Lebensdaten
1889 bis 1956
Geburtsort
Überlingen/Bodensee
Sterbeort
Duisburg
Beruf/Funktion
Industriechemiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 140120033 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Moehrle, Eduard
  • Möhrle, Eduard
  • Moehrle, Eduard

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Zitierweise

Möhrle, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140120033.html [18.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Konrad (1847-v. 1919), Schreinermeister in Ü., S d. Konrad ( v. 1878) u. d. Maria Bauer ( v. 1878), beide aus Tüfingen b. Ü.;
    M Theresia (* 1858), T d. Landwirts Balthasar Wiedenhorn ( n. 1878) u. d. Luzie Zugmantel ( v. 1878);
    Duisburg 1919 Elise (* 1889) aus Greiz (Thüringen), T d. Fabrikdir. Hermann Emil Rieß in Freiburg (Breisgau) u. d. Hulda Mathilde Fenstel;
    1 T.

  • Leben

    M. studierte Chemie in Freiburg (Breisgau), Berlin und Heidelberg. Seine nach Kriegsteilnahmo 1918 bei Friedrich Krafft in Heidelberg angefertigte Dissertation „Über Reindarstellung leicht zersetzlicher Substanzen durch Vakuumdestillation“ deutet schon auf sein späteres Hauptarbeitsgebiet hin. (M. promovierte weder 1914 noch bei Theodor Curtius, wie in sämtlichen Nachrufen zu lesen ist.) Nach Assistententätigkeit in Heidelberg und Hohenheim wechselte er 1919 zur Gesellschaft für Teerverwertung (GfT) in Duisburg-Meiderich, in deren wissenschaftlichem Laboratorium er sich mit der Aufarbeitung von Urteer, mit Phenolen und mit Problemen der Kohlehydrierung beschäftigte. Sein Hauptinteresse galt der Verfahrenstechnik. Insgesamt war er an über 40 patentrechtlich geschützten Erfindungen beteiligt.

    Im Oktober 1927 wurde M. die technische Leitung der AG für Steinkohleverflüssigung und Steinkohleveredelung in Duisburg-Meiderich übertragen, die als Tochterunternehmen der GfT das von Friedrich Bergius entwickelte Hydrierverfahren auf der Basis von Steinkohle und Steinkohlenteer großtechnisch durchführen sollte. Bei orientierenden Laborversuchen erkannte er als erster die Möglichkeit der Pechhydrierung zur Gewinnung hochklopffester Treibstoffe. Die Anlage war jedoch technisch ein Mißerfolg, weshalb M. 1934 zur GfT zurückkehrte, in deren Geschäftsführung er 1936 berufen wurde. M. ist die erste Errichtung einer kontinuierlichen, wirtschaftlich arbeitenden Vakuumdestillation zu verdanken. Diese grundlegende Änderung der Rohteerauftrennung führte vor allem nach dem 2. Weltkrieg zu zahlreichen neuen Wegen und Verfahren für die Weiterverarbeitung des Teers und gleichzeitig auch zu einer neuen intensiven Erforschung seiner Inhaltsstoffe. 1943 übernahm M. den Vorsitz der Geschäftsführung der GfT, den er bis 1955 innehatte, daneben wirkte er als Vorsitzender der Fachgruppe Brennstoff- und Mineralölchemie im Verein Deutscher Chemiker sowie 1948-53 in Beirat und Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Mineralölwissenschaft und Kohlechemie (DGMK).|

  • Auszeichnungen

    Carl Engler-Medaille d. DGMK (1954).

  • Werke

    Btrr. z. Kenntnis d. Urteeröle, in: Brennstoff-Chemie 4, 1923, S. 81-84 (mit R. Weißgerber);
    Steinkohlenschwelteer in Vergangenheit u. Zukunft, in: Öl u. Kohle 2, 1934, S. 506-10;
    Neuere Anschauungen u. Arbeiten auf d. Gebiet d. Extraktion, Schwelung u. Hydrierung d. Steinkohle, in: Angewandte Chemie 48, 1935, S. 509-13, 591;
    Öl- u. Pechausbeute b. d. Teerverarbeitung, in: Glückauf 73, 1937, S. 302-06.

  • Literatur

    Brennstoff-Chemie 30, 1949, S. 284;
    ebd. 37, 1956, S. 225 f. (P);
    Erdöl u. Kohle 7, 1954, S. 700 f.;
    ebd. 9, 1956, S. 480 (P);
    Chemiker-Ztg. 80, 1956, S. 388;
    F. Pudor, Lb. aus d. Rhein.-westfäl. Industriegebiet, Jg. 1955–57, 1960, S. 80 f.;
    M. Rasch, E. M., Vom Laboratoriums-Chemiker z. Generaldir., in: Niederrhein-Kammer 42, 1986, S. 532, wieder in: W. Burkhard (Hrsg.), Niederrhein. Unternehmer, 1990 (P).

  • Autor/in

    Manfred Rasch
  • Empfohlene Zitierweise

    Rasch, Manfred, "Möhrle, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 623 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140120033.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA