Lebensdaten
1532 bis 1593
Geburtsort
Weida
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Dresdner Hofprediger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117051128 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mirus, Martin
  • Mirus, Martinus
  • Myrus, Martin
  • mehr

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Zitierweise

Mirus, Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117051128.html [17.02.2019].

CC0

  • Leben

    Mirus: Martin M., Hofprediger zu Dresden, geb. 1532 zu Weida a. d. Elster, studirte zu Jena Theologie, wurde hier 12. Juli 1558 Magister, 1560 Adjunct bei der philosophischen Facultät. 1561 ging M. als Pfarrer nach Sülzenbrück in der Grafschaft Gleichen, kehrte 1569 als Diaconus nach Jena zurück und verzog 1572 als Pfarrer nach Kahla. Als 1573 Kurfürst August als Vormund seiner Vettern auch im Ernestinischen Sachsen die Vertreibung der Kryptocalvinisten unternahm, berief er M. an Stelle des vertriebenen Rosinus zum Superintendenten und Hofprediger nach Weimar, aber bei seiner Antrittspredigt erregten die Bürger in der Kirche einen solchen Tumult, daß er auf das Amt verzichtete. M. wurde sofort als Professor und Superintendent nach Jena berufen, promovirte hier am 10. Februar 1574 und folgte schon in demselben Jahre einem Rufe nach Dresden als erster Hofprediger. Um den Kryptocalvinismus vollständig auszurotten, stellte er auf Wunsch des Kurfürsten „Thesen“, welche im Mai 1574 auf dem Tag zu Torgau von allen Geistlichen und Professoren der Theologie unterzeichnet werden mußten. 1575 begleitete M. den Kurfürsten auf den Reichstag zu Regensburg und hielt hier sieben (später im Druck erschienene) scharfe Predigten wider das Papstthum. Im Auftrag des Kurfürsten betheiligte M. sich auch eifrig am Concordienwerk, vom Lichtenburger Convent, 15. Febr. 1576 bis zur Vollendung der Concordienformel. 1580 wurde M. Mitglied des Oberconsistoriums zu Dresden. Er genoß in hohem Grade das persönliche Vertrauen seines Fürsten und hat bei allen erfreulichen und traurigen Ereignissen in der kurfürstlichen Familie sein Amt als Seelsorger und geistlicher Berattier mit großer Gewissenhaftigkeit verwaltet. Am 12. Febr. 1586 starb Kurfürst August. Unter seinem Nachfolger Christian I. gewannen die bisher unterdrückten Philippisten mehr Einfluß, M. wurde 1588 seines Amtes entlassen, von Juli bis Sept. auf der Feste Königstein gefangen gehalten und alsdann des Landes verwiesen. Er begab sich nach Jena und lebte hier einige Jahre in Zurückgezogenheit. 1591 ward M. als Domprediger nach Halberstadt berufen und trat dies Amt am 21. Sept. an. Aber nach dem Tode Kurfürst Christian I. berief dessen Wittwe Sophie den Vertriebenen zurück und setzte ihn wieder in sämmtliche Aemter ein. Am 25. November 1591 kehrte er nach Dresden zurück. Mit besonderem Eifer widmete er sich den Generalvisitationen, um das in den letzten Jahren wieder herangewachsene „Unkraut des Kryptocalvinismusz“ mit der Wurzel auszurotten. Auf einer Reise von Leipzig nach Dresden erkrankte M. unvermuthet bei Wolfgang Albrecht von Schleinitz auf dessen Schloß Karditz bei Oschatz und starb nach wenig Tagen am 14. Aug. 1593.

    Joh. Andr. Gleichen: Annales ecclesiastici. Dresden und Lpzg. 1730. Dort stehen auch seine (24) Schriften.

  • Autor/in

    B. Pünjer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pünjer, Bernhard, "Mirus, Martin" in: Allgemeine Deutsche Biographie 22 (1885), S. 1 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117051128.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA