Lebensdaten
1819 bis 1889
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Romanschriftsteller ; Jugendbuchautor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11534120X | OGND | VIAF: 9145971389032331328
Namensvarianten
  • Mylius, Franz (Pseudonym)
  • Elling, Franz von (Pseudonym)
  • Mylius, Otfried (Pseudonym)
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Müller, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11534120X.html [08.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Blasius;
    M Marie Josefa Caroline Paul;
    1844 Marie Luise Schiedmayer (1824–88);
    3 S, 5 T.

  • Leben

    Aus armen Verhältnissen stammend, besuchte M. bis 1832 das Gymnasium und trat dann als Lehrling in eine Buchdruckerei ein. Daneben trieb er literarische Studien und begann mit schriftstellerischen Versuchen. Das autodidaktische Studium, das auch Geschichte, Geographie und Naturgeschichte einschloß, vervollständigte er durch ein humanistisches Studium an der Univ. Tübingen, das er als 21jähriger antrat. 1842-68 leitete er die Redaktion der weit verbreiteten Unterhaltungszeitschrift „Erheiterungen“. 1869 wurde er Mitredakteur der Schönleinschen „Allgemeinen Familienzeitung“. Auch bei anderen Zeitschriften dieses Verlages trat er als Mitarbeiter hervor. Seit 1885 redigierte er die bei Cotta verlegte Zeitschrift „Das Ausland“. M. verfaßte zahlreiche Novellen und Unterhaltungsromane sowie Jugendschriften. Daneben schrieb er volkstümliche Aufsätze mit naturkundlicher, kulturgeschichtlicher und biographischer Thematik. Am bekanntesten wurde seine deutsche Bearbeitung von B. J. Lossings „Illustrated History of the United States for Schools and Families“ (1854-56), die er 1858 anonym herausgab. Während seine Romane und Aufsätze meist unter den Pseudonymen „Mylius“ oder „v. Elling“ gedruckt wurden, erschienen seine Jugendschriften unter seinem richtigen Namen.

    M.s im Gartenlaubenstil verfaßte Novellen und Romane fanden bei dem Leserkreis der von ihm redigierten Zeitschriften viel Beifall, waren jedoch überregional und auf Dauer kaum von Bedeutung. Mit seinen Jugendschriften dagegen erreichte M. einen großen Bekannheitsgrad, zumal sie auch von Pädagogen empfohlen und in Rezensionen wohlwollend besprochen wurden. Sie enthielten eine Mischung aus abenteuerlicher Handlung und naturkundlicher, geographischer und ethnologischer Belehrung und spielten zumeist in exotischen Gegenden Amerikas oder Afrikas. Da es sich bei den Handlungsträgern der Erzählungen meistens um Heranwachsende handelte, mit denen sich die jungen Leser gut identifizieren konnten, und weil es M. verstand, weniger langweilig als in den meisten Jugendzeitschriften der Zeit üblich zu erzählen, waren seine Bücher nicht nur bei den jungen Lesern beliebt. Sie erzielten relativ hohe Auflagen und wurden teilweise auch ins Französische und Englische übersetzt. Allerdings war auch für M. die Vermittlung exakter und detaillierter Kenntnisse aus Geographie, Naturkunde und Ethnologie wichtiger als die abenteuerliche Handlung, wie schon aus den Untertiteln der verschiedenen Werke hervorgeht, die „ein Naturgemälde aus dem tropischen Südamerika“ oder „ein Zonengemälde aus Süd-Afrika“ versprachen und fast immer „zur Lust und Lehre für die reifere Jugend“ dienen sollten.

  • Werke

    u. a. Die jungen Büffeljäger auf d. Prairien d. fernen Westens v. Nordamerika, 1857, 31875;
    Die jungen Pelzjäger im Gebiete d. Hudsonbay-Compagnie, 1858;
    Esperanza od. d. jungen Gauchos in d. Pampas am Fuße d. Anden, 1859;
    Die jungen Canoérose d. Amazonen-Stromes, 1860, 21872;
    Die jungen Boers im Binnenland d. Kaps d. guten Hoffnungen, 1862;
    Familiengeschichten, 1868;
    Der Mensch denkt, Gott lenkt, 1871;
    Geprüfte Herzen, 1874;
    Für Frauenhand, 1875.

  • Literatur

    R. Stach, in: Doderer II, 1977, S. 510 (P);
    Brümmer;
    Kosch, Lit.-Lex.3

  • Autor/in

    Helmut Müller
  • Empfohlene Zitierweise

    Müller, Helmut, "Müller, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 436 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11534120X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA