein in Passau zwar, den Künstler zu beschäftigen, bedingt aber, daß er vorher ein für die Salzburger Universität bestimmtes Werk fertig mache. Ich weiß von folgenden Arbeiten des in Garsten am 15. Januar 1735 gestorbenen Malers:

    In der Stiftskirche daselbst: Der h. Berthold, darüber dessen Bestattung durch Engel, 1686. Die Deckenfresken zwischen den Stuccaturen. In der Losensteinschen Capelle: der h. Sebastian 1692 und die Plafondgemälde 1687. Im Stiftsgebäude, heute Strafhaus, die Deckenbilder, jetzt zerstört, unter welchen|besonders der Saal mit dem Pegasus berühmt war, die Habsburger Porträts, die Belagerung von Belgrad, die Schlacht von Peterwardein, die Gründung von Garsten. In der Pfarrkirche zu Steyr das Bild des Hochaltars, welches mit 1000 fl. bezahlt wurde. In der Margarethencapelle die 14 Nothhelfer von 1724. In der Kirche zu Christkindl die Geburt des Herrn, 1709. In St. Ulrich bei Steyr die h. Ulrich und Veit, 1727. Das Hochaltarblatt zu Ternberg, in Groß-Ramming mehrere Bilder. In Aschach die Himmelfahrt Mariens, 18 hoch, darüber der h. Martin. In Anzfelden der h. Valentin. In Kremsmünster die Seelen der Abgestorbenen und im Kloster sein Selbslporträt. In Altmünster das Altarbild von 1697. In Schlierbach der h. Julian um 1697. In Linz in der Stadtpfarrkirche Mariens Krönung von 1696, ferner die Apostelfürsten. Bei den Carmelitern daselbst drei Altäre von 1713; in Seitenstätten das Hochaltarbild. Admont, Tod des h. Joseph. In Urfahr bei Linz die h. Familie, 1694. In Eisenerz in der Steiermark das Hochaltarbild St. Maria, Oswald und Florian. Endlich kenne ich einen Stich, welchen unser Künstler nach einer Composition J. Sandrart's fertigte, den Triumph Max Emanuel's von Baiern darstellend.

    • Literatur

      Siehe meinen Aufsatz in Mittheilungen der kais. Central-Commission für Erb. und Erforsch. der Kunstdenkmale, 1884, S. XLIX ff.

  • Autor/in

    A. Jlg.
  • Empfohlene Zitierweise

    Ilg, Albert, "Reslfeld, Johann Karl von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 28 (1889), S. 784-785 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124464564.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA