Lebensdaten
1895 bis 1959
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Partei- und ; Gewerkschafter ; Publizist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 12131619X | OGND | VIAF: 40725488
Namensvarianten
  • Rück, Friedrich
  • Wedding, Peter (Pseudonym)
  • Kipfer, Leo (Pseudonym)
  • mehr

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Zitierweise

Rück, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12131619X.html [23.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Schreiner;
    M Friederike Hettich;
    1) ( 1941) Dora Hofmann (* 1895), 2) Britta Elvira Sjögren.

  • Leben

    R. erlernte das Handwerk des Schriftsetzers, sammelte als Funktionär der sozialistischen Jugendbewegung erste politische Erfahrungen und schloß sich 1913 der SPD an. Seit 1915 im Kriegsdienst, wurde er 1917 wegen eines Nierenleidens entlassen. Als Vertreter Stuttgarts und Referent des Spartakusbundes, dem er sich während des Kriegs angeschlossen hatte, nahm er 1917 am Gothaer Gründungsparteitag der USPD teil, deren württ. Landesvorsitzender er im Okt. 1917 wurde. Ein Jahr später gehörte er zu den Teilnehmern der Reichskonferenz der Spartakusgruppe in Berlin. In der Revolutionszeit spielte R., der gemeinsam mit August Thalheimer (1884–1948) führend am politischen Umsturz im Kgr. Württemberg beteiligt war, als Leiter des Stuttgarter Arbeiter- und Soldatenrats, Mitglied des Aktionsausschusses sowie als Redakteur der USPD-Zeitung „Der Sozialdemokrat“ eine bedeutende Rolle. Nach seiner Verhaftung während der Stuttgarter Januar-Unruhen wurde er im „Stuttgarter Spartakistenprozeß“ freigesprochen. Mit dem Beitritt zur KPD 1919, die R. 1921 als Delegierter auf dem 3. Kominternkongreß in Moskau vertrat, fand sein politischer Weg zur extremen Linken ihren Abschluß. In den folgenden Jahren entfaltete R. als Redakteur verschiedener kommunistischer Blätter, u. a. der „Roten Fahne“ (Berlin), für die er Feuilletons, Gedichte und Erzählungen verfaßte, sowie als Wahlredner und seit 1927 als Mitglied der Agitprop-Abteilung des ZK eine|umfangreiche politische Wirksamkeit. Gemeinsam mit Johannes R. Becher (1891–1958) und Kurt Kläber (1897–1959) gründete er die „Proletarische Feuilleton-Korrespondenz“. 1929 verließ R. die KPD, auf deren oppositionellem rechten Flügel er seit 1924 gestanden hatte, und trat der SPD bei. Die zwischenzeitliche Mitgliedschaft in der SAPD, in der er an der Spitze der sog. „Kommunistischen Linken“ stand, endete 1932 mit seinem Ausschluß wegen eines Boykottaufrufs zur Reichstagswahl. Im April 1933 emigrierte R. in die Schweiz, von wo aus er 1937 als Korrespondent schweizer. Zeitungen nach Schweden übersiedelte. Hier verfaßte er neben zahlreichen Artikeln für die Arbeiterpresse auch eine Reihe politischer Schriften. 1943 wurde er in den Vorstand der Landesgruppe Schweden der Auslandsvertretung dt. Gewerkschaften gewählt. 1950 kehrte er nach Stuttgart zurück und schloß sich wieder der SPD an. 1951-58 leitete er das Zentralorgan der IG Druck und Papier und wurde Mitglied des DGB-Bundesausschusses sowie Bundesvorsitzender des Vereins „Die Naturfreunde“.

  • Werke

    Von Bismarck bis Herrmann Müller. Der Weg d. dt. Soz.demokratie v. Sozialistengesetz z. Panzerkreuzer A, o. J. (1928);
    Die Schweiz auf Wache, 1942;
    Friede ohne Sicherheit, 1945;
    Utopisten u. Realisten, Von Rousseau his Marx, 1948;
    Der Mensch ist frei, 1955;
    Tausendj. Schweden, Von d. Wikingerzeit bis z. soz. Reform, 1956.

  • Literatur

    H. Drechsler, Die Sozialist. Arbeiterpartei Dtld.s (SAPD), 1965, Nachdr. 1971 u. 1983;
    H. Weber, Die Wandlung d. dt. Kommunismus, II, 1969, S. 266 (P);
    H. Müssener, Exil in Schweden, 1974;
    M. Chlada (Hg.), F. R. u. d. Rev. 1918, 1999;
    F. Osterroth, Biogr. Lex. d. Sozialismus, I, 1960;
    BHdE I.

  • Autor/in

    Boris Schwitzer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwitzer, Boris, "Rück, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 207-208 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12131619X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA