Lebensdaten
1819 bis 1889
Geburtsort
Essen
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 138681058 | OGND | VIAF: 90944671
Namensvarianten
  • Grillo, Wihelm Theodor
  • Grillo, Wilhelm
  • Grillo, Wihelm Theodor
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Zitierweise

Grillo, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138681058.html [14.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    B Friedrich (s. 1);
    Meiderich 1843 Catharina (1820–95), T d. Wilh. Kolkmann (1786–1833), Bes. d. Kolkerhofes, u. d. Elisabeth Welschen;
    5 S, 4 T, u. a. Wilhelm (1845–88), Mitinh. d. Fa. Wilhelm Grillo, Oberhausen, seit 1874, Julius (1849–1911), KR, Mitinh. d. Fa. Wilhelm Grillo Oberhausen, 1893 Umwandlung in e. Fam.-AGAG f. Zinkindustrie vorm. Wilhelm Grillo“, Friedrich (1858–1919), Ing., Mitinh. d. Fa. Grillo & Fecht, Zinkornamentefabrik in Oberhausen, August (1861–95), Mitinh. d. Fa. Wilh. Grillo, Oberhausen;
    5 E waren Mitglieder d. Vorstandes d. AG f. Zinkindustrie vorm. Wilh. G. Oberhausen.

  • Leben

    Wie sein Bruder Friedrich sah G. die Möglichkeiten zu wirtschaftlicher Tätigkeit in seinem Heimatgebiet an der Ruhr. Seine Lebensarbeit galt dem Zink und der Zinkfarbenindustrie. Nach Besuch des Gymnasiums in Essen und kaufmännischer Ausbildung gründete er 1842 eine Eisenwarenhandlung in Mülheim/Ruhr. Das Aufkommen verzinkter Gegenstände und die bereits bestehende Zinkhütte in Eppinghoven bei Mülheim weckten sein Interesse. Sein erstes kleineres Zinkwalzwerk in Neumühl bei Duisburg brachte jedoch wenig Erfolg. Weiterreichende Pläne verwirklichte G. 1854 im verkehrsgünstig gelegenen Oberhausen mit der Gründung des Zinkwalzwerkes Wilhelm G. Zu den ersten beiden Walzenstraßen wurden noch in den 50er Jahren zwei weitere eingerichtet. 1865 begann G. mit dem Bau einer Zinkweißanlage und trat damit als zweiter rheinischer Zinkweißfabrikant neben die belgische Firma „Vieille Montagne“ in Eppinghoven bei Mülheim auf den Markt. 1869 betrug beider Marktanteil in Preußen zusammen 85 %, wovon G. ⅓ produzierte. 1872 stellte die Zinkhütte in Eppinghoven nach einem Brand die Produktion ein, wodurch G. seine Erzeugung erheblich ausweiten konnte. Durch Exporte konnte er die Absatzschwierigkeiten im Inland in den 70er Jahren weitgehend ausgleichen. Seine Erzeugung an Zinkweiß stieg von 650 t im Jahre 1869 bis 1890 auf 4350 t. Die G.sche Gasfabrik versorgte das werkseigene Beleuchtungsnetz und das Netz der Stadt Oberhausen. Walzwerk und Zinkweißfabrik in Oberhausen ergänzte G. 1880 durch eine eigene Zinkhütte in Hamborn, die Rohzink, Halbzeuge, Legierungen und Schwefelsäure herstellte. Im Aufbau der Zinkunternehmen wurde G. von seinen Söhnen unterstützt, von denen der erste 1865 eintrat. Die in eine AG umgewandelte Firma Wilhelm G. Oberhausen wird heute von seinen Enkeln geleitet. Mit seinen Brüdern August und Friedrich, und zwei Schwägern gründete G. das 1857 in Betrieb genommene „Aktienetablissement Styrum für Eisenindustrie“ bei Mülheim/Ruhr, das seinen Sitz in Oberhausen hatte. Der industriellen Entwicklung Oberhausens, Hamborns und Mülheims gab G. durch seine Gründungen einen nicht geringen Auftrieb.

  • Literatur

    L z. Gesamtfam.: T. Kellen, F. G., Lb. e. Großindustriellen, 1913;
    F. Kempken, Die wirtsch. Entwicklung d. Stadt Oberhausen, Diss. Tübingen 1917;
    G. A. Walter, Die geschichtliche Entwicklung d. rhein. Mineralfarbenindustrie v. Beginn d. 19. Jh. b. z. Ausbruch d. Weltkrieges, 1922, S. 125, 200;
    F. Schubert, F. G., in: Werk 6, 1926;
    F. A. Freundt, Kapital u. Arb., 1929 (P);
    W. Däbritz, in: Rhein.-Westfäl. Wirtsch.biogr. II, 1934, S. 68-80;
    H. Freytag u. O. Most, Duisburg, 1937, S. 54;
    P. Wiel, Die Industrie d. Nichtkohlechemie u. d. NE-Metalle im Ruhrgebiet, = Btr. z. Industriewirtsch. d. Ruhrgebiets 32, 1947;
    O. Gerlach, Ahnen- u. Nachfahrenliste G. ausgehend v. d. Eheleuten Wilh. Theodor G. u. Catharina Kolkmann, 1954;
    ders., Stammfolge d. Geschl. G. aus Sonders im Veltlin, i. A. d. AG f. Zinkindustrie vorm. Wilh. G. Duisburg Hamborn, 1955;
    W. Helmrich, Die Expansion d. chem. Industrie im Kammerbez. Duisburg, in: Wirtsch. Mitt. d. nd.rhein. Industrie- u. Handelskammer Duisburg-Wesel 11, Nr. 24 v. 15.12.1955, S. 574 ff.;
    K. Mews, F. G. u. Neuschottland, Btr. z. Gesch. v. … Essen, 1955, H. 70. |

  • Quellen

    Qu.: Akten u. Briefe in d. Staatsarchiven Düsseldorf u. Münster u. im Westfäl. Wirtsch.archiv Dortmund.

  • Autor/in

    Barbara Gerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerstein, Barbara, "Grillo, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 69 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138681058.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA