Lebensdaten
1809 bis 1880
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Bibliothekar
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 104274212 | OGND | VIAF: 22572375
Namensvarianten
  • Naumann, Robert
  • Naumann, Aemil W.
  • Naumann, Aemilius G.
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Zitierweise

Naumann, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104274212.html [15.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Gottfried, Schneidermeister;
    M Johanna Christiane Lochmann;
    Leipzig 1840 Friederike Sidonie, T d. Gymnasiallehrers Friedrich August Schütz;
    4 K.

  • Leben

    Nach dem Abitur am Leipziger Nikolai-Gymnasium 1827 finanzierte N. sein Studium der Theologie und klassischen Philologie an der dortigen Universität mit Stipendien und Übersetzungen (Hesiods Werke, Gedichte der Bukoliker). 1830 promovierte er bei Gottfried Hermann und wurde im selben Jahr als Observator an der Rats-, später Stadtbibliothek Leipzig angestellt. Nach dem theol. Kandidatenexamen 1832 trat er das Katechetenamt an der Peterskirche in seiner Vaterstadt an. das er 1835 zugunsten einer Lehrerstelle für alte Sprachen, Geschichte, Geographie und Religion am Nikolai-Gymnasium aufgab. Hier wirkte N. bis 1876, rückte 1871 zum ersten Oberlehrer und Konrektor auf und erhielt 1873 den Professorentitel.

    Seine eigentliche Bedeutung erlangte N. im Nebenamt als Subbibliothekar der Ratsbibliothek (seit 1835). Berühmt wurde N. durch die Veröffentlichung des Handschriftenkatalogs mit der Beschreibung von 941 abend- und 433 morgenländ. Manuskripten der Stadtbibliothek 1836–40. In seiner Amtszeit stieg außerdem der Bestand von 37 000 Bänden (1837) auf etwa 100 000, der jährliche Anschaffungsetat wurde erhöht, es kam zu Erwerbungsabsprachen mit der Universitätsbibliothek und die Benutzungsbedingungen wurden liberalisiert. Auch in der Verbindung von Bibliothek, Ausstellung und wissenschaftlicher Publikation ging N. neue Wege, so mit der ständigen Ausstellung der Kostbarkeiten seit 1856, der Ausstellung zum 50jährigen Bestehen des Börsenvereins deutscher Buchhändler 1875. 1840 gründete N. zusammen mit dem Leipziger Verleger Theodor Oswald Weigel die erste bibliothekarische Fachzeitschrift mit dem Titel „Serapeum, Zeitschrift für Bibliothekswissenschaft, Handschriftenkunde und ältere Litteratur“ (1840-70, Nachdr. 1966). Sie erschien 31 Jahre unter N.s Herausgeberschaft mit dem Hauptgewicht auf Handschriftenkunde und älterer Literatur, bis sie 1870 mangels Mitarbeitern eingestellt werden mußte. Die internationale Wirkung dieses Fachorgans wird deutlich durch das Sachregister „A classified index to the Serapeum“ (1897) des Inkunabelforschers Emil Proctor.

  • Literatur

    Sächs. Schriftst.-Lex., 1875, S. 231 f. (W-Verz.);
    Bursian-BJ III, 1880, S. 27 f.;
    K. Pilz, Der Geist d. Freimaurerei, 1882, S. 43-50;
    K. Bader, Lex. dt. Bibliothekare, 1925, S. 180;
    E. Rothe, in: Zs. f. Bibl.-wesen u. Bibliogr. 6, 1959, S. 335-43. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ.-Bibl. Leipzig.

  • Autor/in

    Johannes Buder
  • Empfohlene Zitierweise

    Buder, Johannes, "Naumann, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 773 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104274212.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA