Lebensdaten
1798 bis 1878
Geburtsort
Unruhstadt (Kreis Bomst, Provinz Posen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13804502X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Otto, Johann Samuel

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Zitierweise

Otto, Johann Samuel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13804502X.html [14.12.2018].

CC0

  • Leben

    O. studierte 1816-22 an der Berliner Akademie und debutierte bereits 1816 mit einem postumen Bildnis der Kgn. Luise. Seit den 1820er Jahren arbeitete er als Stecher und Lithograph, u. a. für Schinkels „Sammlung architektonischer Entwürfe“, auch lieferte er Gelegenheitsgraphik. Mit religiösen Historienbildern (in Ôl), die sämtlich verschollen sind, scheint er wenig Erfolg gehabt zu haben. Die Zeichnung eines hl. Michael (1826), eine freie Kopie nach Memlings Danziger Altarbild, gibt eine Vorstellung von der Strenge und Detailgenauigkeit seines Zeichenstils. Erst seit 1836 trat O. auf Ausstellungen als Bildnismaler hervor und verschaffte sich auf diesem Gebiet bald Ansehen. Er bereicherte seine Bildnisse gern durch auffällige Möbel, aussagekräftige Attribute wie Bücher und Skulpturen oder Fensterausblicke und verlieh ihnen so einen genrehaften Zug, ohne auf traditionelle Würdeformeln wie Vorhang und Säule zu verzichten. Einige seiner Bildnisse sind von ihm selbst oder von anderen lithographiert. 1840 porträtierte er Caroline von Mecklenburg-Strelitz (1821–76), die spätere dän. Kronprinzessin; mehrfach arbeitete er für die Familie Radziwill. In seinem 1840 eröffneten Atelier fanden sich viele Schüler ein, auf die seine Persönlichkeit eine große Faszination ausübte. 1844 wurde O. Professor, seit 1850 ließ sich Friedrich Wilhelm IV. von Preußen mehrmals von ihm porträtieren. Nach seinem Tod geriet er schnell in Vergessenheit; erst im 20. Jh. erfuhr O. eine eingehendere Würdigung.|

  • Auszeichnungen

    Roter Adlerorden.

  • Werke

    Weitere W u. a. Ölgem. (sämtl. verschollen): Christus mit d. Kindern, um 1836 (1836 ausgestellt);
    Fam.bildnis d. Gf. Max v. Schwerin-Putzar, 1839;
    Der Prediger Friedrich S. Pelkmann, 1840;
    OB Wilhelm Krausnick, 1844;
    Inneres e. Kapelle, 1868;
    Entwürfe
    f. Glasfenster.

  • Literatur

    ADB 24;
    L. Pietsch, Aus Welt u. Kunst, 1867;
    A. Rosenberg, Die Berliner Malerschule, 1879, S. 134 f.;
    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh., II/1, 1898, S. 196;
    W. v. Zur Westen, Berlins graph. Gelegenheitskunst, 1912, 2, S. 82;
    Die Kataloge d. Berliner Ak.-Ausstellungen 1786-1850, bearb. v. H. Börsch-Supan, 1971;
    H. Brauer, J. S. O. bemüht sich um e. neuen Bildnis-Typ, in: Schloß Charlottenburg – Berlin – Preußen, FS f. Margarete Kühn, 1975, S. 255-70 (P);
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis (Bleistiftzeichnung), um 1840 (Berlin, Nat.-Gal.);
    Bleistiftzeichnung v. C. Vogel v. Vogelstein, 1846 (Dresden, Kupf.-Kab.), Abb. in Brauer (s. L), S. 255, 262.

  • Autor/in

    Helmut Börsch-Supan
  • Empfohlene Zitierweise

    Börsch-Supan, Helmut, "Otto, Johann Samuel" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 707 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13804502X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Otto: Johann Samuel O., Porträtmaler und Kupferstecher, geb. den 27. Januar 1798 in Unruhstadt (Prov. Posen). Er genoß seine künstlerische Vorbildung auf der Berliner Akademie und wurde von Schinkel zur Anfertigung von Radirungen nach architektonischen Zeichnungen angeregt. Von seinen übrigen graphischen Arbeiten ist ein Facsimilestich nach Holbein's Todtentanzzeichnung für eine Dolchscheide hervorzuheben. Außer mehreren Altarbildern malte D. mit Erfolg zahlreiche Persönlichkeiten der Berliner Gesellschaft, u. a. die kgl. Opernsängerin Frl. Lehmann. Als bevorzugter Porträtmaler des preußischen Hofes wurde er wiederholt mit der Ausführung lebensgroßer Bildnisse des Königs Friedrich Wilhelm IV. beauftragt, von welchen das von Ed. Mandel gestochene und das für den Fürsten Wolkonsky in Petersburg gemalte Exemplar, durch Reinheit der Zeichnung und vortreffliche Auffassung ausgezeichnet, allgemein bekannt geworden. Die Berliner National-Galerie besitzt von ihm ein Bildniß des Bildhauers A. Kiß, lebensgroßes Kniestück vom Jahre 1875. Vorübergehend als Landschaftsmaler thätig, hat O. vielfach Bildnisse lithographirt. Im J. 1844 zum königl. Professor ernannt, starb er in Berlin, den 21. Februar 1878.

    • Literatur

      Deutsches Kunstblatt 1850, S. 351. 1852, S. 206. 1854, S. 258. — Katalog d. kgl. National-Galerie in Berlin, 7. Aufl. 1885, S. 144, 164.

  • Autor/in

    v. Donop.
  • Empfohlene Zitierweise

    Donop, von, "Otto, Johann Samuel" in: Allgemeine Deutsche Biographie 24 (1887), S. 757 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13804502X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA