Lebensdaten
1850 bis 1924
Geburtsort
Aßling (Sankt Justina, Pustertal)
Sterbeort
Brixen
Beruf/Funktion
Kirchenmusiker
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 119466805 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mitterer, Ignaz
  • I. M.
  • M., I.
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Zitierweise

Mitterer, Ignaz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119466805.html [21.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1813–86), Bauer in A., S d. Josef u. d. Anna Fürhapter;
    M Juliana ( 1854), T d. Anton Vergeiner u. d. Maria Magrer;
    Stief-M Maria Pölt;
    Ov Josef, Mesner, Organist u. Lehrer an d. Notschule v. St. Justina in A.; Verwandter Albert (s. 2).

  • Leben

    M.s musikalische Ausbildung begann als Sängerknabe im Kloster Neustift bei Brixen, die Gymnasial- und Theologiestudien absolvierte er ebenfalls in Brixen. Seine musikalische Förderung erfuhr er dort durch Karl Höllwarth. 1874 wurde M. zum Priester geweiht, bis 1876 war er als Kaplan in der Seelsorge tätig. 1876/77 studierte er an der Kirchenmusikschule in Regensburg bei G. Jakob, F. X. Haberl und vor allem bei Michael Haller, nach weiterer dreijähriger Seelsorgetätigkeit folgte 1882 ein Studienaufenthalt als Kaplan an der Kirche Santa Maria dell'Anima in Rom. 1882-85 wirkte er als Domkapellmeister in Regensburg und als Dozent an der dortigen Kirchenmusikschule. 1885 wurde er zum Domkapellmeister von Brixen und zum Propst von Ehrenburg berufen. Nach seiner Ernennung zum Domkapitular trat er 1917 als Domkapellmeister zurück und stellte sich für Verwaltungsaufgaben zur Verfügung. Seine Tätigkeit, vor allem auch sein reiches musikalisches Schaffen, war in den letzten Jahren seines Lebens infolge eines Schlaganfalles stark behindert.

    M. ist vor allem eine bedeutende Persönlichkeit des „Cäcilianismus“, der im letzten Drittel des 19. Jh. zu einer organisierten Form mit der Gründung des Allgemeinen dt. Cäcilienvereins 1868 durch Franz Xaver Witt fand. M.s über 200 Titel umfassendes kompositorisches Werk ist besonders geprägt durch 45 vier-, fünf- und sechsstimmige Messen für gemischten oder auch Männerchor mit und ohne Orgel, drei Messen auch mit Orchester. Die große Beliebtheit dieser Messen bis nach dem 2. Vatikanischen Konzil war begründet in der melodiösen Klangschönheit bei weitgehend leichter Singbarkeit. Ihre an Palestrina orientierte, aber auch durch fortschrittliche, zeitorientierte Eigenheiten ausgezeichnete Satzkunst geht über den epigonalen „Gebrauchsmusik“-Gestus, wie er dem Cäcilianismus häufig angelastet wird, hinaus. Fünfstimmigkeit und „rhythmisch-dramatisches Leben“ (Weinmann) vor allem in der „Missa in Ascensione Domini“ lassen auch an Orlando di Lasso als Vorbild denken. Besondere Bedeutung kommt auch M.s 27 Karwochen-Responsorien zu, die mit denen von M. A. Ingegnieri (1547–92) in einem Atemzug genannt werden, ebenso den acht Weihnachtsresponsorien. Im übrigen sind vier Requiems, Hymnen, Litaneien, Vespern und ein Jahreszyklus von Offertorien für die Sonn- und Festtage zu verzeichnen. Von tiefer Volksfrömmigkeit geprägt sind seine Marien- und Herz-Jesu-Lieder. Unter den weltlichen Kompositionen ragen besonders zwei Werke für Soli, Männerchor und Orchester hervor, „Der Tiroler Adler“ und „Der Tod des großen Pan“. M. ist auch durch theoretische Schriften, die mehrfach aufgelegt wurden, für die kirchenmusikalische Praxis hervorgetreten.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Brixen (1905); Päpstl. Geheimkämmerer (1906).

  • Werke

    Die wichtigsten kirchl. Vorschriften f. kath. Kirchenmusik, 1885, 41905 (engl. 1901);
    Prakt. Chorsingschule, 1894, 61925, dazu Suppl. mit Singübungen 1904;
    Prakt. Leitfaden f. d. Unterricht im röm. Choralgesang, 1896, 21911.

  • Literatur

    K. Weinmann, Gesch. d. Kirchenmusik, 1906, S. 203 ff.;
    P. Griesbacher, Kirchenmusikal. Stilistik u. Formenlehre I, Reaktion u. Reform, 1916, S. 329-31;
    ders., I. M., in: Musica sacra 55, 1925, S. 151 ff.;
    K. Weinmann, ebd., S. 160 ff.;
    R. Corazza, I. M., Diss. Wien 1938;
    ders., I. M., d. gr. Kirchenkomponist Südtirols, in: An der Etsch u. im Gebirge 10, 1948;
    E. Knapp, Südtiroler Kirchenmusik-Komponisten, 1974, S. 31 ff. (P);
    Kosch, Kath. Dtld.;
    RGG;
    MGG;
    Riemann;
    ÖBL;
    BBKL.

  • Autor/in

    Franz A. Stein
  • Empfohlene Zitierweise

    Stein, Franz A., "Mitterer, Ignaz" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 581 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119466805.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA