Lebensdaten
1863 bis 1952
Geburtsort
(Bad) Buchau/Federsee (Oberschwaben)
Sterbeort
Raeren bei Eupen
Beruf/Funktion
Musikästhetiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117135542 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Moos, Paul

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Moos, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117135542.html [19.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1834–91) aus B., Kaufm., seit 1886 Bürger in Ulm, S d. Abraham (1799–1861) u. d. Veronika (Fanny) Weil (1803–85);
    M Karoline (1840–1929) aus B., T d. Raphael Einstein (1800–80) u. d. Jette Baruch; – ledig (?);
    Vt Albert Einstein (1879–1955), Physiker (s. NDB IV).

  • Leben

    M. gab die auf Wunsch des Vaters begonnene Kaufmannslehre auf, um das Abitur nachzuholen und studieren zu können, brach aber nach einigen Semestern an den Universitäten Tübingen und München das Studium ab. Er besuchte nun die Akademie der Tonkunst in München, war dort Schüler u. a. von Thuille, Rheinberger und Giehrl, führte jedoch auch diese Ausbildung nicht zu Ende, sondern ging nach Berlin, um Schriftsteller zu werden. Hier lernte er den Philosophen Eduard v. Hartmann kennen, dessen Lehre einen entscheidenden Einfluß auf sein Denken gewann. Nach einem längeren Aufenthalt in Italien, wo er seine von Jugend auf schwache Gesundheit zu stärken hoffte, kehrte er 1898 in seine Heimatstadt Ulm zurück. Unterstützt von seiner Mutter lebte und arbeitete er fortan als Privatgelehrter. 1902 erschien seine umfangreiche Monographie über die „Moderne Musikästhetik in Deutschland“, worin zum erstenmal eine historisch-kritische Übersicht über die Entwicklung musikästhetischen Denkens in Deutschland von Kant bis in die Gegenwart gegeben wurde. Das Werk gipfelte in einer Würdigung der 1887 erschienenen „Philosophie des Schönen“ E. v. Hartmanns als des Wertvollsten, was seit langem im Gebiet der Ästhetik einschließlich der Musikästhetik geleistet worden sei. Mit dieser These vermochte M. jedoch kaum jemanden zu überzeugen. Unbeirrt ergänzte er in den folgenden Jahren seine musikästhetischen und historischen Forschungen durch eine Reihe von Aufsätzen, u. a. über die Musiktheorie E. T. A. Hoffmanns (1906), in der er die Vorstufe zu den Lehren von Schopenhauer, R. Wagner und Hartmann sah. Da die Musikphilosophie Wagners nicht widerspruchslos in die Entwicklung des modernen musikästhetischen Denkens einzuordnen war, suchte er ihr in einer eigenen Monographie gerecht zu werden („Richard Wagner als Ästhetiker, Versuch einer kritischen Darstellung“, 1906). Seine Forschungen dehnten sich mehr und mehr auf das gesamte Gebiet der nachkantischen Ästhetik aus. Dabei unterschied M. grundsätzlich zwischen der empirisch ausgerichteten Kunsttheorie, die er generell für unzureichend hielt, und der metaphysisch ausgerichteten Ästhetik bzw. Kunstphilosophie, die allein dem Symbolgehalt der Musik und Kunst gerecht zu werden versprach. Die Priorität der Philosophie vor jeglicher Empirie und Psychologie hat er zeitlebens aufrechterhalten und wiederholt in kritischen Studien zu begründen versucht, z. B. in seinen Anmerkungen „Über den gegenwärtigen Stand der Musikästhetik“ (Bericht vom Kongreß für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft, Stuttgart 1914). 1920 erschien als erster Band seiner kritischen Darstellung der „Deutschen Ästhetik der Gegenwart“ seine Auseinandersetzung mit der psychologischen Ästhetik in der Vielfalt ihrer Ansätze und Methoden, jedoch mit Ausnahme der experimentellen und der Tiefenpsychologie; mit diesen Ansätzen hat er sich nie näher beschäftigt. 1931 konnte er den zweiten Band der „Deutschen Ästhetik“ erscheinen lassen, der die Philosophie des Schönen seit E. v. Hartmann behandelt. Grundlage und Maßstab seiner kritischen Darstellung, die sich nicht nur auf die philosophischen Standpunkte beschränkte, sondern auch die ästhetischen Reflexionen in den einzelnen Kunstwissenschaften einbezog, bildete nach wie vor die idealistische Inhaltsästhetik, die durch E. v. Hartmann zu einem konkreten Idealismus weitergebildet worden war. Danach versiegte M.s schriftstellerische Tätigkeit|.

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Erlangen 1929).

  • Werke

    Weitere W u. a. Hermann Cohen als Musikästhetiker, in: FS f. H. Kretschmar, 1918, S. 88-91;
    Beziehungen d. jüngsten Musikwiss. z. Ästhetik, in: Ber. üb. d. I. Musikwiss. Kongreß d. dt. Musikges., Leipzig, 1926, S. 405-09;
    Bemerkungen z. Thema „Sinn u. Wesen in d. Musik“, in: Musikforschung 4, 1951, S. 205 f.

  • Literatur

    A. Drews, P. M., Die Philos. d. Musik, in: Die Musik 15, 1, 1922/23, S. 352-56;
    J. H. Wetzel, P. M., ebd. 18, 2, 1925/26, S. 485-89;
    R. Dehmel, Bekenntnisse, 1926, S. 189-92;
    H. Engel, P. M. z. Gedächtnis, in: Musikforschung 5, 1952, S. 361-63;
    P. Mies, P. M. z. Gedächtnis, Aus seinen Briefen, in: Musicae Scientiae Collectanea, FS f. K. G. Feilerer, 1973, S. 386-89;
    Ziegenfuß;
    MGG Suppl.bd.;
    Riemann;
    New Grove.

  • Autor/in

    Wolfhart Henckmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Henckmann, Wolfhart, "Moos, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 74 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117135542.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA