Lebensdaten
um 1473 oder 1474 bis 1528
Beruf/Funktion
Drucker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136523544 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kromberg, Kaspar
  • Kromberg, Jakob
  • Cromberger, Jakob
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel
Personen in der ADB
Personen in der GND - familiäre Beziehungen
Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Cromberger, Kaspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136523544.html [23.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Comisia de Blanquez (Blanches), Wwe des Meinard Ungut ( n. 1499, s. ADB 39);
    S Joh., gründete 1539 durch seinen Faktor Juán Pablos aus Brescia die erste Druckerei in der Stadt Mexico, führte damit die Erfindung Gutenbergs in der Neuen Welt ein, 1 T ( Lazarus Norimberger, wohl aus Nürnberg stammend, nahm den Fam.namen seiner Frau an).

  • Leben

    C., der sich wiederholt seiner deutschen Herkunft rühmt, dessen Geburtsort aber unbekannt ist, war führender Geselle in der bedeutenden Druckerei des Meinard Ungut und Stephanus Polonus zu Sevilla. Nach dem Tode Unguts heiratete er dessen Witwe und wurde zunächst Teilhaber und 1504 alleiniger Inhaber dieser Druckerei. 1508 wurde er von König Manuel von Portugal zum Druck der Ordenaçoes do reino nach Lissabon berufen und zum Cavalleiro da casa real ernannt. 1521 war er am königlichen Hof in Evóra tätig. C. war wohl der Träger des berühmtesten Namens in der Buchdruckergeschichte Spaniens im 16. Jahrhundert, belieferte als erster die Neue Welt mit gedruckter Literatur (nur Werke religiös-aszetischen Charakters waren erlaubt, Romane und andere Werke, welche den Eingeborenen schaden könnten, waren verboten) und erwarb dort Grundbesitz und Sklaven. Nach 1542 erhielt seine Witwe durch Karl V. das Privileg zur alleinigen Belieferung Neuspaniens mit Druckerzeugnissen.

  • Literatur

    ADB XVII (unter Kromberger, Jak.);
    K. Haebler, The early Printers of Spain and Portugal, London 1897;
    ders., Span. u. portugies. Bücherzeichen, 1898;
    ders., Gesch. d. span. Frühdrucks in Stammbäumen, 1923;
    D. Schilling OFM, Einführung d. Druckkunst in Mexiko, in: Gutenbergjb. 1934;
    A. Ruppel, Stanislaus Polonus, ein poln. Frühdrucker in Spanien, 1946;
    Schottenloher, in: LGB I, 1935, S. 382, II, S. 455 u. 587;
    Lex. d. Buchwesens I, 1952, S. 158.

  • Autor/in

    Ferdinand Geldner
  • Empfohlene Zitierweise

    Geldner, Ferdinand, "Cromberger, Kaspar" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 421 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136523544.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kromberger: Jakob K., deutscher Buchdrucker zu Sevilla und Lissabon zu Anfang des 16. Jahrhunderts. Ort und Zeit seiner Geburt können nicht festgestellt werden, ebenso wenig sein Todesjahr, auch wissen wir nichts von seiner Jugendgeschichte und in welcher Weise er die Fertigkeiten erwarb, die ihm, jedoch mehr seinem Nachfolger Johann K., einen hervorragenden Platz unter den ersten und tüchtigsten Buchdruckern der spanischen Halbinsel gesichert haben. Nachdem schon vor ihm in Spanien zwei deutsche Landsleute und zwar zu Saragossa Matthias Flander seit 1475 und zu Valencia Lambert Palmert (Palomar) seit 1477 thätig gewesen waren, ließ sich auch K., wann ist ungewiß, in Sevilla nieder. Im J. 1508 aber berief ihn der portugiesische König Dom Manuel nach Lissabon und verlieh ihm wie allen fremden Buchdruckern, die sich in seinem Lande niederlassen wollten, den Titel „Ritter des königlichen Hauses“. Jedoch mußten sie den Nachweis erbringen, daß sie im Besitze von 2000 Dublonen in Gold sowie daß sie Altchristen (christãos velhos) seien. Zugleich mit Jakob, so scheint es, war auch, sei es ein Sohn oder Verwandter gewesen, nach Sevilla, gekommen Johann K.Kromberger, dem zugleich der Ruhm gebührt, als der erste die Kunst Guttenberg's in Mexico eingeführt zu haben. Im J. 1535 nämlich war Antonio de Mendoza als spanischer Vicekönig dahin gekommen und hatte Johann K. in Sevilla den Auftrag gegeben, eine Druckerei daselbst einzurichten, welchem Auftrage dieser auch nachkam. Zwar hatten ältere spanische Geschichtschreiber und Bibliographen lange Zeit angenommen, daß der Druck des Buches „Vocabulario en lingua Castellana y Mexicana“ 1571 des Franciscaners Alonso de Molina das erste Buch und Antonio de Spinosa der erste Drucker gewesen sei; dem Buche selbst, das, aus zwei Theilen bestehend, 568 Seiten in Folio umfaßt, war schon 1569 die Druckerlaubniß ertheilt worden und mit dieser Jahrzahl ist auch die Vorrede datirt. Nebenbei sei hier bemerkt, daß dieses bedeutende Werk auf Veranlassung des Dr. Jul. Platzmann in Leipzig zugleich mit einer Anzahl anderer der ältesten grammatikalischen Schriften Mexico's in ganz genauer Re production, ausgeführt durch die W. Drugulin'sche Officin in Leipzig, herausgegeben wurde. Und ebenso sollte nach anderen älteren Quellen der erste Drucker in Mexico ein Spanier, Juan Pablos, schon 1540 gewesen sein. Aber beide Annahmen haben in neuerer und neuester Zeit ihre gründliche Widerlegung gefunden. Die erstere dadurch, daß, nachdem zuerst ein Druck des Johann K., „Doctrina christiana“, aus den Jahren 1544, mit gothischer Schrift ausgeführt, aufgefunden worden war, später noch weitere sechs Drucke desselben älteren Datums entdeckt wurden. Sein erstes Buch nämlich „Manual de adultos“, von welchem jedoch nur die letzten Blätter erhalten wurden, stammt schon aus dem Jahre 1540, und das zweite „Relacion del espantable terremoto ... de Guatemala“ erschien 1541; ein Exemplar dieses letzteren wurde in Leipzig 1869 in der Versteigerung Andrade (Bibliothek des unglücklichen Kaisers Maximilian von Mexico) von dem British Museum für 2250 Mark angekauft. Was die zweite Behauptung anbelangt, so kann Pablos nur mit einem gewissen Vorbehalte als erster Drucker der neuen Welt betrachtet werden: er wurde einfach von K., um Mendoza's Auftrag auszuführen, als sein Factor dahin gesendet und druckte in dieser Eigenschaft dort um das Jahr 1537 die „Escala esperitual para llegar al cielo“, K. aber war sonach immer die erste Druckfirma in Mexico. Dieser letztere verblieb für seine Person in Sevilla, und auch, nachdem er vor 1541 daselbst gestorben war, wurden in seinem Geschäfte daselbst noch Bücher mit seinem Namen gedruckt. Pablos aber erwarb erst gegen 1550 das mexicanische Geschäft zu eigen, denn in diesem Jahre erscheint seine Firma zuerst auf einer „Doctrina Christiana“ und in späteren Jahren noch öfters. Nach Icazbalceta a. a. O. wurden aus der Zeit von 1540—1600 in Mexico 93 und in Peru|7 Werke gedruckt. — Wir vervollständigen diese Mittheilung kürzlich noch durch die Namen auch der übrigen deutschen Drucker in Spanien und Portugal im 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Denn auch in diesen Ländern geschah, wie fast überall, die Einführung der Buchdruckerkunst durch Deutsche, wiewol allerdings Portugal die schwachen Anfänge derselben einheimischen Juden, deren rasche Fort- und Ausbildung aber unseren Landsleuten verdankt. Außer den bereits erwähnten M. Flander, L. Palmert und den beiden K. arbeiteten in Spanien und zwar in Barcelona: Petrus Brunus und Nicolaus Spindeler, welche hier 1478 das erste Buch „Th. de Aquino Comment, in lidr. ethic. Aristotelis“ druckten. Allerdings wird (Serapeum 1847, 114) auf der Bibliothek der Akademie daselbst ein Büchelchen in Octav (50 Seiten) aufbewahrt, eine lateinische Grammatik des Bartholomeus Mates, das zwar äußerlich ein sehr hohes Alter anzeigt, aber die Unterschrift: „mira arte impress. per Johannen Gherling alamanum finit. Barcynone nonis octobris anni a nativitate (Christi MCCCCLXVIII“ (1468) erregt doch billig Bedenken. Denn obgleich ohne Frage die Einführung der Buchdruckerkunst in Spanien sehr früh erfolgte, so scheinen doch, wie dies gar nicht selten (wir haben dies in anderen Artikeln zur Genüge nachgewiesen) auch anderswo vorgekommen ist, in dem Datum eine oder gar zwei X ausgefallen zu sein, so daß eigentlich 1478 oder 1488 zu lesen wäre. Was diesen Trucker selbst anbelangt, so war er ohne Zweifel einer der wandernden deutschen Buchdrucker, die ihre Pressen bald hier, bald dort aufschlugen. Später treffen wir ihn in Portugal wieder, wo er zu Braga 1494 ein Breviarium Bracharense druckte, in diesem Lande seine einzige und deshalb wichtige Leistung, weil darin die Gebete und Hymnen nach dem Ritus der Mosaraber, einer Christengemeinde, die unter der Maurenherrschaft fast ohne jede Verbindung mit Rom fortbestanden hatte, enthalten sind. In der Stadt Burgos waren thätig außer P. Brunus 1485 Friedrich Biel von Basel von 1485—1517, nachdem er zuerst in seiner Vaterstadt in Gemeinschaft mit Michael Wensler die Briefe Gasparini's von Bergamo ohne Jahreszahl hatte erscheinen lassen. In Saragossa schlugen ihre Pressen auf: Paul Huros von Konstanz von 1485—1499, in Sevilla Paul von Köln 1490—1491 und Johann Pegnitzer von Nürnberg 1491—1500 und in Valencia 1496 Nikolaus von Sachsen. Im Kloster Monserrat endlich war Johann Luschmer in den Jahren 1499—1500 beschäftigt und kehrte dann in sein Vaterland zurück. Was Portugal anbetrifft, so druckten und zwar in Lissabon: Nikolaus von Sachsen und Valentin von Mähren (Valentin de Moravia), der erstere 1495, der letztere 1495—1513, in Setuval 1509 Hermann von Kempen (Armão de Campos, Alema), der später nach Lissabon übersiedelte, in welch' letzterer Stadt auch, jedoch erst seit dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, Joãs Blario de Colonia Agrippina (Köln) als Hofbuchdrucker thätig war und bis 1556 36 Werke erscheinen ließ; des Joh. Gherling zu Braga wurde bereits gedacht. Die älteren portugiesischen Drucke zählen zu den größten bibliographischen Seltenheiten und unter den 739 Inkunabeln der Bibliothek zu Lissabon befinden sich nur vier portugiesische und jene zu Oporto, im Besitze von 109 Wiegendrucken, weist deren blos zwei portugiesische auf.

    • Literatur

      Lorck, Handbuch d. Gesch. d. Buchdruckerkunst. I. 61—65, 189—192 nach den Vorlagen: V. Salva, Catalogue of Spanish and Portuguese dooks, Lond. 1826—1829. J. F. Nee de la Rochelle, Recherches hist. et crit. sur l'établiss. de l'art typogr. en Espagne et en Portugal. Par. 1830. Fr. Mendez, Tipografia española. Madr. 1861—1866. Deutsche Buchdrucker des 15. und 16. Jahrh. in Portugal (Augsb. Allgem. Ztg. 1878. Nr. 49). Joach. Garcia Icasbalceta, Apuntes para un catalogo de Escritores en lenguas indigenos de America. Mexiko 1866.

  • Autor/in

    J. Franck.
  • Empfohlene Zitierweise

    Franck, Jakob, "Cromberger, Kaspar" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 182-183 unter Kromberger, Jakob [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136523544.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA