Lebensdaten
1874 bis 1945
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Albanien
Beruf/Funktion
General
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 138671087 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Myrdacz, Gustav (bis 1917)
  • Myrdacz, Gustav von
  • Myrdacz, Gustav (bis 1917)
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Zitierweise

Myrdacz, Gustav von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138671087.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (1847–1930), seit 1908 Gen.stabsarzt, Vf. v. Schrr. z. Militär-Sanitätsgesch. (s. Fischer; ÖBL);
    M N. N.

  • Leben

    M. wurde nach dem Besuch des Gymnasiums in Wien und der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt 1897 zum k. u. k. Feldjägerbataillon Nr. 32 in Galizien ausgemustert. 1901-03 absolvierte er die Kriegsschule (Generalstabsakademie) und stand seit 1904 bei verschiedenen Infanteriebrigaden als Generalstabsoffizier in Verwendung. Seit 1909 war er Taktiklehrer an der Technischen Militärakademie in Mödling. Zu Kriegsbeginn 1914 und bis in das Jahr 1915 hinein fungierte M. als Generalstabschef des Militärkommandos Sarajevo, was einer Dienstleistung an der Front fast gleichkam. Seit Dezember 1915 war er in der Generalstabsabteilung des XIX. Korps tätig, zeitweise auch als dessen Generalstabschef. Jenes|Korps war nach der Eroberung Serbiens durch österr.-ungar., deutsche und bulgar. Truppen weiter nach Nordalbanien vorgedrungen; M. plante weitgehend den Vorstoß nach Durazzo. Etwa in der Landesmitte mit ihren malariaverseuchten Sumpfgebieten entwickelte sich ein Stellungskrieg gegen die inzwischen gelandeten Italiener. Seit dem 1.5.1917 kommandierte M. dort das Grenzjägerbataillon IV., bevor er als Generalstabschef der 14. Infanterie-Division auf den ital. Kriegsschauplatz versetzt wurde. Hier nahm er an der 11. Isonzoschlacht teil (1.5.1918 Oberst im Generalstabskorps). Seit dem 16.7.1918, also bereits nach der letzten Offensive Österreich-Ungarns in Venetien, kommandierte M. das Infanterie-Regiment Nr. 117 am Tonalepaß (Südtirol). Einen Tag nach Abschluß des Waffenstillstandes (3.11.1918) geriet er in ital. Kriegsgefangenschaft, aus der er nach einem Jahr entlassen wurde. Er wurde beim Landesbefehlshaberamt Steiermark der Deutschösterr. Volkswehr als Stellvertretender Stadtkommandant von Graz zugeteilt. 1920 trat er in den Ruhestand. 1920 war auch der alban. Staat nach zweijähriger Besetzung des Landes durch die Armee des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen wieder errichtet worden. Noch im selben Jahr ging M. auf ein finanziell attraktives Angebot hin als Leiter einer Gruppe technisch versierter ehemaliger Angehöriger der k. u. k. Armee nach Albanien, um Straßen zu bauen. Schon im folgenden Jahr wurde er, wahrscheinlich in ital. Sold, Ausbildungsleiter der alban. Wehrformationen. M. stellte sich schließlich dem Politiker und Tabakhändler Ahmed Bey Zogu zur Verfügung, als sich dieser 1928 von der Nationalversammlung zum König ausrufen ließ. Zogu ernannte M. zum Generalstabschef der alban. Armee. Als Italien am 7.4.1939 das Land besetzte, flüchtete der König. M. blieb, obwohl er nach Auflösung der alban. Armee sein Amt verlor. Nach dem Übertritt Italiens 1943 in das Lager der Alliierten marschierten deutsche Truppen in Albanien ein. Ob M. an der 1945 noch nicht abgeschlossenen Aufstellung der 21. Waffen-SS-Gebirgsdivision „Skanderbeg“ mitgewirkt hat, läßt sich ebenso wenig belegen wie der Zeitpunkt und die Umstände seines Todes. Vermutlich wurde M. von Partisanen des Kommunistenführers Enver Hoxha, der Anfang Januar 1945 eine Volksfrontregierung bildete, umgebracht.

  • Literatur

    Anton Wagner, Der Erste Weltkrieg, 21981;
    H. Schwanke, Zur Gesch. d. österr.-ungar. Militärverw. in Albanien 1916–18, Diss. Wien 1982 (ungedr.);
    J. Piekalkiewicz, Krieg auf d. Balkan 1940-45, um 1985;
    N. v. Preradovich, Österreichs höhere SS-Führer, 1987;
    M. Schmidt-Neke, Albanien, Geschichtl. Grundlagen, in: Südosteuropa-Hdb. VII, 1993, S. 26-56;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Peter Broucek
  • Empfohlene Zitierweise

    Broucek, Peter, "Myrdacz, Gustav von" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 673 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138671087.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA