Lebensdaten
1857 bis 1912
Sterbeort
Laßnitzhöhe bei Graz
Beruf/Funktion
Statistiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117051586 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mischler, Ernst

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Zitierweise

Mischler, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117051586.html [25.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Peter (1821–64), Prof. d. pol. Ökonomie an d. Univ. P. (s. ADB 22; Wurzbach 18; Biographisches Lexikon Böhmen), S d. Peter, Bezirksarzt in Heppenheim/Bergstraße, u. d. Margaretha Knapp;
    M Rosalia ( 1911), T d. Wenzel Teuchert, Bindermeister in Liboch Bez. Dauba, u. d. Anna Gross;
    Wien 1888 Marie Hauschka (1860–1955);
    1 S, 2 T, u. a. Werner Ernst (1889–1961), Schriftst. (s. Kosch, Lit.-Lex.3).

  • Leben

    M. studierte seit 1876 an der noch ungeteilten Univ. Prag Rechtswissenschaft und erwarb 1881 das Doktorat. Nach kurzer Tätigkeit bei einem Eisenbahnunternehmen folgte er noch im selben Jahr seinem ehemaligen Statistiklehrer, dem Wirtschaftshistoriker Th. Inama v. Sternegg, der in die Statistische Zentralkommission in Wien berufen worden war. Dort entfaltete M. bis 1888 – zuletzt als Hofkonzipist für Finanzen – eine vielseitige Tätigkeit. 1884 habilitierte er sich an der Univ. Prag für Statistik und übte seit 1887 eine Dozentur an der Univ. Wien aus. Im Sommersemester 1885 supplierte er die Lehrkanzel für Statistik der Orientalischen Akademie in Wien. 1888 wurde er als ao. Professor an die Univ. Czernowitz berufen. Dort gründete er das Statistische Landesamt des Hzgt. Bukowina, dessen Direktor er 1890 wurde. 1891 wurde er an die Deutsche Univ. Prag berufen, wo er Statistik, Finanzrecht und Sozialpolitik unterrichtete. Letzterer fühlte er sich besonders verpflichtet, zumal da sein Vater, der ursprünglich an der Univ. Freiburg (Breisgau) gelehrt hatte, mit dem sozialpolitisch engagierten Bischof Ketteler in Mainz in Verbindung getreten war und zu dessen Mitarbeitern zählte. In dieser Zeit entstand M.s Hauptwerk, das „Handbuch der Verwaltungsstatistik“ (1892), in dessen erstem Teil er die in verschiedenen Quellen verstreuten Grundlagen des Faches erstmalig systematisch darstellte, während er sich im zweiten Teil mit der praktischen Organisation der Verwaltungsstatistik befaßte. 1893 berief ihn die Univ. Graz als Ordinarius, auch für Finanzrecht. 1899/1900 und 1907/08 war M. Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. In Graz begründete er 1893 das Statistische Landesamt für die Steiermark, dessen Leitung er bis 1911 innehatte. Gleichzeitig lehrte er auch an der dortigen TH.

    M. erwarb sich Verdienste um die statistische Erfassung der steir. Landesarmenpflege, den Ausbau der Arbeitsvermittlung und die Bekämpfung der Wohnungsnot. Ein „Landes-Armen- und Siechen-Kataster“ entstand, desgleichen wurde 1897 von M. eine gemeinnützige Arbeitsvermittlung für Graz und die Steiermark eingerichtet und 1902 ein unentgeltlicher Wohnungsnachweis geschaffen. Mit R. v. Fürer gründete M. 1907 die Zeitschrift „Arbeitsnachweis“. Er war Vorsitzender des Vereins „Allgemeine Arbeitsnachweise Österreichs“, Mitglied des Arbeitsbeirats des Arbeitsstatistischen Amtes im k. k. Handelsministerium und des Landwirtschaftsrates im Ackerbauministerium. Über die Konferenzen der Landesstatistiker verbreitete er seine Ansichten über moderne Sozialstatistik als Grundlage staatlicher Bekämpfung der Armut. Seit 1888 gehörte er der Statistischen Zentralkommission an, deren Präsident er 1911 wurde. Große Verdienste erwarb er sich um die statistische Aufarbeitung der Volkszählung von 1910. Auf seine Initiative wurden die bisher getrennt stattfindenden Konferenzen der Landes- und Städtestatistiker seither gemeinsam abgehalten und das Quellenwerk „Österreichische Statistik“ (eine Fortführung der „Tafeln zur Statistik“ von J. v. Metzburg) in neuer Folge mit verbesserter Ausstattung und Gliederung herausgegeben. Es bewährt sich noch heute als Nachschlagewerk zur Verwaltungs-, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Donaumonarchie.|

  • Auszeichnungen

    Honorarprof. d. Univ. Wien; Ehrenmitgl. d. Ges. f. Geogr. u. Statistik, Frankfurt/Main, u. d. Royal Statistic Society, London.

  • Werke

    Der öff. Haushalt in Böhmen, 1887;
    Hdb. d. Verw.-Statistik I. 1892;
    Das Armenwssen in Steiermark, in: Statist. Mitt. üb. Steiermark, H. 1, 1896.– Zahlr. Abhh. in: Statist. Mschr.;
    Schrr. d. Ver. f. Socialpol.;
    Jb. d. öffentl. Rechts;
    Archiv f. soz. Gesetzgebung u. Statistik. – Artikel in: ADB;
    Wb. d. Volkswirtsch., hrsg. v. L. Elster, 1898;
    Hdb. d. Gefängniswesens, hrsg. v. F. v. Holtzendorff u. E. v. Jagemann, 1888. – Redakteur: Österr. Städtebuch, 1887 ff.;
    Armenpflege u. Wohltätigkeit in Österreich, in: Österr. Wohlfahrtseinrichtungen 1848–98, Bd. 1, 1899;
    Statist. Mitt. üb. Steiermark, 1896 ff. – Mithrsg.: Österr. Staatswb., 2 Bde., 1895-97, 4 Bde., 21905-09 (mit J. Ulbricht).

  • Literatur

    Statist. Mschr. NF 18, 1913, S. 1;
    Feierl. Inauguration d. Rektors d. Univ. Wien f. d. Stud.j. 1913/14, S. 33;
    Hdwb. d. Staatswiss. VI, 41925;
    Kosch, Biogr. Staatshdb. II, 1963;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    Denkschr. d. k. k. Statist. Zentralkomm. z. Feier ihres 50j. Bestandes, 1913, S. 81, 96 (P);
    FS d. Univ. Graz, 1936, S. 31;
    ÖBL;
    Biographisches Lexikon Böhmen.

  • Autor/in

    Gustav Otruba
  • Empfohlene Zitierweise

    Otruba, Gustav, "Mischler, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 561-562 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117051586.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA