Lebensdaten
1922 – 1992
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Afrikanist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119146797 | OGND | VIAF: 49237301
Namensvarianten
  • Mukarovsky, Hans Günther
  • Mukarovsky, Hans G.
  • Mukarovsky, Hans
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Zitierweise

Mukarovsky, Hans Günther, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119146797.html [04.07.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Geza Engelbert (1887–1956), k. u. k. Major, Teilh. e. Bank, S d. Vinzenz (1855–1923), k. u. k. Militär-Verpflegungs-Official in Szegedin (Ungarn), u. d. Helene Reimer ( 1940);
    M Elisabeth Auguste (1896–1980), Schausp., T d. Ernst Weiss,|Oberstlt., u. d. Berta Gabriele Porubsky; Verwandter Geza (1917–1990), Wirtsch.journalist in Casablanca (Marokko); – ledig.

  • Biographische Darstellung

    Seit 1940 Schüler Wilhelm Czermaks (1889–1953) in Wien, befaßte sich M. intensiv mit afrikan. Sprachen, Ägyptologie, Völkerkunde sowie Arabisch und besuchte im Sommersemester 1941 an der Univ. Berlin afrikanistische Vorlesungen und Seminare bei Diedrich Westermann, ehe er 1942-44 Dolmetschereinheiten für die „Kolonial“-Sprachen Hausa, Ful, Swahili und dann für Arabisch zugeteilt wurde. 1948 legte er bei Czermak seine Dissertation „Die Sprache der Kisi in Liberia, Abriß einer Grammatik mit Texten und Vokabular, bearb. nach Aufzeichnungen von Dora Earthy“ vor, die eine bis dahin fast unbekannte westafrikan. Sprache untersucht. Seit 1953 Lektor für afrikan. Sprachen in Wien, beschäftigte sich M. eingehend mit dem Ful und dem Berberischen sowie der vergleichenden afrikan. Sprachwissenschaft. 1961 erschien mit „Afrika, Geschichte und Gegenwart“ (franz. 1964) nach D. Westermann (1952) die zweite deutschsprachige Gesamtdarstellung der Geschichte Afrikas. 1963 habilitierte sich M. über „Die Grundlagen des Ful und das Mauretanische“, ausgezeichnet mit dem Kardinal-Innitzer-Preis, und wurde 1969 zum ao. Professor ernannt. Bis zu seiner Ernennung zum o. Professor in Wien 1977 war M. als Beamter im Bundespressedienst tätig.

    Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeiten waren u. a. die deskriptiven und genetischen Probleme des Ful als der weitest verbreiteten Sprache Westafrikas. In Weiterführung von Westermanns Arbeiten befaßte sich M. mit Vergleichen der westnigritischen Sprachen und ihrer Beziehungen zum Bantu sowie des Baskischen mit den erythräischen Sprachen. Darüber hinaus bemühte er sich um eine Identifizierung der in ihrer Verwandtschaft mit dem „Hamitosemitischen“ noch nicht erkannten afrikan. Sprachen und untersuchte Probleme der prähistorischen, euro-saharanischen Spracheinheit. Seine Arbeiten über afrikan.-bask. Verbindungen und über das Euro-saharanische, mit denen M. ungesichertes Terrain betrat, fanden geteilte Aufnahme. – M. äußerte sich auch in vielen Zeitungsartikeln zu politischen Problemen Afrikas. Nebenbei war er als Mitbegründer des Vereins „Österreichisches College“ auch literarisch tätig und veröffentlichte 1982 unter dem Titel „Am Rande der Wirklichkeit“ eine Auswahl seiner Gedichte. Auf M.s Initiative fand 1978 in Wien das Leo-Reinisch- Symposion statt, das die Leistungen des Begründers der Afrikanistik in Österreich neben denen von Richard Lepsius hervorhob.|

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    Theodor-Körner-Preis (1957/58);
    Wirkl. Hofrat (1973);
    zahlr. Orden, u. a. belg. Leopoldsorden II. Kl.

  • Werke

    Weitere W u. a. A Study of Western Nigritic, 2 T., 1977;
    Mande-Chadic, Common Stock, A Study of Phonological and Lexical Evidence, 1987. – Aufsätze in: Wiener Zs. f. d. Kunde d. Morgenlandes 54, 1957, S. 130-40, ebd. 59/60, 1963/64, S. 552-94;
    Wiener Völkerkundl. Mitt. 13, H. 8, 1966, S. 9-36;
    Groupe linguistique d'études Chamito-Sémitiques XI, 1967/68, S. 160-77;
    Euskera, Trabajos y actas de la Acad. de la Lengua Vasca 17, 1972, S. 5-49;
    Afrika u. Übersee 62, 1979, S. 81-106, ebd. 64, 1981, S. 187-226, 72, 1989, S. 161-90;
    Zs. f. Phonetik, Sprachwiss. u. Kommunikationsforschung 34, 1981, S. 511-26, ebd. 43, 1990, S. 447-56;
    Sprache, Gesch. u. Kultur in Afrika, hrsg. v. R. Voßen u. U. Claudi, 1983, S. 255-77. – Hrsg.: Leo Reinisch, Werk u. Erbe, 1987.

  • Literatur

    E. Sommerauer, H. G. M. – Lebensweg u. Werk, in: Komparative Afrikanistik, Sprach-, geschichts- u. literaturwiss. Aufsätze zu Ehren v. H. G. M. anläßl. seines 70. Geb.tags, hrsg. v. E. Ebermann, E. R. Sommerauer u. K. E. Thomanek, 1992, S. III-XVII (W-Verz., L, P).

  • Autor/in

    Erich René Sommerauer
  • Zitierweise

    Sommerauer, Erich René, "Mukarovsky, Hans Günther" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 572-573 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119146797.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA