Lebensdaten
1821 bis 1900
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Erfinder
Konfession
katholischer Onkel
Normdaten
GND: 116897430 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Natterer, Johann
  • Nattherer, Johann

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Zitierweise

Natterer, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116897430.html [18.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1786–1852), Kustos am kaiserl. Naturalienkab. in W. (s. ÖBL, L), S d. Josef (1754–1823, s. Gen. 1);
    M N. N.;
    Ov Johann (s. 1);
    B Josef ( 1862), Forschungsreisender, Konsularverweser in Khartum, Pionier d. Photographie (s. Wurzbach);
    N. N.;
    K, u. a. Konrad (1860–1901), Chemiker (s. Pogg. IV; ÖBL).

  • Leben

    N. studierte in Wien Medizin, interessierte sich aber auch für die Naturwissenschaften. Um 1840 gehörten er und sein Bruder Josef zur sog. Fürstenhofrunde, einem Kreis von Pionieren der Lichtbildnerei in Wien. Die Brüder verfertigten Daguerreotypien und entwickelten ein Verfahren, das die Empfindlichkeit der dabei verwendeten Silberplatten soweit steigerte, daß sie spätestens seit März 1841 Momentaufnahmen herstellen konnten.

    Von nachhaltigerer Wirkung war N.s Beschäftigung mit der Verflüssigung von Gasen, bei der er zunächst mit Kohlensäure und Stickstoffoxydul (Lachgas) experimentierte. Die von ihm entwickelte Kompressionspumpe, die ein gefahrloses Arbeiten erlaubte, gehörte in den nachfolgenden Jahrzehnten zur Standardausstattung physikalischer Labors in ganz Europa und machte N. weithin bekannt. Neben der Entwicklung dieser praxistauglichen Apparatur erwarb sich N. auch Verdienste um die Theorie der Gase. Er postulierte und belegte experimentell, daß Gase bei hohem Druck vom Boyle-Mariotteschen Gesetz abweichen. Die von N. zu dieser Frage erzielten Meßergebnisse für Luft, Stickstoff und Wasserstoff wurden später (z. B. durch A. Michels 1936/41) bestätigt. Bei seinen Experimenten erreichte N. Drücke bis zu 3000 Bar. Einen Teil seiner Experimentalbefunde zur Gasverflüssigung beschrieb er in seiner Dissertation. 1851 ließ sich N. in Wien als praktischer Arzt nieder und stellte seine naturwissenschaftlichen Forschungen ein.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina (1858); Franz-Joseph-Orden (1866).

  • Werke

    Stickstoffoxydul in freier Luft im flüssigen u. festen Zustande dargestellt, in: Poggendorfs Ann. d. Physik, 1844, S. 132;
    Die coercibilen Gase, med. Diss. Wien 1847.

  • Literatur

    Joseph Natterer, Ueber Photographie, in: Polytechn. Notizbl. f. Gewerbetreibende, Fabrikanten u. Künstler 7, 1852, S. 36;
    A. Bauer, in: Oesterr. Chemiker-Ztg. IV/2, 1901;
    F. Munczak, in: Bll. f. Technikgesch. 20, 1958, S. 53;
    B. v. Dewitz, Silber u. Salz, Kat. d. Ausst. z. Frühzeit d. Photographie im dt. Sprachraum, Köln u. Heidelberg 1989, S. 145 f.;
    Wurzbach;
    Pogg. II-IV;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    ÖBL;
    J. Kriechbaum, Lex. d. Fotografen, 1981.

  • Autor/in

    Anita Kuisle
  • Empfohlene Zitierweise

    Kuisle, Anita, "Natterer, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 755 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116897430.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA