Dates of Life
1874 bis 1941
Place of birth
Olten (?) Kanton Solothurn
Place of death
Wien
Occupation
Chemiker
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 117612308 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Müller, Wolf Johannes
  • Mueller, Wolf J.
  • Mueller, Wolf Johannes

Archival Sources

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Life description (NDB)

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Müller, Wolf Johannes, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117612308.html [21.03.2019].

CC0

  • Genealogy

    V Karl ( v. 1935), Dipl.-Ing., Civiling. in O., später in Freiburg (Breisgau), S d. Johann (s. 1);
    M Emma Ziegler ( v. 1935);
    Gr-Ov Andreas (s. 2);
    1908 Magda (1892-n. 1941), T d. Heinrich Roeffs, Senatspräs., u. d. Josefa Remy;
    2 S, 1 T.

  • Life

    M. verbrachte nur seine ersten Lebensjahre in der Schweiz, die Schule besuchte er bereits am neuen Wohnort seiner Eltern in Freiburg (Breisgau). Nach dem Abitur am dortigen humanistischen Gymnasium studierte er Chemie in Straßburg und Freiburg, wo er 1897 mit der Arbeit „Über einige neue Derivate des o-Methylchinolins“ promoviert wurde. Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin bei J. H. van't Hoff übernahm M. 1898 eine Assistentenstelle am Physikalischen Institut der Univ. Münster bei W. Hittorf, wo er erstmalig mit dem Thema der Passivierung von Metallen in Berührung kam. Darunter versteht man die auffallende Beständigkeit an sich unedler Metalle gegenüber Säuren oder Basen unter bestimmten Reaktionsbedingungen. 1900-03 befaßte sich M. im Labor L. Gattermanns in Freiburg erneut mit Problemen der organischen Chemie und habilitierte sich dort bereits 1900 mit Untersuchungen „Über die Zersetzungsgeschwindigkeit der Brombernsteinsäure in wäßriger Lösung“. Anschließend unterrichtete er an der städtischen Chemieschule in Mülhausen (Elsaß) und an der Univ. Basel (1906 Priv.-Doz., 1909 Prof.). Seit 1911 war M. als Vorstand des anorganischen Laboratoriums der Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co. in Leverkusen tätig, ehe er 1926 einem Ruf an die TH Wien als Nachfolger H. Jüptners folgte.

    Während seiner Tätigkeit für die Firma Bayer befaßte sich M. mit praktisch-technologischen Problemen und entwickelte u. a. ein Verfahren zur Erzeugung von Schwefelsäure aus Gips, das große Bedeutung erlangte, da dabei als Nebenprodukt ein hochwertiger Zement erhalten wurde (DRP 299 033 u. DRP 388 849). In Wien plante und leitete M. den Neubau eines Instituts für chemische Technologie anorganischer Stoffe, in dem er die bereits bei Hittorf und später auch während seiner Tätigkeit in Mülhausen begonnenen Arbeiten über die Passivierung von Metallen fortsetzte. Das Phänomen ist in der chemischen Literatur erstmals 1782 beschrieben worden; Faraday gelang 1836 ein theoretischer Erklärungsansatz, der in der Folgezeit zur sog. „Oxidhauttheorie“ weiterentwickelt wurde. Demnach ist die Ursache der Passivität in der Bildung einer resistenten, dünnen, dichten Schutzschicht auf der Metalloberfläche zu sehen. M. vermochte durch eine Reihe von elektrochemischen Untersuchungen, die sog. „Bedeckungstheorie“ zu formulieren, die sowohl die Passivierung wie die damit eng verbundenen Korrosionserscheinungen befriedigend erklärte und von grundlegender Bedeutung für das Verständnis des chemischen Verhaltens von metallischen Oberflächen wurde.|

  • Awards

    Korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in Wien (1936).

  • Works

    Weitere W Theorie d. Polarisation b. anod. Bedekkung u. Passivierung v. Metallen, in: Mhh. f. Chemie (Wien) 48, 1927, S. 711 (mit K. Konopicky);
    Zusammenhang v. passivierender Stromdichte u. Zeit, ebd. 49, 1928, S. 47 (mit O. Löwy);
    Stromdichte-Zeitkurve im Falle v. Bedeckungspassivität, ebd. 50, 1928, S. 385-91 (mit K. Konopicky);
    Anod. Verhalten v. Zink in schwefelsauren Elektrolyten, ebd. 52, 1929, S. 425-41 (mit L. Holleck);
    Passivität d.|Bleis in Schwefelsäure, Theorie d. Formierung d. Bleianode, ebd. 52, 1929, S. 442-62;
    Passivität d. Metalle, speziell d. Eisens, in: Zs. f. Elektrochemie 30, 1924, S. 401-16;
    Kinematik d. Passivitätserscheinungen, ebd. 35, 1929, S. 656-70;
    Die Bedekkungstheorie d. Passivität d. Metalle u. ihre experimentelle Begründung, 1933.

  • Literature

    M. Nießner, in: Österr. Chemiker-Ztg. 37, 1934, S. 107-09 (P);
    W. Machu, Die hist. Entwicklung d. Passivitätsforschung u. krit. Betrachtung d. versch. Passivitätstheorien, ebd., S. 109-12;
    M. Nießner, ebd. 45, 1942, S. 23 (P);
    A. Klemenc, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 75 (A), 1942, S. 30-33;
    ÖBL;
    Pogg. IV-VI

  • Author

    Claus Priesner
  • Citation

    Priesner, Claus, "Müller, Wolf Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 331 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117612308.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA