Lebensdaten
1839 bis 1917
Geburtsort
Gumpendorf (heute Wien)
Sterbeort
Baden (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138058520 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neuber, Wilhelm

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Neuber, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138058520.html [22.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam, leitet ihren Namen v. Caroline Neuber her;
    V Franz, Baumwollwarenhändler, S e. Drechslers in Sachsen;
    M Anna Hipfinger;
    Marie Höberth (1847–1925);
    1 S, 2 T Marie (1876–1945, Gustav v. Bandian, 1861–1944, Hofrat, Kanzler d. Dt. Ordens), Bettina (1881–1951, Josef Brunner, 1872–1954, k. k. Kommerzialrat, Gen.dir. d. Chem. Fabrik Wilh. Neuber AG);
    E Dipl.-Ing. Herbert v. Bandian (1899–1952).

  • Leben

    Nach der Absolvierung der Realschule lernte N. als Praktikant in der Wiener Farbwarenhandlung A. J. Jirziczek. Zu seiner Weiterbildung besuchte er in Frankfurt/Main, Düsseldorf und Hamburg technische Vorlesungen. 1865 erwarb der Vater für ihn die Farbwarenhandlung Christian Wackenroders in Gumpendorf, die N. zunächst durch einen Produktionsbetrieb für Farben ergänzte, die am Ort aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden konnten. Zukunftweisend war in der Folge seine Idee der Wiederverwertung von Abfallstoffen und Resten aus gewerblicher Produktion. So gewann er z. B. Zinn- und Zinkverbindungen aus Blechverschnitt sowie Cyankali aus Hörn- und Blutabfällen. Die selbstentwickelten Verfahren ließ er mehrfach patentieren. 1869 richtete N. in Penzing (heute Wien XIV) einen Betrieb zur Herstellung von blausaurem Kali ein. Zwischen 1870 und 1883 erwarb er drei Mühlen in Perchtoldsdorf (Niederösterreich), wo er Farbholz schneiden und Dextrin herstellen ließ; 1881 eröffnete er in Probstau bei Teplitz (Böhmen) eine Fabrik zur Herstellung von Farbholzextrakten, aber auch von Laugen, Säuren und Kunstharzen und stellte als erster Fabrikant in Österreich Bleichmittel wie Wasserstoffsuperoxid her. Als Importeur brachte N. erstmals Anilinfarbstoffe nach Österreich und übernahm in der Folge die Vertretung der Firma A. Poirrier, Paris, für diese Produkte in Österreich. Er exportierte nach Italien, Rußland und auf den Balkan. Noch vor dem 1. Weltkrieg stellte das Unternehmen Markenartikel her, insbesondere das Waschmittel Neubozon, für das ein Plakat mit einer schwarzen Wäscherin warb – entworfen von einem damals unbekannten Zeichner: Adolf Hitler. – N. gehörte 1874-81 dem Wiener Gemeinderat und 1885-1901 dem Reichsrat an. In verschiedenen Standesorganisationen (wie der Wiener Kaufmannschaft, deren Präsident er war) und in mehreren Kreditinstituten (wie der Österr. Länderbank) übte er leitende Funktionen aus.|

  • Auszeichnungen

    k. k. Kommerzialrat; kaiserl. Rat; Orden d. Eisernen Krone III. Kl.; Franz-Joseph-Orden.

  • Literatur

    S. Hahn, Reichsraths-Alm. f. d. Session 1891–92, 1891, S. 217 f.;
    Großindustrie Österreichs V, 1898, S. 389, Erg.bd., T. 3, 1908, S. 251;
    1865-1990, Wilhelm Neuber 125 Jahre, o. J. (1990);
    ÖBL.

  • Autor/in

    Josef Mentschl
  • Empfohlene Zitierweise

    Mentschl, Josef, "Neuber, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 101 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138058520.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA