Lebensdaten
1878 bis 1960
Geburtsort
Hohenwettersbach bei Durlach (Baden)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Medizinhistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 130921696 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Martin

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Zitierweise

Müller, Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130921696.html [19.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Buchhalter;
    M Karoline Schelle;
    1922 Emma Margaret Kerschbaumer.

  • Leben

    M. studierte 1897 am Collegium Germanicum in Rom Theologie und Philosophie, seit 1899 in München klassische Philologie, Deutsch und Geschichte. 1906 erlangte er die Befähigung für das Lehramt an höheren Schulen und verblieb bis 1910 im Schuldienst, danach wurde er Assistent bei →Johannes Ranke|am Anthropologischen Institut der Univ. München. M. nahm daneben noch ein Medizinstudium auf, bei Ausbruch des 1. Weltkrieges meldete er sich zum Einsatz in der freiwilligen Krankenpflege, setzte sein Studium fort und arbeitete schließlich als Feldunterarzt und Feldhilfsarzt. 1919 wurde er an der Univ. München zum Dr. med. promoviert und erhielt die Approbation als Arzt. Anschließend eröffnete er eine Landarztpraxis in Johanniskirchen bei Wasserburg. 1923 erfolgte seine Promotion zum Dr. phil. in München.

    1925 verlegte M. seine Praxis nach München, um sich nunmehr neben der ärztlichen Berufsausübung der medizinhistorischen Forschung zu widmen, wozu ihn Karl Sudhoff in Leipzig ermuntert hatte, der ebenfalls aus der Tätigkeit als niedergelassener Arzt den Weg zur Erforschung der Geschichte seines Fachs gefunden hatte. 1927 erhielt M. ein Forschungsstipendium der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, 1929 konnte er sich an der Medizinischen Fakultät der Univ. München für Geschichte der Medizin habilitieren, 1939 wurde er zum ao. Professor ernannt. Dank der Förderung durch den Ordinarius für Innere Medizin, Friedrich v. Müller, und das Herausgeberkollegium der Münchener Medizinischen Wochenschrift konnte das bisherige Seminar für Geschichte der Medizin in ein Universitätsinstitut umgewandelt werden. M. verlagerte bei Kriegsbeginn die wertvollen Bücherbestände des Instituts nach Dießen am Ammersee, hielt unter schwierigen Bedingungen den Unterricht aufrecht und betreute ohne Unterstützung durch Assistenten viele Doktoranden. Nach Kriegsende durfte M. im Amt verbleiben und versah das Extraordinariat bis Jahresende 1949.

    M. gehört zu den Begründern der neueren deutschen Medizingeschichtsforschung. Durch seine eigenen Veröffentlichungen und die seiner Schüler, insbesondere zahlreicher Doktoranden, hat er dem Fach sichere methodische Grundlagen vermittelt. Sein wissenschaftliches Werk spiegelt sein besonderes Interesse an den Beziehungen zwischen der Philosophie und der empirischen Naturwissenschaft wider. Davon zeugen vor allem seine Arbeiten über den Physiologen Johannes Müller. 1937 publizierte er seine für einen breiten Leserkreis gedachte Monographie „Wege der Heilkunst“. Wenige Monate nach seinem Tode erschien der von ihm bearbeitete Registerband zu Sudhoffs Paracelsus-Gesamtausgabe.

  • Werke

    u. a. Über d. phil. Anschauungen d. Naturforschers Johannes Müller, in: Archiv f. Gesch. d. Med. 18, 1926, S. 130-50, 109-34, 328-50;
    Die Stellung d. Daniel v. Morley in d. Wiss. d. MA, in: Phil. Jb. 41, 1928, S. 301-37;
    Goethes Stellung z. theoret. u. prakt. Med., in: Fortschritte d. Med. 50, 1932, S. 218-22;
    257-60;
    Zur Synthese d. Med., in: Ärztl. Mitt. 38, 1953, S. 136-38.

  • Literatur

    M. Schmid, Personalbibliogr., in: Nachrr.bl. d. Dt. Ges. f. Gesch. d. Med., Naturwiss. u. Technik 11, 1958, S. 11-13;
    ders., ebd. 15, 1960, S. 21 f.;
    ders., in: Münchener med. Wschr. 102, 1960, S. 870;
    G. Hohmann, in: Ludwig-Maximilians-Univ. München, Jahreschron. 1960/61, S. 18 f.;
    R. Blases, Registerbd. zu Sudhoffs Paracelsus-Gesamtausg. 1960, S. VIII-XII (P);
    H. Röhrich, in: Bayer. Ärztebl. 34, 1979, S. 358, 363 (P);
    K. S. Kolta, in: P. U. Unschuld (Hrsg.), 50 J. Inst. f. Gesch. d. Med. d. Univ. München, 1989, S. 43-52 (P);
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Heinz Goerke
  • Empfohlene Zitierweise

    Goerke, Heinz, "Müller, Martin" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 455 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130921696.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA