Lebensdaten
1894 bis 1953
Geburtsort
Gödöllõ bei Budapest
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Fernsehpionier
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 140120602 | OGND | VIAF: 103422880
Namensvarianten
  • Mihály, Dénes von
  • mihaly, denes von
  • Mihály, Dénes von

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Zitierweise

Mihály, Dénes von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140120602.html [23.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1854-ca. 1927), Dr. med., Arzt u. Dir. e. Oberhandelsschule, Schulreformer, Übersetzer, Heilpädagoge;
    M Maria v. Ambrus (1867-ca. 1940);
    Om Zoltán v. Ambrus (1861–1932), Schriftst., Dir. d. Nat.theaters in Budapest;
    Budapest 1925 Gizella (* 1901), T d. Ing. Emil v. Halmay (* ca. 1876) aus Zólyom (Ungarn), u. d. Gizella Krumpholz (um 1885-n. 1943); kinderlos.

  • Leben

    M. studierte 1911-15 an der TH Budapest Maschinenbau. Anschließend trat er als Freiwilliger in ein Husarenregiment ein und kam 1917 zum militärtechnischen Komitee des Kriegsministeriums, von wo er zur Telephonfabrik AG in Budapest abkommandiert wurde. Dort war M. auch nach Kriegsende als Ingenieur bzw. Oberingenieur tätig. Er leitete u. a. die Versuchsabteilung und den Magnetzünder- und Kinematographenbetrieb. 1924 wurde er beratender Oberingenieur und Leiter des Zentrallabors der Radiofabriken der Schiele & Bruchsaler Industriewerke AG in Berlin und Baden-Baden. 1925 trat er als beratender Ingenieur in die Eisenbahnabteilung der AEG ein und kam nach der Übernahme dieser Abteilung durch die Firma Siemens zu letzterer. Seit 1928 war M. Aufsichtsratsvorsitzender und technischer Leiter der „Telehor AG Fernschau – System v. Mihaly“ in Berlin.

    M. verfolgte schon seit 1914 die Idee, Bilder mit Hilfe eines Zeilenrasters elektrisch zu übertragen. 1917 baute er ein Gerät, scheiterte aber an der Unzulänglichkeit der damals erhältlichen Bauelemente. Am 7.7.1919 gelang ihm in Budapest die Übertragung von Schattenbildern. 1922 erschien sein Buch, „Das elektrische Fernsehen und das Telehor“ (21926), das ihn international bekannt machte („Telehor“ [griech.] steht für Fernseher). Es geht in dem Buch um eine Einrichtung, welche Bilder von 5 x 5 cm in Bildpunkte von 1 mm2 zerlegt – also um ein 50-Zeilen-Bild, das zehnmal in der Sekunde abgetastet werden soll, so daß eine Übertragungsfrequenz von 25 000 Hertz entsteht. Diese Einrichtung konnte M. aber nicht verwirklichen. In der großen Linie blieb er, auch später, bei den mechanischen Lösungen, vor allem bei Ausgestaltungen der 1883 von Paul Nipkow in Berlin erfundenen Lochscheibe. Am 11.5.1928 präsentierte M. immerhin ein 30-Zeilen-Bild (heute arbeitet das Fernsehen mit 625 Zeilen). Das Gerät, das aber nur unscharfe Bilder erzeugte, wurde am 31.8.1928 auf der 5. Deutschen Funkausstellung vorgeführt. 1929 lieferte M. der Reichspost den ersten Fernseh-Filmabtaster für die regelmäßigen Versuchssendungen über den Berliner Rundfunksender. Technisch führten M.s mechanische Lösungsversuche in eine Sackgasse. Erst die elektronischen Lösungen (Bildabtaströhre) M. v. Ardennes und des Amerikaners V. K. Zworykin ermöglichten den Durchbruch. Die Hauptbedeutung M.s liegt in der Unermüdlichkeit, mit der er das Interesse von Presse, Öffentlichkeit und Postverwaltung für das Fernsehen wachhielt.

    Auch die Entwicklung des Tonfilms förderte M. durch Erfindungen. 1920 gelang es ihm als erstem, auf einem Filmstreifen zusammen mit den Bildern des Motivs auch eine Tonspur in Form von photographisch fixierten Schallwellen zu erzeugen. Die Erfindung wurde von ihm in Berlin vervollkommnet. Er erläuterte sie 1926 in seinem Buch „Der sprechende Film“; ein von ihm konstruierter Filmphonograph erlaubte die kostengünstige Herstellung beliebig langer Tonaufnahmen. 1929 gründete M. in Berlin die „Filmakustik GmbH“ und in London im selben und im folgenden Jahr eine ganze Anzahl von Firmen zur Auswertung seiner Erfindungen auf den Gebieten des Films und des Fernsehens. 1931/32 entstanden Tochtergesellschaften u. a. in Frankreich, Belgien, den USA, Kanada und Australien. Neben zahlreichen weiteren|Erfindungen entwickelte M. auch ein Signalübertragungssystem für Eisenbahnen. Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs konnte er seine für Reichsbahn und Reichspost wichtigen Arbeiten zunächst ungestört fortsetzen. Im Februar 1943 wurde er wegen angeblicher Mitwisserschaft bei Paßfälschungen von jüdischen Angestellten verhaftet und zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt, jedoch nach einigen Wochen aus dem Zuchthaus Luckau zur Maschinenfabrik FIMAG in Finsterwalde überstellt, wo er bis Kriegsende beschäftigt war. In seinen letzten Lebensjahren widmete sich M. der Schaffung eines Lesegerätes für Blinde.

  • Werke

    Weitere W Veröff. zu Fragen d. Automobil- u. Motorradtechnik, vor 1920 (ungar.).

  • Literatur

    G. Goebel, Das Fernsehen in Dtld. bis z. J. 1945, in: Archiv f. d. Post- u. Fernmeldewesen 5, 1953, Nr. 5, S. 259-93, bes. S. 281-87 (P);
    Rhdb. (P). – Masch. Lebenslauf v. 22.6.1945 (Kopie im Bes. d. Red.).

  • Autor/in

    Heinz Zemanek
  • Empfohlene Zitierweise

    Zemanek, Heinz, "Mihály, Dénes von" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 489 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140120602.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA