Lebensdaten
1914 bis 1997
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 143311700 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Otto, Siegfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd143311700.html [18.11.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Erich, Polizeimstr. in H.;
    M Emma Gumbrecht;
    1) 1943 Jutta (* 1921). T d. Ludwig Devrient (1894–1948), Inh. d. Fa. Giesecke & Devrient, u. d. Anneliese Krug, 2) 1989 Ursula Gamstätter ( 1) Franz Burda jr., * 1932, Verleger, S d. Verlegers Franz Burda, 1903–86, u. d. Aenne [eigtl. Anna Magdalena] Lemminger, * 1909, alle s. Munzinger);
    2 S, 2 T aus 1), Verena (* 1949, Hans-Christoph v. Mitschke-Collande, * 1940, Dipl.kaufm. in Tutzing), seit 1997 Aufsichtsratsmitgl. v. Giesecke & Devrient, Claudia (* 1951. Lee Miller, in New York), Tilmann (* 1953), York (* 1956), beide 1990-92 in d. Geschäftsleitung v. Giesecke & Devrient; Gvv d. 1. Ehefrau Alphons Devrient (1860–99), Compagnon d. Buch- u. Kunstdruckerei Giesecke & Devrient in Leipzig (s. NDB III*, VI*).

  • Leben

    Nach einer Lehre im Druckhaus Schaedel & Friebel in Leipzig und anschließender Beschäftigung in der Geld- und Wertpapierdruckerei „Giesecke & Devrient“ unterbrach der Eintritt in die Wehrmacht 1935 O.s berufliche Laufbahn. Als Hauptmann war er bis 1948 in russ. Gefangenschaft. Im selben Jahr begann er mit dem Wiederaufbau des 1852 in Leipzig als „Officin für Geld und Werthpapiere“ gegründeten und 1946 enteigneten Unternehmens unter dem alten Namen „Giesecke & Devrient“ (G+D) in München. Die Auftragslage des Unternehmens entwickelte sich in der wirtschaftlichen Aufbauphase der jungen Bundesrepublik und in der Folge von Ereignissen wie Währungsreform (1948) und Wertpapierbereinigungsgesetz (1949) sehr gut. G+D druckte den größten Teil der deutschen Auslandsanleihen und übernahm Großaufträge wie den Wertpapierdruck der Nachfolgegesellschaften der „I.G. Farbenindustrie A.G.“ und der großen Ruhrmontankonzerne. 1958 erreichte O. die Kooperation mit der Bundesbank, die G+D neben der Bundesdruckerei den Druck von mehr als der Hälfte der deutschen Banknoten übertrug (Werte DM 5, DM 20, DM 100, DM 1000). 1964 erwarb O. die Papierfabrik Louisenthal (PL) in Gmund (Bayern) und produzierte nun selbst Banknotenpapier, wurde seit den 70er Jahren Alleinlieferant der Deutschen Bundesbank und verkaufte Banknoten- und Sicherheitspapiere in über 30 Staaten, heute als führender internationaler Anbieter. G+D wirkte von Beginn an maßgeblich mit an der Gestaltung und sicherheitstechnischen Ausstattung des 1971 in Europa eingeführten einheitlichen eurocheque-Systems. 1970 gründete O. die „G. A. O. Gesellschaft für Automation und Organisation“ als Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft für die Weiterentwicklung der gesamten Produktpalette von G+D, die 1972 von der Bundesbank den Auftrag erhielt, ein System zur Automatisierung der Papiergeldbearbeitung und die dazu nötigen Maschinen zu entwickeln. 1975 wurde die Produktion von automationsfähigen, maschinell lesbaren Banknoten aufgenommen, 1996 die Entwicklung der weltweit schnellsten Banknotenbearbeitungsmaschine für Echtheitsprüfung und Sortierung abgeschlossen. Unter der Führung O.s entwickelte sich G+D zu einem Hightech-Unternehmen, das Produkte wie komplette Ausweissysteme und Ghipkarten entwickelte. 1969 übernahm O. daneben den seit Ende des 19. Jh. u. a. von Mitgliedern der Familie Giesecke geführten wissenschaftlichen Buchverlag BG Teubner, Stuttgart. 1991 kaufte O. das Stammhaus von G+D in Leipzig zurück und erwarb die Papierfabrik Königstein in Dresden, die 1996 mit der Papierfabrik Louisenthal zu einem Unternehmen verschmolzen wurde. 1994 trat O. als Vorsitzender der Geschäftsführung zurück. Seine beiden Töchter führen das Familienunternehmen weiter, das 1997 seinen Umsatz erneut steigern konnte, ca. 4500 Mitarbeiter beschäftigte und Technologieführer bei Karten, Systemen und Komponenten für den elektronischen Zahlungsverkehr war.|

  • Auszeichnungen

    mexikan. Honorarkonsul in München (1971–96); mexikan. Orden Aquila Azteca (1974); Bayer. Verdienstorden (1976); BVK 1. Kl. (1990).

  • Literatur

    125 J. Wertpapier- u. Banknotendruck im Spiegel d. pol. u. wirtschaftl. Entwicklung Dtld.s, Ein Ber. aus Anlaß d. 125j. Bestehens d. Fa. Giesecke & Devrient, 1977;
    SZ v. 14.12.1995, 20.8.1997, 6.2. u.|18.3.1998;
    B. Adam, Arbeitsplätze durch Internationalisierung, in: Wirtschaft 53, H. 9, 1997, S. 38 ff.

  • Autor

    Katharina Schiller
  • Empfohlene Zitierweise

    Schiller, Katharina, "Otto, Siegfried" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 711 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd143311700.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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