Lebensdaten
1864 – 1948
Geburtsort
Nauheim bei Großgerau
Sterbeort
Frankfurt/Main-Praunheim
Beruf/Funktion
Afrikanist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 140071628 | OGND | VIAF: 103380361
Namensvarianten
  • Mischlich, Adam
  • Mischlich, A.

Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Mischlich, Adam, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140071628.html [30.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1840–1901), Tagelöhner u. Eisenbahnangestellter, S d. Leinewebermeisters Johann Heinrich (1807–58) in N. u. d. Wilhelmine Knoblauch (1816–63);
    M Marie (1839–1918), T d. Leinewebermeisters Johann Christoph Poth (1806–94) u. d. Marie Christine Daum (1805–50); Verwandte Friedrich (1805–88), fast 50 J. lang Bgm. in N., Georg (* 1908), Obermusikmeister u. Ehrenbürger v. N.;
    1) Katharina Unverzagt (1878–1906), 2) Darmstadt 1909 Maria Unverzagt (Schwägerin);
    1 S.

  • Biographie

    M. wurde 1885-90 im Basler Missionshaus zum Missionar ausgebildet und dann zum Geistlichen ordiniert. Nach einem Englandaufenthalt zum Erlernen der engl. Sprache ging er Ende 1890 an die Goldküste (heute Ghana), wo er sich mit den Sprachen Gä und Twi beschäftigte. 1894 erfolgte seine zweite Reise als Missionar nach Worawora in Togo. Von hier unternahm M. größere Erkundungsreisen in z. T. unerforschte Gebiete von Mittel- und Nordtogo und veröffentlichte landeskundliche Berichte in verschiedenen Missionsblättern und in den „Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten“. 1897 schied M. aus der Mission aus und trat in den Dienst des Gouvernements von Togo, 1898 übernahm er die Leitung der Regierungsstation Kete-Kratschi. Neben der systematischen Erkundung des Geländes, Straßen- und Brückenbau, der Einrichtung meteorologischer Stationen, der Anlage von Pflanzungen und der Ausübung der Gerichtsbarkeit betrieb M. das Studium des Haussa, der Hauptverkehrs- und Handelssprache im zentralen Westafrika, und wurde zu einem ausgezeichneten Kenner von Sprache und Kultur des Haussavolkes. Sein engster Mitarbeiter hierbei war in Togo der Imam Umaru aus Kano, der ihm später nach Misahöhe (Togo) folgte, wo M. ebenfalls das Bezirksamt verwaltete.

    Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges auf Heimaturlaub, wurde M. für die Dauer des Krieges Lazarettinspektor in Auerbach. Mit dem Verlust der deutschen Kolonien 1918 wurde eine weitere Diensttätigkeit in Afrika unmöglich. Seither lebte M. in Darmstadt. 1926 reiste er noch einmal für 11 Monate zur Erkundung des eigentlichen Haussalandes nach Nigeria. Er führte seine Sprachaufzeichnungen fort – diesmal vor allem mit Unterstützung des Malam Labaran aus Zaria – und erweiterte seine Sammlungen von Haussa-Gesängen, -Märchen, -Fabeln sowie historischen und anderen Texten. Mit den daraus resultierenden und seinen früheren Publikationen hat M. sich einen festen Platz in der deutschen Afrikanistik erworben und internationale Anerkennung gefunden. Er wurde Mitglied und Mitarbeiter des International Institute of African Languages and Cultures in London. Mehrere deutsche Museen ehrten ihn wegen ethnographischer und naturkundlicher Sammlungen, die er für sie in Togo systematisch zusammenstellte.

    Nach dem 1902 erschienenen „Lehrbuch der hausanischen Sprache“ (1911 als „Lehrbuch|der Hausa-Sprache“ neu aufgelegt) ist vor allem M.s „Wörterbuch der Hausasprache, I. Teil Hausa-Deutsch“ (1906) hervorzuheben, in dessen Einleitung M. auch auf Unterschiede der Dialekte eingeht. In drei Zeitschriftenartikeln 1907-09 „Über Sitten und Gebräuche in Hausa“ veröffentlichte M. handschriftliche Haussatexte in arab. Schrift mit lat. Transkription und deutscher Übersetzung. Auf die gleiche Weise erschienen seine Publikationen über den Islam: „Beiträge zur Geschichte der Haussastaaten“ (1903 mit J. Lippert), „Über die Herkunft der Fulbe“ (1931), „Religiöse und weltliche Gesänge der Mohammedaner aus dem Sudan“ (1944).|

  • Auszeichnungen

    Prof.-titel;
    Volney-Medaille d. Institut de France.

  • Werke

    Weitere W Neue Märchen aus Afrika, 1929;
    Über d. Kulturen im Mittel-Sudan, Landwirtsch. – Gewerbe – Handel, 1942. |

  • Nachlass

    Nachlaß: Basel, Basler Mission; Frankfurt/M., Afrikanist. Inst. d. Univ.

  • Literatur

    H. Schnee, Dt. Koloniallex. II, 1920;
    K. Esselborn, Ein hess. Pionier in Afrika, in: Hess. Landkal. 1928, S. 46-49 (P);
    ders., in: Hess. Ll., 1979, S. 276-79;
    H. Jungraithmayr u. W. J. G. Möhlig (Hrsg.), Lex. d. Afrikanistik, 1983, S. 166 f.

  • Autor/in

    Hilke Meyer-Bahlburg
  • Zitierweise

    Meyer-Bahlburg, Hilke, "Mischlich, Adam" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 562-563 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140071628.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA