Lebensdaten
um 1545 bis 1594
Geburtsort
Freiburg (Breisgau)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Bischof von Wien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119772809 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neuböck, Johann Caspar
  • Neubeck, Johann Caspar
  • Neuböck, Johann Caspar
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Neubeck, Johann Caspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119772809.html [22.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Hans Caspar;
    M Magdalena Erkhler;
    B Hans Ulrich ( 1577).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Stadtschule in Freiburg studierte N. an der dortigen Universität (1561 Baccalaureus, 1563 Mag.) und wurde 1565 zum Priester geweiht. Nach dem 1570 mit dem Doktorat abgeschlossenen Studium der Theologie wirkte er als Professor der Theologie an der Universität seiner Heimatstadt (Rektor, Dekan). Erzhzg. Ferdinand wurde auf N. als Domprediger in Freiburg (seit 1569) aufmerksam und empfahl ihn seinem Bruder Kaiser Maximilian II., der N. 1574 zum Hofprediger bestellte und am 15. Okt. desselben Jahres zum Bischof von Wien nominierte. Der Ernennung durch Papst Gregor XIII. am 4.2.1575 folgte die Weihe durch den Bischof von Weißbrunn (Veszprém) am 5. Juni. In seiner 20jährigen Tätigkeit als Bischof von Wien legte N., trotz zahlreicher, vor allem finanzieller Schwierigkeiten und wiederholter Auseinandersetzungen mit Domkapitel und Klosterrat, die Grundlagen für die unter seinem Nachfolger Melchior Klesl (1552–1630) intensiv betriebene kath. Erneuerung: Ein besonderes Anliegen war ihm die Einhaltung der Fastengebote sowie der Sonn- und Feiertage. Nach eingehender Visitation des Regulär- und Säkularklerus sowie einer Visitation der Landpfarren (1582) erließ N. eine ausführliche Verordnung an den Klerus; 1584 gab er der bischöfl. Kurie neue Statuten. Gleichzeitig mit der Reaktivierung der Corpus-Christi-Bruderschaft an der Domkirche erfolgte die Einführung einer liturgischen Ordnung. Mit der Führung von Protokoll-, Kopial- und Weihebüchern begann eine geordnete Verwaltung des Bistums. Ein|von N. geplantes Priesterseminar wurde als Jesuitenalumnat verwirklicht.

    1583 wurde N. von Kaiser Rudolf II. zu dessen Rat ernannt. Im selben Jahr sprach er sich in einem Hexenprozeß für eine rigorose Bestrafung aus, die aber unterblieb. Von Wien aus unterhielt N. einen regen Briefverkehr mit Freunden und Gelehrten aus der Freiburger Zeit, u. a. mit Jodocus Lorichius ( 1613). Charakteristisch für N.s Leben und seine Zeit ist sein Wahlspruch „Crux Christi gloria nostra“.

  • Werke

    Erdbebenpredigten, 1590;
    Etliche Christi, u. Cath. Predigten auff d. Fest d. h. hochberumbten Fürsten Leopoldi … gehalten … zu Closter-Newburg, 1591.

  • Literatur

    Th. Wiedemann, Gesch. d. Ref. u. Gegenref. im Lande unter d. Enns, II, 1880, S. 161-226;
    J. Kopallik, Regg. z. Gesch. d. Erzdiözese Wien, II, 1894, S. 141-60;
    E. Tomek, KGesch. Österreichs, II., 1949, S. 390-412;
    R. Geyer, Dr. J. C. N., Bf. v. Wien, Diss. Wien 1956;
    A. Fenzl, Die Bibl. d. Wiener Bf. Dr. J. C. N., Diss. Wien 1968;
    F. Loidl, Gesch. d. Erzbistums Wien, 1983, S. 59-62;
    G. May, Die dt. Bischöfe angesichts d. Glaubensspaltung d. 16. Jh., 1983;
    Gatz III (P).|

  • Quellen

    Qu Diözesanarchiv Wien, BA Neuböck 1574-94; Epistolare.

  • Portraits

    Kupf., anonym, in d. k. u. k. Fam.-Fideikommiß-Bibl. u. in d. Österr. Nat.bibl. Wien, Porträtslg.

  • Autor/in

    Annemarie Fenzl
  • Empfohlene Zitierweise

    Fenzl, Annemarie, "Neubeck, Johann Caspar" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 98 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119772809.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA