Lebensdaten
erwähnt 547, gestorben 555
Beruf/Funktion
fränkischer König
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 103146318 | OGND | VIAF: 5334365
Namensvarianten
  • Theudebald
  • Theodebald
  • Theudowald
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Theudowald, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd103146318.html [09.08.2020].

CC0

  • Leben

    Theudebald, merovingischer Frankenkönig (a. 547—555), Sohn Theudebert I. (s. S. 728) und der Deuteria, folgte diesem höchstens 15 Jahre alt. Alsbald forderte Justinian von dem Knaben unter dem Vorwurf der Treulosigkeit gegen den Vater die Herausgabe von dessen Eroberungen in Italien mit der Gewährung der lang versprochenen Waffenhülfe wider die Ostgothen (s. Theudebert I.). Th. vertheidigte den Vater gegen die freilich sehr begründete Beschuldigung der Treulosigkeit in einem uns erhaltenen Briefe (547), behielt jedoch dessen italische Erwerbungen, obwol er (angeblich) die Herausgabe versprochen hatte: vielmehr verwehrten seine Besatzungen in Venetien Narses den Durchzug und bereiteten ihm dadurch erhebliche Schwierigkeiten (a. 551), ein Versuch der Byzantiner auf Verona scheiterte. Nach Totila's Untergang suchten Teja, nach dessen Fall die noch in Oberitalien kämpfenden Gothen Theudebald's|Waffenhülfe. Aber dies Knäblein, entartet und unkriegerisch, schon siech und leibesschwach, wies sie ab aus Furcht vor Byzanz. Gegen seinen Willen geschah es diesmal wirklich, — anders als 538 unter seinem Vater — daß (552) zwei alamannische Herzöge, die Brüder Leuthari und Butilin (oder Buccilin) mit 75 000 Mann, nicht nur Alamannen, auch Franken — trotz des Verbots des dem Adel gegenüber offenbar ohnmächtigen Königs — in Italien eindrangen und die Byzantiner bekämpften. Nach dem Untergang dieser Scharen und eines dritten fränkischen Feldherrn Hamming durch Schwert (bei Capua 553) und Seuchen gingen alle Eroberungen Theudebert's an Narses verloren. Bald darauf (555) starb der Kränkelnde; sein Reich fiel an Chlothachar I. (s. A. D. B. XIX, 224), der sich auch mit Theudebald's Wittwe Vuldetrada, der Tochter des Langobardenkönigs Wacho, (also Schwester von Theudebald's Stiefmutter Wisigardis) vermählte, aber auf Verlangen der Kirche diese seine nahe Verwandte wieder von sich schied und dem Baiernherzog Garibald zur Ehe gab.

    • Literatur

      Quellen und Litteratur s. bei Theudebert I., der Brief Th. steht bei Dümmler-Gundlach a. a. O. S. 131.

  • Autor/in

    Dahn.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dahn, Felix; Dahn, Felix, "Theudowald" in: Allgemeine Deutsche Biographie 37 (1894), S. 727-728 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103146318.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Theudebald (Theodebald), merowingischer Frankenkönig, a. 548—555, Sohn Theudeberts a. 534—548, des Sohnes Theuderich's a. 511—534, des Sohnes Chlodovech's (siehe diese Artikel) erreichte an Kraft und Bedeutung durchaus nicht seine Vorfahren. Die Merowingen hatten sowohl dem Ostgothenkönig Vitigis in Italien gegen die Byzantiner wie den Byzantinern gegen Vitigis gegen reiche Goldzahlungen ihre Waffenhülfe verkauft (a. 535, 536) und alsdann hatte Theudebert a. 539 in Italien Beider Heere geschlagen und für sich Eroberungen in Venetien, Ligurien und den cottischen Alpen gemacht. Th. ließ — widerstrebend — a. 552 ein fränkisch-alamannisches Heer unter den alamannischen Edelingen Liuthari und Butilin nach Italien ziehen: als diese durch Seuchen und einen Sieg des Narses den Untergang gefunden, gingen die fränkischen Eroberungen wieder verloren. Th. kränkelte und starb a. 555.

    Quellen: Prokopius bellum Goticum IV, 24, Agathias I, 13, Gregor Turon III, 36 u. 37.

    • Literatur

      Litteratur: Dahn, Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker III, 1883, S. 99.

  • Autor/in

    Dahn.
  • Empfohlene Zitierweise

    CC-BY-NC-SA