Lebensdaten
1473 bis 1541
Geburtsort
Basel
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Bürgermeister von Basel ; Tuchhändler
Konfession
katholisch,reformiert
Normdaten
GND: 138371970 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Jakob
  • Meyer zum Hirschen, Jakob
  • Meyer zum Hirzen, Jakob
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Zitierweise

Meyer zum Hirzen, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138371970.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Meyer, Krämer, Tuchhändler, Basler Ratsherr zu Gartnern, S d. Claus, Basler Ratsherr (s. HBLS);
    M N. N.;
    1) Anna, T d. Martin v. Dachsfelden, Wirt zum Sternen, Basler Ratsherr zu Gärtnern, u. d. Elsbeth Gyr, 2) Verena Husmann, Wwe d. Lienhard Billung, Wirt zum Hirzen, Basler Ratsherr zu Gärtnern;
    5 K, u. a. Hans Rudolf, Basler Zunftmeister zum Schlüssel;
    E Jakob (1526–1604, N. N., T d. Wolfgang Capito, 1478–1541, Reformationstheologe, s. NDB III), Pfarrer zu St. Alban in B. (s. HBLS).

  • Leben

    Gehörte M.s Vater als Ratsherr zu Gartnern noch einzig einer Handwerkerzunft an, kaufte sich M. in die Basler „Herrenzünfte“ (Kaufleutezünfte) zu Hausgenossen, zum Schlüssel und zu Safran ein. Er schuf damit die Voraussetzung für eine einträgliche Tätigkeit im Tuchhandel und im Kreditgeschäft. Die einzigen von M. erhaltenen persönlichen Aufzeichnungen, das sog. „Todbüchlein“, geben Aufschluß über geschäftliche Beziehungen im Zeitraum 1500–14.

    1509 wurde M. „Sechser“ zum Schlüssel (Mitglied des sechsköpfigen Zunftvorstandes). 1515 befand er sich im eidgenössischen Aufgebot zur Unterstützung des Herzogs von Mailand und erlebte in der Schlacht von Marignano die Niederlage der Eidgenossen gegen den franz. König. 1517 wurde M. Ratsherr der Zunft zu Hausgenossen. Bedeutsam für seinen weiteren politischen Aufstieg war der sog. „Pensionensturm“ von 1521, der Sturz der einflußreichen franz. Partei innerhalb des Rates. M., der sich zusammen mit einigen wenigen Ratsmitgliedern kurz zuvor geweigert hatte, franz. Pensionengelder anzunehmen, trat 1522 an die Stelle des aus dem Rat ausgestoßenen Oberstzunftmeisters Ulrich Falkner und erhielt damit eine bedeutende Position innerhalb der engeren politischen Führungsschicht. Im Rat gehörte er zu den Exponenten der Reformationspartei und stand in Verbindung mit geistlichen Vertretern der neuen Lehre, namentlich mit Konrad Pellikan und Johannes Oekolampad. 1529 wurden auf Druck aus der Bürgerschaft die führenden Vertreter der altgläubigen Partei aus dem Rat ausgeschlossen; die Umgestaltung der Kirche in reformatorischem Sinn begann. M., seit 1530 Bürgermeister, hatte am Aufbau der neuen kirchlichen Ordnung wesentlichen Anteil und setzte sich insbesondere für die Reorganisation der Universität als reformierte Hochschule ein. Er erschien häufig als Basler Abgeordneter auf eidgenössischen Tagsatzungen und vereinzelt auch bei Delegationen ins Reich, wobei er sich insbesondere um eine Beilegung der innerprotestantischen Gegensätze bemühte. Auch stand er in schriftlichem wie persönlichem Kontakt mit den Straßburger Theologen Martin Bucer|und Wolfgang Capito. 1536 und 1537 wurde M. im Zusammenhang mit den Verhandlungen über die Wittenberger Konkordie zum Adressaten Luthers, der sich über M. an die schweizer. Reformierten wandte. M. nahm dabei eine Vermittlungsposition ein, die nicht nur seiner persönlichen Überzeugung entsprach, sondern in Einklang stand mit der spezifischen Interessenlage der Stadt Basel und ihrer Stellung zwischen Reich und Eidgenossenschaft.

  • Literatur

    R. Wackernagel, Gesch. d. Stadt Basel III, 1924, S. 419;
    Paul Meyer, J. M. z. H., Bgm., 1473–1541, in: Basler Zs. f. Gesch. u. Altertumskde. 23, 1925, S. 97-142;
    P. Burckhardt, Basel in d. ersten Jahren nach d. Ref., Neujahrsbl. d. Ges. f. das Gute u. Gemeinnützige 124, 1946, S. 36;
    R. Teuteberg, J. M., in: Der Ref. verpflichtet, Gestalten u. Gestalter in Stadt u. Landschaft Basel aus fünf Jhh., 1979, S. 1-19;
    H. Füglister, Handwerksregiment, Unterss. u. Materialien d. Stadt Basel in d. ersten Hälfte d. 16. Jh., 1981, S. 321 f.;
    HBLS.

  • Autor/in

    Hans Berner
  • Empfohlene Zitierweise

    Berner, Hans, "Meyer zum Hirzen, Jakob" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 350 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138371970.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Meyer: Jakob M. „zum Hirschen“ war in Basel unter den Laien der hervorragendste und thätigste Beförderer der Reformation. Schon 1521, als im Rathe die französischen Pensionen ertheilt wurden, gehörte er zu denjenigen, welche den für sie bestimmten Antheil mit Entrüstung zurückwiesen. Im folgenden Jahre zum Oberstzunftmeister erwählt, bekleidete er dieses Amt bis zu dem Zeitpunkte, wo die Reformation zum völligen Siege gelangte. Sobald dieses Ziel erreicht war, wurde er 1530 zum Bürgermeister erhoben und blieb in dieser Stellung bis 1541, wo ihn die Pest hinwegraffte. In Anerkennung seiner großen Verdienste um die Reformation wurde er, gleich dem Theologen Grynäus, im Kreuzgang des Münsters an der Seite des 10 Jahre vorher verstorbenen Reformators Orkolampad bestattet.

  • Autor/in

    A. Bernoulli.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bernoulli, August, "Meyer zum Hirzen, Jakob" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 582 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138371970.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA