Lebensdaten
1783 bis 1854
Geburtsort
Bebenhausen (Württemberg)
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Mediziner ; Naturphilosoph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11929026X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schelling, Karl Eberhard (bis 1837)
  • Schelling, Carl Eberhard Ritter von
  • Schelling, Karl Eberhard (bis 1837)
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Schelling, Carl Eberhard Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11929026X.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Friedrich Wilhelm Joseph v. S. (s. 1);
    - Friederike Vellnagel (1793–1850), aus St.;
    K u. a. Marie (1825–62, ⚭ Ferdinand Gottlob Jakob v. Müller, 1816–97, württ. Personaladel, Stadtpfarrer u. Dekan in Langenburg, Hohenlohe, 1861 Oberkonsistorialrat, seit 1868 Feldpropst u. Prälat in St. (s. BJ II, S. 286 f.; NDB 18*); Verwandter d. Ehefrau (?) August Frhr. v. Vellnagel (1764–1853), württ. Staatssekr., Oberhofratspräs. (s. NDB XI*); Schwägerin Caroline S., geb. Michaelis, verw. Böhmer, gesch. Schlegel (s. 2);
    N Hermann v. S. (s. 4);
    E Karl Müller (1852–1940), ao. Prof. d. KGesch. in Berlin, 1884-86 in Halle/Saale, 1886 o. Prof. in Gießen, 1891 in Breslau, seit 1903 in Tübingen (s. NDB 18).

  • Leben

    S. studierte seit 1799 Medizin in Jena und Tübingen, wo er 1803 mit der Arbeit „Cogitata nonnulla de idea vitae, hujusque formis praecipuis“ bei Karl Friedrich Kielmeyer (1765–1844) promoviert wurde. 1804/05 bildete er sich in Wien weiter, u. a. bei dem Augenheilkundler Johann Adam Schmidt (1759-1809). Seit 1806 praktizierte S. in Stuttgart zunächst als praktischer Arzt, dann als „Kgl. Hofmedicus“ (1814) und Mitglied der „Section des Medicinalwesens“ im Innenministerium sowie als Waisenhausarzt im kgl. Waisenhaus (1815–23). Weitere Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren 1824 die Ernennung zum Assessor im „Medicinal-Collegium“ und zum Medizinalrat (1828 Obermedizinalrat). 1828-34 war er ao. Mitglied der „Strafanstalten-Commission“, 1843 erfolgte seine Berufung zum Mitglied der „Commission für die Erziehungshäuser“.

    In seinen Publikationen war S. bestrebt, die naturphilosophischen Konzepte seines Bruders auf die Heilkunde und die Theorie vom Leben zu übertragen. Beispielsweise soll die naturphilosophisch begründete Lehre vom „animalischen Magnetismus“, einer in der romantischen Medizin weitverbreiteten psychiatrisch-psychosomatischen Therapieform, die auf Elementen der Autosuggestion und Hypnose beruht, auch die theoretischen Grundlagen für Physik und Chemie sowie wichtiger Bereiche der Heilkunde wie die Materia medica und die Physiologie bilden können. Die sich während einer magnetischtherapeutischen Sitzung ergebende Arzt-Patienten-Beziehung deutete S. bereits im modernen Sinne, indem er die Möglichkeit der Abhängigkeit des Kranken vom Arzt hervorhob, die die Gefahr des Mißbrauchs durch den Therapeuten in sich berge. Ausgehend von der Theorie des „tierischen Magnetismus“ setzte er sich mit der Leib-Seele-Problematik sowie mit philosophischen Fragestellungen zu Krankheit und Tod auseinander. Leib und Seele stehen demnach bei einem gesunden Menschen im Einklang. Eine Erkrankung der Seele führe zur Entzweiung des Menschen mit dem eigenen Körper und der Außenwelt und, analog zu Auffassungen der heutigen Psychosomatik, zur Krankheit des Körpers. Nach S. ist der Tod nicht das Ende des Lebens, da der geistige Anteil des Lebens in Form der unendlichen Seele, die sich lediglich vom endlichen Körper getrennt habe, weiter bestehe. Obwohl er als Gelehrter im Schatten seines Bruders stand, war S. aufgrund seiner wissenschaftlichen und ärztlichen Tätigkeit einer der bekanntesten Mediziner und Naturphilosophen der Romantik.

  • Werke

    Weitere W Ideen u. Erfahrungen über d. thier. Magnetismus, in: Jbb. d. Medicin als Wiss. 2, 1806, S. 3-46;
    Über d. Leben u. seine Erscheinung, 1806.

  • Literatur

    L. Pareyson, Schellingiana rariora, 1977, S. 715;
    W. E. Gerabek, Friedrich Wilhelm Joseph S. u. d. Med. d. Romantik, 1995, passim;
    D. Nübling, C. E.|S., Leben u. Wirken e. romant. Arztes, Diss. Lübeck 1997.

  • Portraits

    v. S. Pfann, 1854 (Stuttgart, Württ. Landesbibl., Graph. Slgg.).

  • Autor/in

    Werner E. Gerabek
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerabek, Werner E., "Schelling, Carl Eberhard Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 656-657 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11929026X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA