Lebensdaten
1879 bis 1961
Geburtsort
Zweibrücken (Pfalz)
Sterbeort
Bremerhaven
Beruf/Funktion
Werftdirektor ; Maschinenbauingenieur
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 138252742 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Noé, Hermann
  • noe, hermann

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Zitierweise

Noé, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138252742.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus hugenott., seit 1691 in d. Pfalz ansässiger Fam.;
    V Ludwig (1845–1929), Tischlermstr. in Z., S d. Philipp (* 1819) u. d. Maria Magdalena Schenkenberger;
    M Karoline Schenkenberger (?);
    B Ludwig (1871–1949), Dr.-Ing. E. h., Maschinenbauing., Dir. d. Danziger Werft, ehem. Kaiserl. Werft Danzig, Prof. an d. TH Danzig, 1920-24 Senator d. Freien Stadt Danzig (s. Rhdb.; Altpreuß. Biogr. IV/2);
    Nürnberg 1918 Lilly (1893–1983), T d. Otto Elsässer (1868–1931), Brauereiunternehmer in Bad Friedrichhall (Württ.), u. d. Luise Nothwang (1872–1967);
    3 S (2 ⚔), Hermann (* 1921), 1958-72 Geschäftsführender Gesellschafter d. F. Schichau GmbH, 1972-75 stellv. Aufsichtsratsvors., 1975-82 Vorstandsvors. d. Schichau Unterweser AG, 1974-79 Präs. der IHK Bremerhaven.

  • Leben

    Nach dem Abitur studierte N. Maschinenbau an der TH Karlsruhe. 1904 begann er seine Ingenieurlaufbahn und arbeitete u. a. auf der Danziger Werft und in der Ascherslebener Maschinenfabrik, deren Betriebsdirektor er 1916 wurde. Später rückte er zum Technischen Direktor des Unternehmens auf, das 1919 von der Maschinenfabrik R. Wolf in Magdeburg übernommen worden war. 1921 berief ihn der Vorstand der Deutschen Bank zum Technischen Vorstand des Textilmaschinenherstellers „Schubert & Salzer“ in Chemnitz. N. führte die in einer Abwärtsentwicklung begriffene Firma bis zu seinem Ausscheiden 1929 durch Rationalisierung und Modernisierung zum mit rund 7000 Beschäftigten damals weltweit größten Unternehmen dieser Branche. Während N. seinen Umzug nach Württemberg plante, um die Brauerei seines Schwiegervaters zu übernehmen, erreichte ihn auf Empfehlung der Deutschen Bank der Auftrag des Reichswirtschaftsministers Julius Curtius zur Erarbeitung eines Gutachtens für die Sanierung der seit 1926 vom Staat mit Millionenbeträgen gestützten und vor dem Zusammenbruch stehenden „F. Schichauwerke“ in Danzig und Elbing, des größten industriellen Arbeitgebers im abgetrennten Osten. Nach der Verabschiedung des von N. erarbeiteten Sanierungsprogramms im Reichstag am 28.5.1929 wurde er mit der Umsetzung des Konzeptes beauftragt und zum ersten Geschäftsführer der neuen, aus Familienbesitz in das Eigentum des Reiches, des Staates Preußen und der Freien Stadt Danzig übergegangenen „F. Schichau GmbH“ in Elbing und Danzig ernannt. Hauptbedingung war, mindestens 3000 Menschen zu beschäftigen. Bereits nach zwei Jahren war die Belegschaft auf über 5000 gewachsen und gegen Kriegsende hatte das Gesamtunternehmen als einer der größten Industriebetriebe des Deutschen Reiches rund 44 000 Mitarbeiter. Neben dem Schiffbau gehörten der Bau von Lokomotiven, Dampfturbinen, Großdieselmotoren sowie|Hochdruck-Großkesselanlagen zum Arbeitsprogramm der Schichau-Werke.

    Nach Kriegsende und der Flucht in den noch von der Kriegsmarine zugewiesenen Standort Bremerhaven eröffnete N. 1945 die 1941 in eine Aktiengesellschaft umgewandelte „F. Schichau AG“ an der Nordsee als kleinen Maschinenbaubetrieb auf dem alten Pachtgelände der Reederei Schuchmann am Neuen Hafen, in dem Lokomotiversatzteile und Maschinen aller Art gebaut wurden, u. a. eine vollautomatische Brennschneidemaschine, die weltweit exportiert wurde. Seit 1949 war in Deutschland wieder der Schiffbau möglich, und N. schuf erneut eine kleine, aber leistungsfähige Werft, die sich auf den Bau von Schlepp- und Bergungsschiffen spezialisierte. Aus Gesundheitsgründen trat N. 1956 als Vorstandsvorsitzender zurück, Nachfolger wurde sein Sohn Hermann. 1958 zog die Bundesrepublik Deutschland, auf die als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches 1952 die Schichau-Aktien übergegangen waren, die Liquidation von Schichau wegen schlechter geschäftlicher Erfolgsaussichten in Erwägung. Die Familie Noé erwarb die Aktien und führte das Unternehmen als Familienbetrieb weiter. Im Zuge der Privatisierung übernahm N. den Aufsichtsratsvorsitz der neuen „F. Schichau GmbH“, die 1972 mit der „Schiffbaugesellschaft Unterweser“ zur „Schichau Unterweser AG“ (SUAG) fusionierte. 1985 in die „Bremer Vulkan Verbund AG“ eingegliedert und 1988 mit der „Seebeckwerft“ zur „Schichau Seebeckwerft AG“ verschmolzen, mußte die Werft 1996 den Vergleich beantragen. Anfang 1998 läuft noch der Anschlußkonkurs.|

  • Auszeichnungen

    BVK (1954).

  • Literatur

    100 J. Schichau 1837-1937, 1937 (P);
    Der Westpreuße v. 25.9.1961 (P);
    F. Schichau war sein Aufbauwerk, in: Nordsee-Ztg. v. 6.9.1961;
    HANSA-Schiffahrt-Schiffbau-Hafen 98, 1961 Nr. 19, 2. Septemberh., S. 2062;
    150 J. Schichau-Werke, Vortrag v. K. Lehmann als Ms. gedr., Westpreuß. Landesmus. Münster-Wolbeck 1987;
    150 J. Schichau Unterweser Aktienges., 1987;
    Wi. 1958;
    Altpreuß. Biogr. IV/1.

  • Portraits

    Ölgem., anonym, nach 1961 (Fam.bes.).

  • Autor/in

    Lars U. Scholl
  • Empfohlene Zitierweise

    Scholl, Lars U., "Noé, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 309-310 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138252742.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA