Lebensdaten
1777 bis 1838
Geburtsort
vielleicht Vilmnitz bei Putbus, Insel Rügen)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Lithograph ; Maler
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 123980976 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kunicke, Adolf
  • Kunike, Adolf
  • Kunicke, Adolf
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Kunike, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123980976.html [18.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V vermutl. Adolf Eberhard, Schreib- u. Rechenmeister an d. Stadtschule in Greifswald;
    M vermutl. Hedwig Barbara Christiana Wangen;
    Rosalie ( 1845), T d. Karl Breck in W.

  • Leben

    Nach Studium der Philosophie und Promotion zum Dr. phil. trat K. 1804 erst mit 27 Jahren in die Akademie der bildenden Künste in Wien ein. 1808-10 weilte er in Rom, wo er die Historienmalerei studierte. In Wien war K. dann Zeichenlehrer im Hause des Fürsten Schwarzenberg. 1816 lernte er anläßlich eines Münchner Aufenthaltes Aloys Senefelder kennen und ließ sich von ihm in die Kunst der Steindruckerei einführen. Während seines zweiten Wiener Besuches richtete Senefelder die Druckerei von Carl Gerold für die Lithographie ein, und K. arbeitete dort zusammen mit Lorenz Kohl v. Kohlenegg (1783–1851, s. ThB; ÖBL) und Jos. Christian Auracher (1758–1831, s. ThB; ÖBL) als Lithograph. K. erhielt 1817 selbst eine Lizenz für eine Lithographische Anstalt. Schon in den ersten Jahren erwies sie sich als die erfolgreichste Wiener Steindruckerei und brachte in Konkurrenz zum Lithographischen Institut des A. Gf. v. Pötting bemerkenswerte Blätter zustande. K. entwarf nur anfangs seine Lithographien selbst, so eine Anzahl Porträts und seine „Sittengemälde des Familienlebens“ (1823), später lithographierte er nach anderen Künstlern. Hierbei waren die Folge der Donauansichten (1819–26) sowie die Salzkammergutansichten (1825), an denen der Maler Jakob Alt mitgearbeitet hat, von Bedeutung für die Wiener Lithographie-Inkunabeln. Senefelder rühmte K. als den Begründer der dritten Periode der österr. Lithographie, und K. verfaßte auch außer einem Elementarbuch der Zeichnung und Malerei ein Lehrbuch der Lithographie, die jedoch beide nicht im Druck erschienen. Desgleichen soll er sich um die Erzeugung eines einheimischen Papiers verdient gemacht haben, das für die Lithographie geeignet war, denn das damals aus der Schweiz importierte erwies sich angesichts des steigenden Bedarfs als viel zu teuer. Seine Druckerei konnte ihre ursprüngliche Bedeutung nicht halten. Bemerkenswert ist, daß K. einige tüchtige Schüler herangebildet hat, die sich in verschiedenen Städten der österr. Monarchie niederließen. Nach seinem Tode arbeitete die Druckerei als Witwenbetrieb mit dem Geschäftsteilhaber E. Sieger weiter, bis nach dem Ableben der Witwe 1845 die noch immer ansehnliche Firma von Matth. Trentsensky übernommen wurde.

  • Werke

    Weitere W Porträtlithos: N. J. v. Jacquin, 1818;
    J. W. v. Goethe, 1819 u. a. Aus d. Offizin: J. Lancedelly, Volksszenen aus Wien, 1820;
    F. Olivier, 7 Gegenden aus Salzburg u. Berchtesgaden, 1823. Zahlr. W im Hist. Mus. d. Stadt Wien u. in d. Albertina.

  • Literatur

    W. Wurzbach, Kat. d. Porträtlithographien J. Kriehubers, 1955, S. 19;
    Wurzbach 13;
    ÖBL;
    ThB.

  • Autor/in

    Nora Keil
  • Empfohlene Zitierweise

    Keil, Nora, "Kunike, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 297 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123980976.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA