Lebensdaten
1895 bis 1977
Geburtsort
Mülheim/Ruhr
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11907334X | OGND | VIAF: 42639997
Namensvarianten
  • Oberheit, Heinrich Josef
  • Oberheit, Heinrich
  • Oberheit, Heinrich Josef
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Zitierweise

Oberheit, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11907334X.html [01.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (kath.), Weichensteller;
    M Helene Rehmann (ev.);
    1919 Margarete Henriette Sopp;
    3 S.

  • Leben

    1914 begann O. mit dem Studium der Theologie in Marburg und Berlin, seit 1915 leistete er Kriegsdienst. 1919 nahm er das Studium der Nationalökonomie, Rechtswissenschaft und Philosophie in Heidelberg auf, das er noch im selben Jahr mit dem Dr. phil. beendete. Nach einer kurzen Tätigkeit als Bergmann wurde er 1920 Dezernent beim Bergbau-Verein Essen, 1922 Privatsekretär bei Hugo Stinnes und schließlich Direktor bei Stinnes-Eisen. Erst 1926 setzte O. das Theologiestudium in Bonn fort. 1928-32 gehörte er der NSDAP an, sein neuerlicher Aufnahmeantrag 1933 wurde 1934 abgelehnt. 1932 legte O. die 2. theol. Prüfung ab und trat der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ bei. Nach seiner Ordination 1933 übernahm er ein Pfarramt in Asbach-Kircheib (Westerwald). Nach nur einjährigem Pfarrdienst wurde O. im Oktober 1933 zum Bischof („Landespfarrer“) des neu errichteten Kirchensprengels Köln-Aachen ernannt. Das Bischofsamt O.s aber war in der rhein. Kirche nicht durchsetzbar und bereits im November 1933 wurde er zur Dienstleistung in die Reichskirchenregierung nach Berlin berufen. Im März 1934 wurde er als rhein. Bischof beurlaubt und fungierte als engster Mitarbeiter von Reichsbischof Ludwig Müller (1883–1945) mit dem Titel „Chef des Stabes“; im April 1934 vertrat er als „Vikar der Deutschen Ev. Kirche“ den Reichsbischof nur noch in theol. Angelegenheiten. Als „Schlüsselfigur der ev. Kirchenpolitik“ (Scholder) sollte er die theol. Begründung für die deutsch-christliche Bewegung liefern. Im Juni 1934 wurde er aus beiden Ämtern beurlaubt. 1937 erreichte er die Versetzung in ein Pfarramt für gesamtkirchliche Aufgaben der thüring. Landeskirche, um weiterhin von Bonn-Bad Godesberg aus die Geschäftstelle West der Deutschen Christen, Nationalkirchliche Bewegung (später Einung) und des Bundes für Deutsches Christentum leiten zu können, nachdem er sich 1935 der Thüringer Kirchenbewegung „Deutsche Christen“ angeschlossen hatte. 1939 bis Ende 1945 leistete er Kriegsdienst und befand sich zuletzt in amerik. Gefangenschaft. 1946 wurde er wegen seiner Tätigkeit für die Deutschen Christen aus dem kirchlichen Dienst entlassen. 1950-60 lebte er als Kaufmann (zuletzt Generalbevollmächtigter der Stahlfirma Coutinho, Caro & Co.) in Düsseldorf. – O. kämpfte zur Überwindung des Liberalismus für den Nationalsozialismus; er wollte in der Kirche eine völkisch-politische Gemeinschaft als „Christusgemeinde aller Deutschen“ jenseits der Konfessionen etablieren.

  • Werke

    Unpol. dt. Christentum, Ein Wort üb. d. „Pol. Christentum“ d. Prof. P. Althaus, 1936.

  • Literatur

    K. Scholder, Die Kirchen u. d. Dritte Reich, 2 Bde., 1977/85;
    H. Faulenbach, H. J. O.s theol. Examen im J. 1932 u. d. Geschick seines Prüfers Karl Ludwig Schmidt im J. 1933, in: J.-E. Gutheil u. S. Zoske (Hg.): “ Daß unsere Augen aufgetan…“, FS f. H. Dembrowski, 1989, S. 57-97;
    ders., Ein Weg durch d. Kirche, H. J. O., 1992;
    BBKL.

  • Autor/in

    Gertraud Grünzinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Grünzinger, Gertraud, "Oberheit, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 386 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11907334X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA