Lebensdaten
1656 – 1723
Geburtsort
Au im Bregenzerwald (Vorarlberg)
Sterbeort
Kloster Einsiedeln
Beruf/Funktion
Baumeister ; Benediktiner
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 129093521 | OGND | VIAF: 13378916
Namensvarianten
  • Mosbrugger, Caspar
  • Mosbrugger, Andreas (Taufname)
  • Moosbrugger, Andreas (Taufname)
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Zitierweise

Moosbrugger, Caspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129093521.html [20.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes (* 1615), S d. Christian u. d. Anna Beer;
    M Anna Sailer;
    B Michael (1642-n. 1697), Zimmermeister, Johannes (1659–1710), Maurermeister, wirkte mit am Neubau d. Klosters Einsiedeln (s. ThB); Verwandter Friedrich (s. 2).

  • Biographie

    Nach einer Maurer- und Steinmetzlehre in der Auer Zunft seit 1670 wurde M. von Christian Thumb am 5.1.1673 ledig gesprochen. Als Steinmetz war er seit 1674 unter Johann Georg Kuen am Chor der Stiftskirche Einsiedeln beteiligt, seit 1676 an der Sakristei und der Beichtkirche. Am 7.6.1681 bat M. um Aufnahme als Frater in das Kloster Einsiedeln und legte dort am 21.11.1682 die Profeß ab. Rasch entwickelte er sich zum gefragten Bauberater in der Schweiz und im Bodensee-Raum. 1691 begann M. eine umfangreiche Entwurfsserie für den Neubau von Kirche und Kloster Einsiedeln, zu dem er 1703 den Planungsauftrag erhielt. Im Gegensatz zur Klosteranlage wurde die Formfindung der Klosterkirche für M. zu einem äußerst langwierigen Prozeß, der 1705 durch die Einschaltung des Bologneser Architekten Marsigli und eines Mailänder Bernini-Schülers in die Richtung des ausgeführten Baues gelenkt wurde, insbesondere in der Anlage des querovalen Gnadenraums und der Einbeziehung des Vorplatzes. Die 1713 einsetzende letzte Planungsphase endete erst 1719 kurz vor Baubeginn mit der Festlegung der Fassade, wozu von M. allein sieben Varianten bekannt sind. Während der Einsiedler Planung übte M. weiterhin eine umfangreiche Berater- und Entwurfstätigkeit zu Kloster- und Kirchenbauten in der Schweiz und im Schwarzwald aus.

    Durch den Fund des sog. Auer Lehrgangs 1948 wurde die enge Verflechtung der Gestaltungsprinzipien M.s mit denen der Vorarlberger Bauschule deutlich. Zumeist schließt sich einem Langhaus des Vorarlberger Schemas (Hallenkirche mit eingezogenen Streben) ein Zentralbau an, letztlich eine Weiterführung der Zentralisierungsideen von Michael Beer und Johann Georg Kuen: Es entsteht ein gerichtetes Raumgefüge durch die klare Abfolge heterogener, selbständiger Teilräume bei gleichzeitigem Verzicht auf Raumverschmelzung. Dabei wird der Wandpfeiler zumeist im Ober- wie auch im Untergeschoß geöffnet. Als Ausgangspunkt diente M. häufig ein Grundriß vom Typ Obermarchtal, der vor allem für die Entwürfe von Disentis, Seedorf und Lachen entscheidend wurde. Für die differenzierten, reich gegliederten Fassaden (Einsiedeln, Projekte und Ausführung; Solothurn, Projekt) und für einzelne Details schöpfte M. zumeist aus ital. Stichwerken und Traktaten (Sebastiano Serlio, V. Buch), zudem übernahm er Anregungen der Architektur von Franz II Beer und des Salzburger Barocks.

    Kennzeichnend für die Entwurfstätigkeit von M. ist ein stetiges, nicht selten rein experimentelles Ringen um die Form. Die Bedeutung M.s, der nach seinem Tode als „Architectus celeberrimus“ gerühmt wurde, lag mehr im einfallsreichen Weiterverarbeiten vorhandener Tendenzen als in der souveränen Invention, doch griffen sowohl Franz II Beer in Weißenau wie Dominikus Zimmermann in Steinhausen seine moderne Ovalchorlösung auf.

  • Werke

    Weitere W Disentis, Klosterbau, 1683/94, Klosterkirche, 1695/1712;
    Muri. Kloster, 1684/1710, Klosterkirche, Entwurf (nicht ausgef.), 1694;
    Etzel,|St.-Meinrad-Kapelle, 1687/98;
    Kalchrain, Zisterzienserinnenkloster, 1697, 1702 ff., Kirche, 1717/23;
    Netstal, Pfarrkirche, 1703 ff.;
    Engelberg, Benediktinerkloster u. Kirche, 1704;
    Solothurn, Stiftskirche St. Ursen, Entwurf (nicht ausgef.), 1711;
    St. Gallen, Stiftsanlage u. Kirche, Entwürfe (nicht ausgef.), 1720/21 (Stiftsarchiv Einsiedeln). – Vollst. W-Verz. b. Lieb (s. L), S. 104 f.

  • Literatur

    N. Lieb, Die Vorarlberger Barockbaumeister, 1960, ³1976 (W, L);
    ThB.

  • Autor/in

    Ingo Seufert
  • Zitierweise

    Seufert, Ingo, "Moosbrugger, Caspar" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 76-77 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129093521.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA