Lebensdaten
1883 – 1964
Geburtsort
Scheppach (Bayerisch-Schwaben)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
kommunistischer Politiker
Konfession
mehrkonfessionell
Normdaten
GND: 130192392 | OGND | VIAF: 28171031
Namensvarianten
  • Miller, Sepp
  • Miller, Joseph
  • Miller, Sepp
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Zitierweise

Miller, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130192392.html [25.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Kornel (1844–1902), Kleinbauer, S d. Johann u. d. Katharina Hegele, beide in S.;
    M Theresia (1849–1918), T d. Georg Saur u. d. Theresia Hafner, beide in Reicholzried b. Kempten;
    11 Geschw;
    – ⚭ Wilhelmine (1888–1963, ev.), T d. Goldarbeiters Karl Franz Ruth u. d. Wilhelmine Ermold, beide in Langendiebach Kr. Hanau.

  • Biographie

    Nach dem Besuch der einklassigen Volksschule machte M. 1897-1900 in Göggingen eine Schlosserlehre. Die folgenden drei Jahre verbrachte er auf der Wanderschaft. Nach Ableistung des Wehrdienstes war er als Schlossergeselle tätig, bis er 1912 die Meisterprüfung ablegte. 1901 war M. in Offenbach dem Deutschen Metallarbeiterverband (DMV) beigetreten, 1907 der SPD. Während des 1. Weltkriegs beteiligte er sich in Bremen als Mitglied der Gruppe Bremer Linksradikaler um Johann Knief an der Agitation gegen den Krieg. Bei Kriegsende gehörte er dem Arbeiterrat der Weser-Werft an. Er trat 1919 sehr bald der KPD bei und war an der Verteidigung der Bremer Räterepublik beteiligt. Im Oktober 1919 forderte er auf der Generalversammlung des DMV in Stuttgart die Aufhebung der Blockade Rußlands und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Sowjetregime. 1919-23 gehörte er der Bremer Bürgerschaft an, 1920 wurde er Ortssekretär der KPD. M. nahm an mehreren Parteitagen der KPD teil, deren Zentralausschuß er 1923/24 angehörte. Er beteiligte sich am Aufbau der „Niedersächsischen Arbeiter-Zeitung“, deren Verlag und Druckerei er 1923-30 leitete; er war auch Mitglied der Bezirksleitung Niedersachsen der KPD. Nach zeitweiligem Verbot der KPD wurde er 1924 im Arbeitslager Munsterlager inhaftiert. Von Mai 1928 bis September 1930 war M. Mitglied des Deutschen Reichstags, wo er den Wahlkreis 16 (Südhannover-Braunschweig) vertrat. 1930-36 fungierte er als Generalsekretär der Roten Hilfe Deutschlands und gehörte dem Präsidium der Internationalen Roten Hilfe an. Nach Hitlers Machtübernahme emigrierte M. im Juli 1933 auf Beschluß der KPD-Führung nach Frankreich und dann nach England, später ging er in die Tschechoslowakei. Er nahm 1935 am 7. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale in Moskau teil. 1939 flüchtete er über Polen und Norwegen nach Schweden, wo er 1940-42 interniert war und dann als Schlosser arbeitete. Im Januar 1944 beteiligte er sich an der Gründung des Freien Deutschen Kulturbundes in Schweden. M.|kehrte im Januar 1946 nach Deutschland zurück. Er arbeitete zunächst bei der Deutschen Zentralverwaltung für Umsiedler in Berlin und nahm am sog. Vereinigungsparteitag von SPD und KPD zur Gründung der SED (1946) sowie am 2. und 3. Parteitag und an der 1. Parteikonferenz der SED teil. 1946-53 war er Mitglied der Zentralen Revisionskommission der SED, außerdem seit 1946 Hauptreferent und 1949-52 Leiter der Abteilung Personalpolitik im Parteivorstand der SED. Später war M. als wissenschaftlicher Mitarbeiter und zuletzt Abteilungsleiter im Museum für Deutsche Geschichte in Ostberlin mit dem Aufbau der Nationalen Gedenkstätten der DDR betraut.|

  • Auszeichnungen

    Karl-Marx-Orden.

  • Werke

    Nach zwölfjähr. Emigration zurück nach Dtld., in: Wir sind d. Kraft, Der Weg d. Dt. Demokrat. Republik, Erinnerungen, 1959, S. 147-66.

  • Literatur

    H. Weber, Die Wandlung d. dt. Kommunismus, Die Stalinisierung d. KPD in d. Weimarer Republik, II, 1969, S. 223 f.;
    Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung, Biogr. Lex., 1970;
    H. Wehner, Zeugnis, 1982;
    M. Schumacher (Hrsg.), M.d.R., Die Reichstagsabgeordneten d. Weimarer Republik in d. Zeit d. Nationalsozialismus, Pol. Verfolgung, Emigration u. Ausbürgerung 1933-1945, 1991;
    BHdE I.

  • Autor/in

    Manfred Vasold
  • Zitierweise

    Vasold, Manfred, "Miller, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 524-525 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130192392.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA