Lebensdaten
1888 bis 1954
Geburtsort
Tauperlitz bei Hof/Saale
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schriftstellerin ; Romanschriftstellerin ; Drehbuchautorin
Konfession
evangelischer Vater,konfessionslos
Normdaten
GND: 118701495 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Harbou, Thea Gabriele von
  • Klein-Rogge, Thea Gabriele (in erster Eher)
  • Lang, Thea Gabriele (in zweiter Ehe)
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Zitierweise

Harbou, Thea von, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118701495.html [29.09.2016].

CC0

Harbou, Thea Gabriele von

Roman- und Drehbuchautorin, * 27.12.1888 Tauperlitz bei Hof/Saale, 1.7.1954 Berlin. (konfessionslos)

  • Genealogie

    V Theodor (1848–1913, ev.), Forstmeister, S d. Andreas (1809–77). Dr. iur., WGR u. Staatsmin. v. Reuß J. L., u. d. Mathilde Hensen; M Clotilde Constance (* 1851), T d. Eugen d'Alinge (1819–94), Dir. d. Strafanstalt in Zwickau, die er zu e. Musteranstalt machte (s. L); Ov Karl (1860–1927), preuß. Gen.-Lt.; - 1) (⚮) Rudolf Klein-Rogge (1888–1945), Oberregisseur u. Schauspieler (s. Kosch, Theater-Lex.), 2) (⚮) Fritz Lang (* 1890), Filmregisseur, 3) Dr. Tendulkar, Kaufm.

  • Leben

    Nach Besuch des Luisenstiftes bei Dresden und ersten schriftstellerischen Versuchen debütiert H. 1906 am Düsseldorfer Schauspielhaus. Es folgen Engagements als Salondame und erste Liebhaberin in Weimar (1908–10), Chemnitz (1911–12) und Aachen (1913–14). Nach dem Publikumserfolg ihres Romans „Die nach uns kommen“ (1910) und mehr noch der schwülstig-vaterländischen Novellen „Der Krieg und die Frauen“ (1913) und „Deutsche Frauen“ (1914) betätigt sie sich nur noch als Schriftstellerin. Seit 1917 in Berlin, schreibt sie für Joe May ihren ersten Film „Die Liebe von Hette Raimond“. Bei der May-Film GmbH kommt es 1918 zur Zusammenarbeit mit Fritz Lang, für den sie 1922-33 (meist nach ihren Romanen) alle Drehbücher schreibt. Außerdem arbeitet sie für Joe May, F. W. Murnau, Carl Th. Dreyer und Arthur von Gerlach. Während Fritz Lang 1933 emigriert, bleibt sie in Deutschland und ist bis Kriegsende einer der meistbeschäftigten Drehbuchautoren. Nach 1945 hat sie keine größeren Erfolge mehr erzielen können.

    H. verzichtete in ihren Romanen auf Psychologie und Charakterzeichnung zugunsten einer schwülstig pathetischen Seelenschilderung und eines packenden Handlungsablaufes. – Wesentlich ist ihre Arbeit als Drehbuchautorin. Der zum Monumentalen neigende, teils architektonisch strenge, teils phantastische und legendenhafte Stil der Stummfilme Fritz Langs ist von ihr entscheidend mitbestimmt worden. Die nur abfällige Beurteilung der H., besonders durch einen|Kreis französischer Filmpublizisten, ist nicht berechtigt und auch von Lang selbst nie unterstützt worden. Jedenfalls ist H. auch die Autorin von „M“ (1931), Langs bestem europäischen Film. Nach 1933 ist sie stark beteiligt an der Entstehung des ihrem Wesen völlig entsprechenden sentimental pathetischen, jedem Realismus feindlichen Filmstils des „Dritten Reiches“. – Ihre hervorragende Begabung, eine Handlung in die Bildersprache des Films zu übersetzen, erweist sich besonders bei der Bearbeitung literarischer Werke. Die Fähigkeit, aus eigener Vorstellungskraft echte Menschen und Probleme zu gestalten, fehlt ihr im Drehbuch wie im Roman. H. hat einen wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung des deutschen Films ausgeübt, sie ist keineswegs nur eine vielbeschäftigte Routineschreiberin.

  • Werke

    Weitere W Romane: Der unsterbliche Acker, 1915;  Die Flucht d. Beate Hoyermann, 1916;  Das ind. Grabmal, 1917 (Drehb. 1921);  Adrian Drost u. s. Land, 1918;  Das Haus ohne Türen u. Fenster, 1920;  Das Nibelungenbuch, 1921 (Drehb. 1924);  Metropolis, 1926, engl. 1927, franz. 1928 (?) (Drehb. 1926);  Spione, 1926, engl. 1928, franz. 1929;  Die Frau im Mond, 1929, engl. 1930, franz. 1929 (Drehb. 1929);  Du bist unmöglich, Jo, 1931;  Aufblühender Lotos, 1941;  Gartenstraße 64, 1952. -Weitere Drehbücher: Die hl. Simplicia, 1920;  Das wandelnde Bild, 1920 (mit F. Lang);  Der müde Tod, 1921 (mit F. Lang);  Der brennende Acker, 1922 (mit W. Haas u. A. Rosen);  Dr. Mabuse, 1922;  Phantom, 1922;  Die Austreibung, 1923;  Michael, 1924 (mit C. Th. Dreyer);  Zur Chronik v. Grieshuus, 1925;  Spione, 1928;  Das Testament d. Dr. Mabuse, 1933;  Der alte u. d. junge König, 1935 (mit R. Lauckner);  Ein idealer Gatte, 1935;  Der Herrscher, 1937 (mit C. J. Braun);  Der zerbrochene Krug, 1937;  Verwehte Spuren, 1938 (mit F. Lützkendorf u. V. Harlan);  Hurra! Ich bin Papa, 1939;  Annelie, 1941;  Die Gattin, 1943;  Via mala, 1945;  Dr. Holl, 1951;  Dein Herz ist meine Heimat, 1953.

  • Literatur

    A. Eibel, Fritz Lang, Paris 1964 (P);  L. H. Eisner, F. W. Murnau, Paris 1964;  Enc. dello Spettacolo VI, Rom 1960;  Glenzdorfs Internat. Film-Lex. I, 1960, S. 598 f.;  Rhdb. (P). - Eigene Archivstud. - Zu Gvm E. d'Alinge: C. Kellner, in: Mitt. a. d. Goethever. z. Zwickau, 1894.

  • Portraits

    in: Der Spiegel, Jg. 1950, Nr. 45, S. 25 (Alters- u. Jugendbild).

  • Autor

    Rolf Burgmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Burgmer, Rolf, "Harbou, Thea von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 645-646 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118701495.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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