Lebensdaten
1904 bis 1973
Geburtsort
Sathmar (Ungarn, heute Rumänien)
Sterbeort
bei Los Angeles (Kalifornien, USA)
Beruf/Funktion
Schauspielerin
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 132694425 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Czisier, Ekaterina Nagy von (eigentlich)
  • David, Käthe (in erster Ehe)
  • Fattini, Käthe (in zweiter Ehe)
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Zitierweise

Nagy, Käthe von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132694425.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Bankdir.;
    M N. N.;
    1) (⚮) Constantin J. David (* 1900), Regisseur, 2) Jacques Fattini, Schausp.

  • Leben

    N. absolvierte das Gymnasium in Subotica (Wojwodina) und die Klosterschule in Frohsdorf (Niederösterreich). Sie nahm Schauspielunterricht und schrieb für Budapester Zeitungen. Um 1926 ging sie nach Berlin. 1927 erhielt sie eine Rolle in dem Film „Männer vor der Ehe“, den ihr späterer erster Ehemann inszenierte. In ihrem nächsten Film|„Gustav Mond, du gehst so stille“ spielte sie ein sportbegeistertes Mädchen und in „Die Republik der Backfische“ (1928) eines, das mit ihren Freundinnen einen eigenen Staat gründen will. Aufgrund ihres burschikosen, temperamentvollen Auftretens galt N. zunächst als „Backfischdarstellerin“, doch sollte das Sportive, dabei Selbstbewußte und wenig Damenhafte ihrer Erscheinung bald zum Kennzeichen eines neuen Frauentyps im deutschen Film werden. Als Frau von nebenan verkörperte sie ein Barmädchen in „Ihre Majestät die Liebe“ (1930), eine Maniküre in „Ich bei Tag und du bei Nacht“ (1932) oder bereits in filmischer Travestie eine Prinzessin, die als Stubenmädel auf den Gesindeball geht, in „Ihre Hoheit befiehlt“ (1931). Stets ging es darum, als adrette, natürlich wirkende Durchschnittsfrau tatkräftig dazu beizutragen, den geliebten Mann und den gemeinsamen sozialen Aufstieg zu erobern. N. tat dies mit vitalem Charme und erstaunlicher „Echtheit“ in der „Unechtheit“ operettenhafter Musikkomödien. Sehr verinnerlicht war ihr Spiel in dem ital. Film „Rotaie“ (1929), wo sie die vertraute Arbeit in der Fabrik dem Luxusleben vorzog, und in dem nationalistischen Heimkehrerdrama „Flüchtlinge“ (1933), wo sie an der Seite von Hans Albers eine sanftmütige Wolgadeutsche verkörperte. In den 30er fahren gab sie auch den Salondamen oder Gräfinnen burschikose Züge, wenn sie als Kostümdesignerin in „Ronny“ (1931) den Nachstellungen eines Fürsten parierte, als verarmte Grafentochter in „Das schöne Abenteuer“ (1932) einer berechnenden Verheiratung widerstand oder resolut als „Die Pompadour“ (1935) agierte.

    1936 übersiedelte N. vorwiegend aus privaten Gründen nach Frankreich, wo sie aufgrund synchronisierter Versionen ihrer deutschen Erfolgsfilme sehr bekannt war. Sie spielte hier sowohl in Filmen von Emigranten als auch bis 1939 in deutschen Produktionen. Nach dem Krieg war ihr Typ der optimistischen, mädchenhaften Frau kaum mehr gefragt. Sie wirkte noch in zwei Filmen mit, zuletzt 1952 als kokette Gräfin Paalen in „Die Försterchristl“.

  • Werke

    Es gibt keine Backfische, in: Mein Film v. 30.8.1929, S. 5;
    Du u. ich u. wer noch?, in: Ufa-Feuilleton v. 6.3.1934, S. 4.

  • Literatur

    K. v. N., in: H. Treuner (Hrsg.), Filmkünstler, Wir üb. uns selbst, 1928 (P);
    Aros (d. i. Alfred Rosenthal), K. v. N., 1932 (P);
    O. Behrens (Hrsg.), K. v. N., Hans Söhnker, Elga Brink, 1934 (P);
    Bezaubernde Frauen, in: Reihe d. Filmschrr. (Berlin), H. 9, 1938;
    Frauen um Hans Albers, ebd., H. 12, 1938;
    H. J. Schlamp, K. v. N., 1939 (P);
    H. E. Weinschenk, Wir v. Bühne u. Film, 1939, S. 265-74 (P); C. Romani, Die Filmdivas d. Dritten Reiches, 1982, S. 158-66 (P)
    ;
    CineGraph.

  • Autor/in

    Jürgen Kasten
  • Empfohlene Zitierweise

    Kasten, Jürgen, "Nagy, Käthe von" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 718 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132694425.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA