Lebensdaten
1805 bis 1878
Geburtsort
Kupferhammer bei Brackwede (Westfalen)
Sterbeort
Kupferhammer bei Brackwede (Westfalen)
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
reformierte Familie
Normdaten
GND: 133992330 | OGND | VIAF: 70135123
Namensvarianten
  • Möller, Friedrich Wilhelm
  • Möller, Friedrich Wilhelm
  • Möller, Friedr.

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Zitierweise

Möller, Friedrich Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133992330.html [26.02.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor Adolf (1762–1847, s. Gen. 1). S d. Theodor (s. 1);
    M Eleonore (1773–1862), T d. Abraham Nottebohm u. d. Johanna Eleonore Möller (beide s.|Gen. 1);
    1832 Friederike (1808–18), T d. Gottlieb Woermann (1780–1839), Kaufm. u. Leinenhändler in Bielefeld, u. d. Marie Susanna Nicolina Milow (1783–1837); Schwager Carl Woermann (1813–80), Reeder in Hamburg;
    Vt d. Ehefrau Eduard v. Moeller (1814–80), preuß. Staatsmann (s. NDB 17);
    5 K, u. a. Karl (1837–1918), Dr. phil., GKR, Bergbautechniker, gründete 1862/64 in B. e. Maschinenfabrik, d. aber nicht florierte, war dann in d. väterl. Lederfabrik tätig, d. erfolgreich ausgebaut wurde, entwickelte Luftfilter, d. weltweit exportiert wurden, förderte Maßnahmen d. betriebl. Soz.pol. u. war engagiert in zahlreichen christl. u. soz. Einrichtungen (s. Wi. 1914), Theodor Adolf v. M. (s. 3).

  • Leben

    M. erhielt eine kaufmännische Ausbildung bei der Bremer Reederei Wätjen. Seit 1832 war er Teilhaber der Lederfabrik Th. A. Möller & Sohn. Ein zwischen Vater und Sohn 1843 ausgehandelter Vertrag regelte die Übergabe der Geschäfte in den Bereichen Leder, Kupfer und Leinen. Das Familienunternehmen wurde nun als Firma Fr. Möller fortgeführt. Durch Geschäftsreisen seiner Söhne erhielt M. Kenntnisse über moderne Ledererzeugung, die er bei der Anschaffung von Maschinen für den Gerbereibetrieb nutzen konnte. Da die neu eingerichteten Bielefelder Textilbetriebe, besonders die Bleichen, das jahrelang für die Gerberei genutzte Wasser verunreinigten, kam es in den 50er Jahren zu einem Streit zwischen den Fabrikanten. M. erreichte schließlich durch einen Vergleich die Einrichtung einer eigenen Frischwasserversorgung.

    Durch seine Einheirat in die Familie Woermann war M. weiteres Vermögen zugewachsen. Südlich von Essen kaufte er 1838 zusammen mit seinem Bruder Arnold den Deiler Kupferhammer, den Friedrich Harkort 1817 eingerichtet hatte. Er betrieb den Kupferhandel weiter, auch als der Kupferhammer in Brackwede 1867 außer Betrieb gesetzt worden war. Darüber hinaus beteiligte sich M. an den für Bielefeld wichtigen Gründungen der Ravensberger Spinnerei (1854), der Bielefelder AG für mechanische Weberei sowie der Westfälischen Bank AG. Bis zu seinem Tode gehörte er mehreren Verwaltungsräten an. Auf dem Kupferhammer richtete er die Landwirtschaft wieder ein und wurde zum Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisvereins gewählt. M.s unternehmerische Tätigkeit war weniger innovativ als besitzstandwahrend. Als altliberaler Abgeordneter für Bielefeld gehörte M. 1849 sowie 1852-56 und 1858-61 dem Preuß. Landtag an. Er war 1856-59 Präsident der Handelskammer Bielefeld, außerdem Gründer und Vorsitzender des Brackweder Hilfsvereins sowie Mitglied des Komitees zur Förderung des Projektes einer Kanalverbindung zwischen Rhein, Ruhr, Weser und Elbe.

    Nach M.s Tod wurden die Familienunternehmungen von seinen Söhnen Karl und Theodor Adolf fortgesetzt. Die Lederfabrik wurde erfolgreich modernisiert und 1903 in eine GmbH umgewandelt. In deren Geschäftsleitung trat im selben Jahr Theodor Adolfs Sohn Gerhard ein, der auch den Kupferhammer übernahm.

  • Literatur

    zu 1) u. 2) Die Fam. M. als Industrielle seit 1730 – Die Fa. Fr. Möller GmbH seit 1827, 1927;
    Ravensberger Spinnerei AG, FS z. 100j. Bestehen, 1954;
    75 J. Handelskammer Bielefeld, 1924;
    B. Hey. F. W. M. (1805-1878), in: Rhein.-Westfäl. Wirtsch.-biogrr. 14, 1991, S. 86-110 (P);
    Wenzel.

  • Autor/in

    Barbara Gerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerstein, Barbara, "Möller, Friedrich Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 633 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133992330.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA