Lebensdaten
1814 bis 1894
Geburtsort
Arnsberg (Westfalen)
Sterbeort
Alexandria bei Washington, D. C. (USA)
Beruf/Funktion
Politiker ; anglikanischer Theologe
Konfession
anglikanisch?
Normdaten
GND: 138388237 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Minnigerode, Charles
  • Minnigerode, Carl
  • Minnigerode, Charles

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Zitierweise

Minnigerode, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138388237.html [27.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig M. (1771-1839), 1803-15 Präs. d. hess. Provinzialreg. in Arnsberg (vordem kurköln. Westfalen), dann Präs. d. Hofgerichts f. Starkenburg in Darmstadt, hatte maßgebl. Anteil an d. Neugestaltung v. Verw. u. Justiz im Ghzgt. Hessen (s. NND), S d. Benjamin M. (1739-89, s. Einl.), Stadtsyndikus zu Alsfeld, u. d. Juliane Hallwachs;
    M Marianne (1785–1860), T d. Ernst Wilhelm Zimmermann (1752–1820), hess. Geh. Staatsrat, Gen.dir., u. d. Sophie Luise v. Hert;
    B Ludwig M. (1820-50), Bildnis- u. Historienmaler (s. ThB);
    Vt Bernhard M. (1837-96), Mathematiker (s. Einl.);
    Williamsburg (USA) 1843 Mary Carter;
    9 K, u. a. Fritz, amerikan. Oberst;
    E Cuthbert Powell M. (1876-1951), Mus.dir. in Washington, D. C.

  • Leben

    M. verbrachte seine Jugend in Darmstadt, wo er zunächst eine Privatschule, dann vier Jahre das Ludwig-Georg-Gymnasium besuchte. Hier war er besonders mit Georg Büchner befreundet. Seit Ostern 1832 studierte er Rechtswissenschaft in Gießen und schloß sich dem revolutionären Kreis um Friedrich Ludwig Weidig und Büchner an. Im Frühjahr 1834 Gründungsmitglied der von Büchner initiierten „Gesellschaft der Menschenrechte“, wurde er am 1. August auf Grund einer Denunziation verhaftet, als er eine größere Anzahl von Exemplaren des „Hess. Landboten“ nach Gießen hineinzuschmuggeln versuchte. Es folgte eine lange Untersuchungshaft, zuerst in Friedberg, dann in Darmstadt; sie wurde besonders durch den Untersuchungsrichter Konrad Georgi in unmenschlicher Weise verschärft, als M. nichts preisgeben wollte. Infolge der Haftbedingungen erlitt M. Ende 1836 einen völligen körperlichen und geistigen Zusammenbruch. Den Bemühungen der Darmstädter Amtsärzte und der Familie gelang es, ihn zur Pflege in sein Elternhaus zu bringen und einige Monate später seine Haftentlassung zu erwirken. Das Verfahren gegen ihn wurde erst 1839 niedergeschlagen, vermutlich auch wegen der Absicht der Familie, ihn nach Nordamerika auswandern zu lassen.

    Im Herbst 1839 landete M. in Philadelphia, wo er zwei Jahre als Lehrer tätig war. 1842 erhielt er eine Professur für klassische Altertumswissenschaft am „College of William and Mary“ in Williamsburg. Um 1846 schlug M. die geistliche Laufbahn ein und wurde 1847 Priester der Episcopal Church. Nach Pfarrämtern in verschiedenen Landgemeinden übernahm er 1856 die angesehene St. Paul's Church in Richmond (Virginia). Hier wirkte er bis 1889 als sehr geschätzter Prediger und Seelsorger. Eine besondere Rolle fiel ihm im amerikan. Sezessionskrieg zu, als Richmond Hauptstadt der Südstaaten wurde. Es ergaben sich enge persönliche Beziehungen zwischen M. und Mitgliedern der neuen Regierung, zu Präsident Jefferson Davis, zum berühmten General Robert E. Lee und anderen. M. galt als „Beichtvater der Sezession“, beschränkte sich jedoch während des Kriegs auf seine geistlichen und karitativen Aufgaben. Auch nach der Niederlage des Südens blieb er enger persönlicher Vertrauter und Fürsprecher des gefangenen Davis. M. ist bewußt ganz in der Lebenswelt seiner neuen Heimat aufgegangen; seine revolutionäre Vergangenheit hat er später als einen Irrweg bezeichnet, aber den Idealismus seiner Jugend und seiner Freunde weiterhin bejaht.

  • Werke

    u. a. Sermons, 1880;
    Jefferson Davis, a Memorial Address, 1890.

  • Literatur

    Rev. Ch. M. (Gedenkschr.), 1895;
    E. Zimmermann, in: Jb. d. hess. kirchengeschichtl. Vereinigung 36, 1985, S. 81-93 (L);
    Hess. Biogr. II, 1927, S. 285-88 (W, L).

  • Portraits

    Phot., um 1850 (Richmond, Virginia State Library), Abb. in: Georg Büchner, Revolutionär, Dichter, Wissenschaftler, 1813–37, Ausst.kat. 1987, S. 172.

  • Autor/in

    Erich Zimmermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Zimmermann, Erich, "Minnigerode, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 542 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138388237.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA