Lebensdaten
1910 bis 1968
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Halle
Beruf/Funktion
Industriechemiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 125498888 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nelles, Johannes

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Zitierweise

Nelles, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd125498888.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Severin (1875–1940), stellv. Straßenbahndir.;
    M Emma Alberer (1883–1958);
    1) 1936 (?) Friedet Pfeifroth (1911–45), 2) 1948 Ursula Köhler (* 1922);
    2 S, 1 T aus 1), 1 S aus 2).

  • Leben

    Nach dem Abitur studierte N. 1929-33 an der Univ. Frankfurt/Main Chemie und wurde 1933 bei Julius v. Braun mit der aus zwei Teilen bestehenden Arbeit „I. Synthese von Zimtsäuren und Terphenylderivaten“ und „II. Zur Kenntnis des Natriumazids“ zum Dr. rer. nat. promoviert. Danach bekam er eine Assistentenstelle bei Braun, bis er 1935 in die Farbwerke Bayer in Leverkusen eintrat, wo er im Hauptlaboratorium unter der Leitung von Otto Bayer über technisch verwertbare organische Verbindungen (ß-Halogenvinylmethylketon, Ethylenimide aliphatischer und aromatischer Sulfonsäuren, basische Polyester) arbeitete. 1942 wurde N. mit dem Aufbau und der Leitung des wissenschaftlichen Labors der Chemischen Werke Buna in Schkopau bei Merseburg beauftragt. Der Schwerpunkt der Arbeiten lag auf Gebieten, die einen baldigen ökonomischen Nutzen versprachen. Im September 1945 setzten ihn die Sowjet. Besatzungsbehörden als Werkleiter der Buna-Werke in Schkopau ein; bereits im November konnte unter seiner Leitung die Produktion von Synthesekautschuk wieder aufgenommen werden. Daneben wurden neue Kautschuktypen entwickelt und die Kunststoff-Produktion forciert. Da Acetylen aus Calciumcarbid als Rohstoff für über 90% der hergestellten Produkte diente, war die Verbesserung der Carbidproduktion, die er 1964 bis auf 900 000 Tonnen steigern konnte, ein Grundanliegen seiner Arbeit. Unter N.s Leitung wurde die Produktion von Synthesekautschuk modernisiert, zahlreiche weitere Verfahrensentwicklungen bzw. -einführungen wurden initiiert, darunter die Umlagerung von Phthalsäureanhydrid zu Terephthalsäure, die Darstellung von Essigsäureanhydrid, von Acrylnitril und Acrylsäure. von Phthalsäureanhydrid und Maleinsäure sowie von Tieftemperatur-Kautschuk und von Polymeren wie Polypropylen, 1, 4-cis-Polybutadien und Polycarbonat. N. entwickelte Schkopau zur größten Produktionsstätte von Plasten und Elasten (Kunststoffen) in der damaligen DDR. 1956 erhielt er eine Professur für anorganische Technologie an der TH Merseburg. 1957 wurde er Mitbegründer des Forschungsrates der DDR, auf den er bis 1966 als stellvertretender Vorsitzender maßgeblichen Einfluß ausübte. 1967 mußte N. nach 21-jähriger Amtszeit als Werkdirektor der Buna-Werke Schkopau aufgrund offensichtlicher Differenzen mit der Staats- und Parteiführung „aus gesundheitlichen Gründen“ sein Amt niederlegen.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Halle-Wittenberg 1952); Prof.-Tit. d. Dt. Ak. d. Wiss. Berlin (1956).

  • Literatur

    VEB Chem. Werke Buna, Schkopau über Merseburg 1945-1965, o. J. (1965, P);
    G. Ahlefeld, A. Molder u. R. Werner, Plaste u. Elaste aus Schkopau, 60 J. Buna-Werke, 1996;
    Wer war wer in d. DDR?, 1995.

  • Autor/in

    Horst Remane
  • Empfohlene Zitierweise

    Remane, Horst, "Nelles, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 59 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd125498888.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA