Lebensdaten
1897 bis 1985
Geburtsort
Basel
Sterbeort
Steffisburg Kanton Bern
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 119520788 | OGND | VIAF: 116978048
Namensvarianten
  • Moeschinger, Albert
  • Moe
  • Möschinger, Albert

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Zitierweise

Moeschinger, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119520788.html [28.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Jakob Möschinger (1865–1934), Inh. e. Sanitätsgeschäfts in Basel, S d. Heinrich Jacob (1821–98), Mechaniker in Basel, u. d. Elisabeth Dorothea Wolf (1836–1904);
    M Elisabeth Emma (1874–1962), Modistin in Basel, T d. Maschinening. Albert Stoessel (1839–1900) u. d. Louise Schifferlin (1844–1936); ledig.

  • Leben

    M. absolvierte seine musikalischen Studien 1917-23 in Bern, Leipzig und München. Nach sechsjähriger Lehrtätigkeit am Berner Konservatorium zog er sich 1943 aus gesundheitlichen Gründen nach Saas Fee in die Walliser Bergwelt zurück. Seit 1956 lebte er größtenteils in Ascona und in den letzten, durch ein schweres Augenleiden beeinträchtigten Jahren in Thun. Als einer der vielseitigsten und phantasievollsten Schweizer Komponisten des 20. Jh. schuf M. ein weit über 100 Werke zählendes OEuvre, das mit Ausnahme der Oper alle Gattungen umfaßt. Es reicht von geistlicher und weltlicher Chormusik zur dramatischen Kantate, vom Lied zum zyklischen Vokalwerk, konzentriert sich auf Kammermusik in verschiedener Besetzung wie auf Kompositionen für Kammerorchester und kulminiert in Solokonzerten, Sinfonien sowie sinfonischen Werken. M.s in der Jugendzeit noch spürbar durch Max Reger und Richard Strauss beeinflußte, schon damals virtuos gehaltene Werke intendieren in der Folgezeit eine Synthese von deutschem, franz. und ital. Stilempfinden, von expressiver Harmonik, differenzierter Metrik und Rhythmik sowie subtiler Klanglichkeit. Die angestammte Neigung zu expressionistischer, gestischer Musiksprache von hohem Kunstanspruch führte ihn zur Auseinandersetzung mit dem Schaffen Arnold Schönbergs, dessen Stil ihm aber so fremd war wie neoklassizistische Rückorientierungen oder demonstrativer Kontrapunkt. Nach der Lektüre des „Doktor Faustus“ und einem Briefwechsel mit Thomas Mann wandte sich M. in den späten 40er Jahren definitiv der Zwölftontechnik zu, die er indes auf höchst eigene Weise und mit der Absicht einsetzte, den zu Komplexität neigenden monothematischen und atonikalen Tonsatz zu vereinfachen und noch intensiver zu rationalisieren. Die gültigsten Werke M.s verdanken ihre Entstehung seinem ausgeprägten Sinn für das Sensitive und Poetische. Inspiriert sind sie oft eher durch literarische Quellen, insbesondere franz. Poesie, als durch musikalische Vorbilder. Zu den Interpreten, die M. über Jahrzehnte gefördert haben, gehören die Dirigenten Paul Sacher, Hermann Scherchen und Ernest Ansermet. Nach seinem Tode wurde eine Albert-Moeschinger-Stiftung mit Sitz in Basel ins Leben gerufen.|

  • Auszeichnungen

    Kunstpreis d. Stadt Basel (1953), Kompositionspreis d. Schweizer. Tonkünstlervereins (1957), Musikpreis d. Stadt Bern (1981).

  • Werke

    Fantasie op. 64;
    Sinfonie II op. 73;
    Sinfonie III op. 76;
    Le voyage, Quatre pièces brèves, Amor u. Psyche op. 79;
    Sinfonie IV op. 80;
    Ballade symphonique op. 82;
    Konzert Nr. 2 f. Klavier u. Kammerorchester op. 23;
    Konzert f. Violine u. gr. Orchester op. 40;
    Sonatine pastorale pour hautbois et orchestre à cordes, 1952;
    Konzert f. Trompete u. Orchester op. 78;
    Concerto lyrique pour saxophone et orchestre op. 83;
    Konzert Nr. 4 f. Klavier u. Orchester op. 96;
    Concert pour ballérine et saxophone avec orchestre de chambre op. 103;
    25 Klavierwerke;
    Radio-Oper (dramat. Kantate) „Die kleine Seejungfrau“ op. 75;
    Ballett „Amor u. Psyche“ op. 79 nach Apuleios. – W-Verz., in: Schweizer. Musik-Archiv, 1982. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Basel, Univ.bibl.

  • Literatur

    J. Handschin, Neues v. A. M., in: Schweizer. Musikztg. 85, 1945, S. 424-29;
    J. Stenzl, Der Briefwechsel A. M. – Ernest Ansermet, ebd. 119, 1979, S. 132-39, 203-11;
    H. Oesch, ebd. 97, 1957, S. 169-74, 107, 1967, S. 2-8 u. 158-59, 122, 1982, S. 25-27;
    ders., A. M.s Briefwechsel mit Thomas Mann, ebd. 112, 1972, S. 3-11;
    ders., A. M., Werkverz., 1982 (mit Lebensbild, P);
    MGG;
    Riemann;
    Schweizer Lex.Schallplatten: Bärenreiter Musicaphon BM 30 SL 1730;
    Arbeitsgemeinschaft z. Förderung schweizer. Musik CTS-Pl.

  • Autor/in

    Hans Oesch
  • Empfohlene Zitierweise

    Oesch, Hans, "Moeschinger, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 684 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119520788.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA