Lebensdaten
1877 bis 1952
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Rottach-Egern
Beruf/Funktion
Sängerin
Konfession
Christliche Wissenschaft
Normdaten
GND: 11714357X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Berta (eigentlich)
  • Morena, Berta
  • Meyer, Berta (eigentlich)
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Zitierweise

Morena, Berta, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11714357X.html [19.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V German Meyer (1847–1917), Kaufm., S d. Xaver, Metzger u. Wirt in Rottweil, u. d. Margaretha Hirl;
    M Friederike (1848–1929), T d. German Burkhardt (1821–90), Ökonomierat u. Gutsbes. in Rottweil, nat.liberaler Reichstagsabg. 1887-90 (s. L), u. d. Mathilde Osiander;
    Ur-Gvm Dr. Andreas Burkhardt (1786–1839), Rechtsanwalt u. württ. Landtagsabg.; – ledig.

  • Leben

    Durch den Chorleiter des Mannheimer Vereins für klassische Kirchenmusik, in dessen Konzerten die junge M. erstmals solistisch hervorgetreten war, wurde sie dem Mannheimer Hofkapellmeister H. Röhr empfohlen. Nach einem Vorsingen auf der Bühne des Hoftheaters übernahm dessen Frau, die Gesangspädagogin Sophie Röhr-Braijnin, die Ausbildung der angehenden Sängerin. Als Röhr 1896 an das Münchener Hoftheater berufen wurde, folgte M. dem Ehepaar nach München, um weiterhin bei ihrer Lehrerin studieren zu können. Ein Jahr danach konnte sie dem Münchener Generalintendanten E. v. Possart vorsingen, der sie daraufhin für die folgende Saison an die Hofoper engagierte. Seit ihrem Debüt als Agathe in Webers „Freischütz“ am 15.10.1898 blieb sie bis 1923 ständiges Mitglied des Münchener Ensembles. International berühmt wurde M. dabei vor allem durch ihr regelmäßiges Mitwirken|bei den 1901 eingerichteten, alljährlichen Wagner-Festspielen im Prinzregententheater. Es folgten Einladungen zu Gastspielen in der ganzen Welt. Zweimal verpflichtete sie sich an die Metropolitan Opera in New York, zunächst für fünf aufeinanderfolgende Spielzeiten 1908–12, dann noch einmal für die Saison 1924/25, nachdem sie die Münchener Oper bereits verlassen hatte. Zunehmende Beeinflussung des kulturellen Lebens durch nationalsozialistische Kreise sowie antisemitische Angriffe gegen viele ihrer Kollegen und auch gegen sie selbst hatten dort schon 1923 ihren Rücktritt bewirkt. Aufgrund ihrer Freundschaft zu unterdrückten Juden wurde ihr in der Folgezeit unter dem falschen Vorwand, sie selbst sei Jüdin, der Zutritt zum Nationaltheater verboten und auch jedes sonstige Auftreten erschwert. Ihr letztes Konzert, einen reinen Wagner-Abend, sang M. am 14.1.1933 im Odeon. Nach ihrem Abschied vom Konzertleben wirkte sie als Pädagogin in München, bis sie im August 1943 als Bombenflüchtling die Stadt verließ und nach Rottach-Egern am Tegernsee übersiedelte. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod in völliger Zurückgezogenheit.

    Nach ihrem erfolgreichen Münchener Debüt als Agathe sang M. zunächst überwiegend Partien des jugendlichen Faches, entwickelte sich aber aufgrund des warmen gesättigten Timbres ihrer Stimme, besonders in der Mittellage, bald zum lyrisch-dramatischen und hochdramatischen Sopran. Ihre hochgewachsene Gestalt, die stets hervorgehobene Schönheit und dramatische Ausdruckskraft ihrer Erscheinung prädestinierten sie in den Spielplänen der Zeit vor allem für die großen Wagner-Rollen, auf denen trotz vieler anderer Partien ihres Faches sowohl in München als auch an der Metropolitan Opera der Schwerpunkt ihres Wirkens lag. Erwähnenswert erscheint aus heutiger Sicht besonders ihr Erfolg als Leonore 1908 in New York unter Gustav Mahler. Da M. den technischen Möglichkeiten der Klangaufzeichnung ihrer Zeit skeptisch gegenüberstand, ist ihre Stimme nur auf einer einzigen Schallplatte mit Aufnahmen aus den Jahren 1908 und 1911, dafür jedoch in den wahrscheinlich wichtigsten der von ihr gesungenen Rollen (Elsa, Elisabeth, Sieglinde, Brünhilde) zu hören.

  • Literatur

    A. Vogl, B. M. u. ihre Kunst, 1919;
    J. Gentil, B. M., in: Mannheimer Hh. 3, 1952;
    J. Kesting, Die großen Sänger II, 1986, S. 763 f. (P);
    K. J. Kutsch u. L. Riemens, Großes Sängerlex. II, 1987. – Zu German Burkhardt: M. Schwarz, Biogr. Hdb. d. Reichstage, 1965.

  • Autor/in

    Vera Baur
  • Empfohlene Zitierweise

    Baur, Vera, "Morena, Berta" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 98 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11714357X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA