Lebensdaten
1889 bis 1971
Geburtsort
Staffelstein (Franken)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Chemiker ; Apotheker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 102807140 | OGND | VIAF: 25000130
Namensvarianten
  • Sabalitschka, Theodor Heinrich Georg
  • Sabalitschka, Theodor
  • Sabalitschka, Theodor Heinrich Georg
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Zitierweise

Sabalitschka, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102807140.html [15.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (1855–1940), Apotheker in St., seit 1894 in Rosenheim (Oberbayern), S d. Lorenz (1818–85), bayer. Bez.amtmann, u. d. Margaretha Wiesmann (1823–1912);
    M Maria (* 1869), T d. Johann Georg Zwiesler (1824–79), Brauereibes. im Allgäu, u. d. Maria Reiter (1838–96);
    1919 Margarethe Müller (* 1893); kinderlos.

  • Leben

    S. besuchte die Volksschule und das humanistische Gymnasium in Rosenheim, wo sein Vater seit 1894 eine Apotheke führte. Nach dem Abitur (1908) und dem Militärdienst absolvierte er 1909-11 eine Apothekerlehre und studierte 1912-14 Pharmazie in Kiel und Berlin. Nach dem Kriegsdienst wurde er im März 1916 an das Berliner Pharmazeutische Institut zurückversetzt, wo er bis Kriegsende im Auftrag des Heeres den Anbau von Arzneipflanzen erforschte (1917 Approbation z. Apotheker, 1918 Dr. phil., 1920 Dr. rer. pol.). 1918-25 Unterrichtsassistent am Pharmazeutischen Institut, habilitierte S. sich 1922 an der Univ. Berlin für pharmazeutische Chemie (1930 ao. Prof.). 1936 wurde ihm aus politischen Gründen die Lehrbefugnis entzogen, der Erlaß jedoch in eine unbefristete Beurlaubung umgewandelt und ihm die Betreuung von Doktoranden weiterhin gestattet. 1939 wurde S. eingezogen und als Kriegsverwaltungsrat, später Oberstabsapotheker dem Institut für Wehrpharmazie der Militärärztlichen Akademie zugeteilt und 1940 aus dem Hochschuldienst entlassen. Seit 1945 leitete S. das teilzerstörte Pharmazeutische Institut, das im Jan. 1947 den Lehrbetrieb wieder aufnahm. Da das Institut im amerik. Sektor lag, während sich die Universität im Sowjet. Sektor befand, geriet er in die politischen Konflikte der Siegermächte, war Anfeindungen ausgesetzt und schied 1949 nach Gründung der FU Berlin aus dem Universitätsdienst aus. Berufungen an die Humboldt-Univ. sowie an die Univ. Istanbul lehnte er ab. Als Wiedergutmachung wurden ihm 1956 rückwirkend bis 1937 Rechtsstellung und Besoldung eines o. Professors zuerkannt.

    S. untersuchte schon früh den Einfluß der Struktur auf die antimikrobielle Wirkung chemischer Verbindungen und befaßte sich v. a. mit Arznei- und Lebensmittelkonservierung, Vorratsschutz, Desinfektion und Sterilisation. Er führte seit etwa 1925 die p-Oxibenzoesäureester (Nipaester) als Konservierungsmittel ein, wofür ihm in- und ausländ. Patente erteilt wurden. Die Produktion übernahm das Berliner Unternehmen Penner (später Nipa Laboratories, England). Der europaweite Absatz der Nipaester sowie eine vielfältige Berater- und Gutachtertätigkeit sicherten S.s Lebensunterhalt, da seine Universitätsposition unbesoldet war. Die Nipa-Verbindungen erwiesen sich als gute Devisenbringer und förderten die Autarkiebestrebungen Deutschlands, weshalb S. seine Forschungen trotz seiner Ablehnung des NS-Regimes fortsetzen durfte. Er erkannte die schädliche Wirkung der Autoxidation, die ihn gegen Kriegsende zu bemerkenswerten Arbeiten über das Vitamin C veranlaßte. 1937 gründete er mit Carl Neuberg (1877–1956), der aus dem von ihm geleiteten KWI für Biochemie zwangsweise ausscheiden mußte, die „Biologisch-Chemische Forschungsanstalt“, die er bis in die Nachkriegszeit führte.

  • Werke

    u. a. Über d. Umsetzung d. sauren Salze zweibas. Säuren in wässriger Lösung zu Normalsalz (Neutralsalz) u. freier Säure, Diss. Berlin 1918;
    Über d. Notwendigkeit d. Arzneipflanzenanbaus in Dtld., über seine Rentabilität u. seinen Vorteile f. d. dt. Volkswirtsch. etc., in: Angew. Botanik 3, 1921 (Diss. Kiel 1920);
    Anleitung z. ehem. Nachweis d. Gifte f. Pharmazeuten. Chemiker u. Mediziner, 1923;
    Heil-, Genuß-, Gewürz- u. Farbstoffe aus d. Tropen u. ihre Veredelung, 1923;
    Pharmazeut. Ztg., Hermann Thoms u. d. Verfasser, in: Pharmazeut. Ztg. 101, 1956, S. 395-98, 418-24;
    ca. 200 Aufss. in Fachzss.

  • Literatur

    W. Siffer, in: Pharmazeut. Ztg. 83, 1947, S. 56 f. (P);
    W. Erdmann. ebd. 104, 1959, S. 523-25 (P);
    ders., in: Arzneimittel-Forsch. 9, 1959, S. 335-37 (P);
    ders., Die Ernährungslage im J. 2000!, in: Die pharmazeut. Ind. 26, 1964, S. 584 f. (P);
    Pharmazeut. Ztg. 109, 1964, S. 800, 114, 1969, S. 779 f.;
    B. Kintzel u. Ch. Friedrich, T. S., Hochschullehrer im 3. Reich, ebd. 136, 1991, S. 3326-31;
    Dt. Apotheker-Ztg. 104, 1964, S. 724, 111, 1971, S. 1925;
    K.-H. Frömming, 100 J. Pharmazeut. Inst. in Berlin-Dahlem 1902-2002, 2002;
    Pogg. VI, VII a;
    Dt. Apotheker-Biogr. Erg.bd.; |

  • Quellen

    Qu Archiv d. HU Berlin; BA Berlin; Univ. Ankara.

  • Autor/in

    Michael Engel
  • Empfohlene Zitierweise

    Engel, Michael, "Sabalitschka, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 319-320 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102807140.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA